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Bevölkern ngspolitik
oder nur mit großen Einschränkungen wahr, folglich auch seine Schlüsse. Denn1) obgleich es im Allgemeinen richtig ist, daß die I-«tur den Zeugungstrieb derMenschen so eingerichtet hat, daß er, wenn ihm sonst kein Hinderniß im Wegestände, die Menschenzahl immerfort in geometrischer Proportion vermehrte, sodaß ein einziges Menschenpaar im Verlaufe weniger Jahrh- den ganzen Erdbodenmit Menschen anfüllen würde, so findet man von einer Überfüllung doch nir-gends eine Spur, und die Erde ist noch immer fähig, eine von uns schwerlich inZahlen auszudrückende Menge von Menschen aufzunehmen; die Natur selbst hatdurch tausenderlei Mittel dafür gesorgt, daß sich das Menschliche Geschlecht nichtüber das Maß der zu seiner Erhaltung nöthigen Mittel vermehren könne. Siereicht dem Menschen nur mit karger Hand Nahrungsmittel; sie machte das folgendeGeschlecht von der Liebe der Ältern abhängig und pflanzte das sittliche Gefühl insie, das ihnen gebeut, nicht eher Kinder zu erzeugen, als bis sie Mittel vor sichsähen, sie zu ernähren, und dieses Gefühl wuchs mit der Nothwendigkeit, dieseSorge zu übernehmen. Die Cultur dieses Gefühls im Volke ist das Einzige, wassich der Staat in Ansehung der Bevölkerung zum Zwecke machen muß. Gelingtes ihni, dieses unter seinem Volke allgemein zu machen und zu verstärken, so brauchter sich direct um die Bevölkerung nicht weiter zu bekümmern. Denn Jeder wirddann von selbst dafür sorge», eher keine Ehe zu schließen, als bis er Mittel vor sichsieht, seine Kinder zu ernähren, und die Ältern werken selbst die Sorge überneh-men, ihre Kinder zu Gewerben geschickt zu machen, welche sie in den Stand sehen,sich die nöthigen Bedürfnißmittel anzuschaffen. Die, welche Lust haben, zu heira-then, und im Lande kein Unterkommen vor sich sehen, werden von selbst in andernLändern Gelegenheiten aufsuchen, welche ihnen verstatten, ihre Wünsche zu befrie-digen. Physisch und moralisch wird also der Zeugungstrieb so beschränkt, daß erdem Zwecke der Natur, das menschliche Geschlecht in den gehörigen Schranken zuerhalten, nicht entgegenwirken kann. Sismondi führt als Beispiel an, daß dasGeschlecht der Montmorency, wenn der Zeugungskrieb bloß seiner Natur gefolgtwäre, allein schon ganz Frankreich bevölkert haben würde, und daß dieses dennochnicht geschehen, obgleich es Keinem dieses Geschlechts an den nöthigen Nahrungs-mitteln gefehlt habe. Eine Menge andrer Reflexionen hielten vielmehr die Gliederdieser Familie ab, dem Zeugungstriebe freien Lauf zu lassen, sodaß nur eine ge-ringe Zahl von Individuen dieses Nomens in Frankreich vorhanden ist. lind sogibt es für jeden cultivirten Menschen eine Menge Gründe, die ihn abhalten, mehrKinder zu erzeugen, als er ihnen Nahrung und Unterhalt schaffen kann, und welchestets fortwirken, ohne daß die Politik sie zu vermehren braucht. 2) Daß die künst-liche Vermehrung der Nahrungsmittel in einem Lande den Wirkungen des Zeu-gungstriebes nicht folgen könne, und es bald dahin kommen müsse, daß die erzeug-ten Nahrungsmittel nicht mehr hinreichen, die jährlich hinzukommende Bevöl-kerung zu ernähren, ist daher ebenfalls einsah, welcher nach der Erfahrung ganzanders lautet; denn nach ihr richtet sich der Wachsthum der Bevölkerung viel ehernach der Menge der zu findenden Nahrungsmittel, als daß die Erzeugung der letzter»durch die erster» bestimmt würde. Wo viele Nahrungsmittel leicht zu erhalten sind,da werden viel Menschen geboren. Da, wo die Industrie mit Hülfe einer günstigenNatur am leichtesten so viel Lebensmittel hervorbringt, als eine zahlreiche Familienöthig hat, da wachst die Bevölkerung am schnellsten, wenn sonst die geselligenEinrichtungen es nicht hindern. Wenn nun vollends die Mehrheit Ackerbau treibt,und es wenig Müßiggänger und unproductive Zehrer gibt, so wächst die Bevölke-rung daselbst in außerordentlichem Grade. In solchen Ländern verdoppelt sie sichnach Euler alle 12—13 Jahre. Die stärkste Vermehrung des Volks, die wir ingroßen Reichen kennen, findet in den nordamerikanischen Colonien statt, wo sichdie Bevölkerung bisher alle 25 Jahre verdoppelt hat. — Ist endlich alles gute Land
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