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Erster Band. A bis Bl.
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Bevölkerungspolitik

urbar gemacht, so datiert der rasche Fortschritt noch lange Zeit fort; denn die Tbei-,lung der Arbeit macht einer großen Anzahl Platz, welche sich mit Ackerbau garnicht^zu beschäftigen brauchen und dennoch vollaufLebenSmittel finden. Die Erfahrunglehrt nämlich, daß eine Familie, die sich mir Nichts als Ackerbau beschäftigt, durchCapital und Industrie es dahin bringen kann, das; sie außer den ihr nöthigen rohenProdukten und Nahrungsmitteln »och so viel davon durch ihre Arbeit auf ihremBoden kcrvorbringcn kann, daß 4 — 5 andre Familien damit versehen werden kön-1neu. Indem nun diese die am Ackerbau theilnehmenden Familien dafür mit Kunst-'producten und Diensten versehen und zugleich ihre Producte unter einander aus-'tauschen, so entsteht eine wohlhabende, mit einer großen Mannigfaltigkeit vonBe-!durfnißmikteln versehene Bevölkerung. Daß selbst diese allenthalben offene Quellsder Bevölkerung noch lange nicht erschöpft sei, zeigt die Erfahrung, indem es erst-,lich selbst in dem cultivirtesten Theile der Welt, d. h. in Europa , noch kein einzigesLand von bedeutendem Umfange gibt, wo nicht noch eine Menge urbar zu machen-^den Landes vorhanden wäre (in England allein noch 7 Mill. Acres), das nur der,Hände und der Wegschaffung politischer Hindernisse bedurfte, um Brot für noch'viel mehr Menschen zu geben, als jetzt darin wohnen. Noch weniger läßt sich er-messen, um wie viel die Producte durch vollkommenere Cultur des Bodens, durchEinführung und Erfindung nahrhafterer Fruchtarten u. s. w. vermehrt werden ken-nen, da die Erfahrung zeigt, daß schon jetzt Ackerstücke, die sonst den Samen kaumvierfach vergüteten, ihn bei einer vollkommener» Cultur 10 — 20fach wiedergeben,und wie viel mögen Maschinen und chemische Künste thun können, wenn Nochund Gewinnsucht das Genie der Menschen zu neuen Erfindungen noch mehr an-feuern. Endlich findet die Vermehrung der Bevölkerung noch eine große-Ltuhe indem Getreidebau solcher Länder, deren Boden noch lange nicht bewohnt genug ist,um die Nahrungsmittel, welche jährlich in denselben hervorgebracht werde», zuverzehren. Solche Länder sind stets bereit, jenen, welche an Getreide Mangelleiden, ihren Überfluß von Nahrungsmitteln gegen ihre Manufacrurwaaren zuzu-führen, da sie letztere nicht so wohlfeil und so vollkommen zu verfertigen verstehen,und die Nahrungsmittel von ihnen weit wohlfeiler erbaut werden, als in den Ma-nufacturlandcrn. Daß dieses richtig und für beide Arren von Völkern vorcheilhaftsei, erhellt daraus zur Genüge, daß selbst solche Völker, die noch genug Lebens-rnittel in ihrem Lande gewinne» könnten, wenn sie wollten (und es gibt kein Land,wo dieses nicht möglich wäre), doch lieber eine Menge Ländereien unbebaut liegenlassen oder die Cultur nicht so hoch treiben, als sie könnten, weil ihnen das aufdiese Art gewonnene Getreide theurer zu stehen kommen würde, als sie es von an-dern Ländern beziehen können. Lto lange es daher Länder giebt, wo woblfeilereSGetreide gebaut werden kann als in andern, und so lange dasselbe, selbst in deinLande, wo man seiner bedarf, die Transportkosten hinzugerechnet, wohlfeiler zustehen kommt, als man es im Lande selbst erzeugen kann, wird die Bevölkerungdes letzter» immerfort wachsen können, wenn es nur solche Manufacturproducteim Überfluß erzeugen kann, welche das Getreideland gern für seine» Überfluß ein-tauscht. Bewachtet man die vielen Wüsten auf der Erde, die ncch für zahlloseMillionen Lebensmittel zu liefern im Stande sind, und die sich selbst mitten incultivirten Ländern noch finden: so muß uns die Politik, welche anräth, der Bevöl-kerung entgegen zu arbeiten, aus Besorgnis, daß der neue Zuwachs aus Mangelan Nahrungsmitteln umkommen möchte, höchst lächerlich vorkommen. —Wasaber die Entstehung einer zu großen Bevölkerung an einzelnen Stellen der Erde be-trifft, so scheint es, daß eine gesunde Politik dabei Nichts zu thun habe als 1) keineAnstalten im Lande zu dulden oder zu begünstigen, wodurch der nutzlose Müßiggangernährt wird. Bettelei, Möuclwbum und Vagabundenwescn dürfen deßhalb sich kei-nes Schutze« im Staate erfreuen, und für den vornehmen Müßiggang dürfen keine