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Bibbiena
Bias
l- Zesltten seinen rhetorischen und philosophischen Cursus. Mathematikkunst vdschästic— -- - " -
Colleqium der^. ^
und Aeichnenkunst bdschäfngten ihn in der Folge. Seit 1680 studirte er in Padua Theologie, Mathematik und Physik, worin Montanari sein Lehrer war, die Ana-tomie, und mit Vorliebe die Botanik. Für die geistliche Laufbahn bestimmt, begaber sich nach Rom und studirte hier die Rechtswissenschaft, jedoch ohne seine Arbeitenüber die Experimentalphysik, die Mathematik unk Astronomie aufzugeben. Erverband sich mit den ausgezeichnetsten Gelehrten und vermehrte seine Kenntnisse 'durch das Griechische, Hebräische und Französische. Die Alterthümer wurden einHauptgegenstand seiner Beschäftigungen. Er brachte ganze Tage unter den altenDenkmäler» zu, befand sich bei allen Nachgrabungen, besuchte alle Museen undzeichnete mit ebenso viel Geschmack als Geschicklichkeit alte Denkmäler. Als nach >Innocenz XI. Tode der Cardinal Oktobern u. d. 9?. Alexander VIII . den päpstl.Stuhl bestieg, verlieh dieser dem B. eine reiche Pfründe und ernannte ihn jzum Aufseher und Bibliothekar seines Neffen, des Cardinals Pietro Ottoboni.,Papst Clemens XI. sehte diese Gunstbezeigungen fort und erwählte ihn zumSecretair der mit der Calenderverbefferung beschäftigten Commission. B. bekam iden Auftrag, in der Kirche Sk.-.Maria degli Angeli eine Mittagslinie zu ziehen ,und einen Sonnenzeiger zu errichten, und brachte diese schwere Arbeit, bei welcher jMaraldi ihm half, glücklich zu Stande. Auf einer Reise durch Frankreich , HolOland und England faste er die Idee, in Italien von einem Meere zum andern ;eine Mittagslinie nach dem Muster derjenigen zu ziehen, welche Cassini mittendurch Frankreich gezogen hatte. Er beschäftigte sich 8 I. auf seine Koste» damit;allein andre Arbeiten zerstreuten ihn, und dies Werk blieb unvollendet. Mit zweiwichtigen Schriften (1127 fg.), über die Venus und über Augusts Grabmal, be-schloß er seine Laufbahn. Er starb den 2. März 1729; sein Vaterland ließ ihm!in dem Dom zu Verona ein Denkmal errichten. Mit der auSgebreüetsten Gelehr- ?samkeit verband er Bescheidenheit und die gefälligsten Sitten. '
Bias, des Teutamus Sohn, geb. zu Priene, einer der vorzüglichsten,Städte IonienS, gegen das I. 570 vor Chr. Er war ein praktischer Weiser, stu- ^dirte vornehmlich die Gesehe seines Vaterlandes und wandte die dadurch erlangtenKenntnisse zum Nuhen seiner Freunde an, indem er für sie vor Gericht sprach,oder ihre Streitigkeiten als Schiedsrichter schlichtete. Bon seinen Glücksgüternmachte er einen ekeln Gebrauch. Da die Niederlage des Krösus und die EroberungLydiens von CyruS die Ionier sehr beunruhigte, welche einen Angriff des Siegersbesorgten, riech er ihnen, sich mit ihrem Eigenlhume einzuschiffen und sich aufSardinien niederzulassen; aber seine Meinung ward nicht befolgt, und nach ver-geblichem Widerstände wurden die Ionier von den Feldherren des Cvrus unterjocht.Die Einw. von Priene selbst, welches Mazares belagerte, beschlossen, mit ihrenKostbarkeiten die Stakt zu verlassen. Bei dieser Gelegenheit antwortete er einemseiner Mitbürger, der sich wunderte, daß er keine Anstalt zu seiner Abreise machte:,,Ich trage Alles bei mir". B. blieb in seinem Vaterlande, wo er in einem hohenAlter starb. Seine Landsleute bestatteten seinen Leichnam prachtvoll und ehrtensein Gedächtniß. Man führte von ihm eine Menge von Sittensprüchen und Lehr-sätzen an. Er ward zu den sieben Weisen Griechenlands gezählt.
Bibbiena (Fernando), Maler und Baumeister, erhielt von seinem VaterGiovann- Maria Galli , einem wenig ausgezeichneten Maler und Architekten, den
Namen Bibbiena nach dessen Geburrsstadk in Toscana . Der Sohn war 1657 zuBologna geboren und zeigte schon von Kindheit an die glücklichsten Anlagen für dieKunst. Carle Cignani (s. d.) leitete seine Studien. Die architektonischen Zeich-nungen und die Beschäftigung mit der Geometrie flößten ihm große Neigung für
die Architektur ein. Seine ersten Bauwerke fanden Beifall; dies bewog den Herzog