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Bibel
nein Werthe. Si^ist dcks Buch der Völker, weil sie die Schicksale eines VolkeszumSymbol für alle übrige ausstellt, seine Geschichte an die Entstehung des Welt»alls anknüpft und durch eine Stusenreihe geistiger und irdischer Entwickelungen bisin die entferntesten Regionen der unermeßlichen Ewigkeit hinausführt". „Auchliegt Jedem vor Augen, wie in beiden Abtheilungen dieses wichtigen Werkes dergeschichtliche Vertrag mit dem Lehrvortrag dergestalt innig verknüpft ist, daß einerdem andern aus» und nachhilft, wie vielleicht in keinem andern Buche". So wür-diget Gbrhe („Farbenlehre", 2. Bd., S. 138) die welthistorische Wichtigkeit undunendliche Anwendbarkeit zur Befriedigung der geistigen Bedürfnisse aller Völ-ker und Zeiten, welche die Bibel vor jedem andern Buche voraus hak. Betrachtenwir sie auch nur, wie dieser Schriftsteller, als Mittel zur Entwickelung des mensch-lichen Geistes, so werden wir uns überzeugen, daß alles Große, Edle und Wahre,was die Geschichte ausweisen und unsere Vernunft entdecken kann, in dem Geiste,der uns aus der Bibel anspricht, seine Bewährung vollendet sinket, und daß einMensch, nur an diesem Buche herangebildet, hinlängliche Fähigkeit erlangt, wasLeben und Wissenschaft ihm sonst noch geben mag, mit gesundem Menschensinneaufzufassen und gedeihlich anzuwenden. Noch viel höher steht die Bibel als Urkundeder wahren Religion. Zwar gab es wahre Religion, ehe die Bücher der Bibel ent-standen und gesammelt wurden. Auch ohne sie wußte Zsrael vom Einen Gott,dessen Vorschriften, Verheißungen und Warnungen es aus dem Munde seinerPropheten vernahm. Das Evangelium kani durch mündlichen Vorwog Zesu und^seiner Apostel an die Menschen und theilte sich noch lange nur in diesei Gestalt undangeknüpft an die Auslegung des Alten Testaments den christlichen Lehrern undGemeinden mit, während die Bücher des Neuen Testaments erst nach und nachniedergeschrieben und in Abschriften verbreitet wurden. Wir legen durch denWunsch, das Christenthum jener Gemeinden der ersten Jahrhunderte in seinerganze» Kraft und Lauterkeit unter uns erneuern zu können, das Geständnis; ab,derGeist Christi habe ihnen frischer, lebendiger und reiner ohne geschriebenes Zeug-niß beigewohnt, als der spätern Kirche, dir die Bibel ganz besaß. Dennoch gabdie Aufbewahrung derselben in den Zeiten der Ausartung der Christenheit, in denendie mündliche Überlieferung immer schwächer und unlauterer wurde, und Menschen-satzungen die sichtbare Kirche entstellten, noch allein Hoffnung der Rückkehr zumwahren Christemhume. Diese bahnten, durch die Bibel geweckt und geleitet, dieReformatoren im 16. Zahrh. an; aus der Bibel riefen sie den göttlichen Geist desUrchristenlhums wieder ins Leben und erklärten sie mit unbestreitbarem Rechte fürdie einzige Richtschnur des christlichen Glaubens. (Vgl. Protestant und Pro-testantismus.) Die mannigfaltigen Veränderungen der theologischen Systemewaren nur Proben verschiedenartiger Auffassung des mit sich selbst einigen christli-chen Geistes, der aus derBibel spricht, an ihr sich nährt und in ihr auch allein dieNorm ihres richtigen Verständnisses bildet. Sie wurde das Correcriv aller Ver-irrungen religiöser Begriffe und Empfindungen, die selbst durch den Abstich ihrerunerquicklichen Resultate vom wahre» Bedürfniß der Seelen zur Bibel zurückfüh-ren mußten. Seniler meinte, es würde uns Nichts von den Lehre» des Christen-thums abgehen, wenn auch die Bibel sich ganz aus unsern Händen verlöre, so in-nig habe ihr Geist die Gesetze, Wissenschaften, Verfassungen, Sitten und Em-psindungSlveisen, kurz alle Richtungen des geistigen Lebens der Christenheit durch-drungen. Aber nur zu stark wird dieseVleinung durch die Erfahrung widerlegt.Überall verliert sich der christliche Sinn, wo der Gebrauch der Bibel in Abnahmekommt, und sie muß wieder von allen Ständen als Hauptnahrung für Geist undHerz benutzt werden, damit aus ihr, der echten Quelle göttlicher W ahrheit, Er-kenntniß des Heils, Kraft zum Guten, Trost ini Leiden und Hoffnung im Todesich wieder über die Seelen ergieße. Um die Verbreitung guter und wohlfeiler Ab-