Bibelgesellschaften ^
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drücke der Bibel in deutscher Sprache hat sich die Canstcin'sche Bibelanstalt in Halleverdient gemacht. 31.
Bibelgesellschaften. Ein Geistlicher aus dem englischen FürstenthumWales, den zunächst der Mangel der wallisische» Bibel nach London führte, gabdie Veranlassung, daß am 7. März 1801 zu London die britische und ausländischeBibelgesellschaft gestiftet wurde. Bibelgesellschaft nannte sie sich, weil sie die Ver-breitung der Bibel zu ihrem Zwecke machte; britisch sollte sie sein, weil sie ihreWirksamkeit zunächst auf die Armen Großbritanniens richtete; aber auch auslän-disch, weil sie, so weit ihre Kräfte zureichen würden, Bibeln in allen Sprachen nachallen Gegenden der Welt zu liefern sich vorsetzte. Um denselben eine desto allgemei-nere Brauchbarkeit zu geben, sollten die von der Gesellschaft zu »ertheilenden Bibelnohne Zusätze und Erklärungen sein. Noch in demselben Jahre war die erste allge-meine Versammlung in London , welche den ihr vorgelegten Plan einmüthig an-nahm. Lord Teignmoulh ward bald darauf zu ihrem Präsidenten gewählt, undmehre Bischöfe, Lords und Parlamentsglieder nahmen die Stellen von Nicepräsi-denten an. Bis 1815 hatten sich in allen Theilen Großbritanniens 484 ähnlicheAnstalten gebildet und an die erstere als Muktergesellschaft angeschlossen, um diesemit Geldbeiträgen zu unterstützen und dagegen von ihr mit Bibeln versorgt zu wer-den. Außerdem bestehen noch viele Bibelgesellschaften unter den geringern VolkS-claffen, deren Glieder wöchentlich einen halben oder ganzen Penny erlegen, um sich,ihren Kindern oder noch Ännern eine Bibel zu verschaffen. Auch in Deutschland ,der Schweiz, Holland, Preußen, Rußland, Schweden, Dänemark , ja selbst inden übrigen Welttheilcn haben sich ähnliche Bibelgesellschaften gebildet, welche mitder englischen in Verbindung getreten sind. Der 17. Jahresbericht der britischenund ausländischen Bibelgesellschaft zu London vom 2. Mai 1821 meldete, daß siesich mit dem Drucke der Übersetzung der Bibel in folgenden sprachen beschäftigt:1) Sanskrit, besorgt von dem Baptistenprediger Dr. Carey zu Serampore in Ost-indien, wo diese Übersetzung auch gedruckt wird. 2) Türkisch, erst von Diez, nunvon Kiefer in Paris besorgt, welcher auch eine türkischeBibel mit griechischeräLchriftfür die Griechen in der Türkei redigirt. 3) Chinesisch, von Morrison und Milne,jetzt revidirt von Rämusat in Paris. 4) die Sprache der Gesellschaftsinseln , in deran 3000 Eyempl. des Evangeliums Lucä bereits zu Otahaiti vertheilt sind. Außerdiesen neuen Übersetzungen vertreibt die britische Bibelgesellschaft noch viele andreÜbersetzungen einzelner biblischer Bücher oder ganzer Neuer Testamente in mehr als50 Sprachen und Mundarten der Völker von Mittel- und Ostasien, von Calcutta und Madras aus, in den Sprachen der Levante und des nördlichen Afrika , vonSmyrna, Malta und andern Depots am mittelländischen Meere (z. B. arabische,syrische, tatarische, äthiopische in 2 Dialekten u. s. w.) aus, und unterstütztsämmtliche Bibelgesellschaften des Comments von Europa . Sie unterhält Agen-ten fast in allen Theilen der bewohnten Erde, die auf ihre Kosten reisen, um dieschicklichsten Wege der Bibelverbreitung auszumitteln, geschickte ^Üebersetzer undHandschriften älterer Übersetzungen für ihre Zwecke zu gewinnen. Lo erwarb Pin-kerton jüngst in Paris für sie fertige Übersetzungen der Bübel in nordasiakischen undtibetanischen Mundarten nebst den dazu gehörigen Schriftformen, welche aus denArchiven der Propaganda zu Rom unter Ichpoleon nach Frankreich gebracht wur-den. Auch an dem Drucke des serbischen Neuen Testaments in Leipzig hat sie An-theil. Die schwerste Übersetzung war die in die Sprache der Eskimos. — Die jähr-liche, durch ihre Einnahmen vollkommen gedeckte Ausgabe, die sie auf diese allge-meine Bibelverbreitung verwendet, beträgt an 500,000 Thaler. Schon in denZ. 1814 — 21 hatte sie 3,201,978 Bibeln, Neue Testamente^oder einzelnebiblische Bücher in mehr als hundert verschiedenen Ausgaben und sprachen oderDialekten vertheilt. Dabei sind die Vertheilungen selbständiger Töchtergesellschaf-
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