Biber
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zugeführt. In Nordamerika wirkt seit 1816 eine große amerikanische Bibelgesell-schaft mit ihre» Töchtern, jetzt 2lN, die auch Lüdamerika m'it spanischen Bibelnversorgen und in stetem Wachsthum begriffen sind. Die Colonien wetteifern fürdieft Sache; auch Haiti hat dazu die Hände geboren, und die Eskimos auf Labra-dor lesen schon die Apostelgeschichte in ihrerSprache. Ein gleicher, weit wirkenderEifer für die Verbreitung der Bibel regt sich im südlichen Afrika und in Ostindien,wo mehre Druckereien Bibeln in den Landessprachen liefern; selbst die Inseln ander Ostseite Asiens werten nicht übersehen. In den Niederlanden bemerkt maneine brüderliche Vereinigung der verschiedenen Confessionen für diesen Zweck, dieauch in andern Ländern von gemischter Religion durch das Zusammentreten der Bi-belgesellschaften bewirkt worden ist. Sie tragen überhaupt viel dazu bei, unterChristen von allen Parteien das Gefühl ihrer Gemeinschaft in den wichtigsten Über-zeugungen anzuregen. Was dadurch sowol unter den Völkern der Christenheit,als unter den Heiden, die das Christenthum auf diesem Wege kennen lernen, anrichtiger Religionserkenntniß, Frömmigkeit und Verbesserung der Sitten gewonnenwerden kann, übersteigt alle Berechnung. In der Geschichte der sittlichen und reli-giösen Bildung des Menschengeschlechts muß eine so weit umfassende Verbreitungder Bibel Epoche machen, da schon ihre Übersetzung in Sprachen, denen bisheralle Literatur, ja meistentheils auch die Schreibekunst fehlte, eine höchst bedeutendewelthistorische Wichtigkeit hat. Die Bibelgesellschaften binden sich an das Funda-mentalgesetz, die Bibel ohne Abänderung kirchlich geltender Übersetzungen und ohneAnmerkungen auszugeben, was allerdings Zwiespalt und störende Einseitigkeit ambesten von dieser Sache der ganzen Christenheit abzuhalten im Staude ist. Ob aberwol überall der Sinn in der Übersetzung richtig getroffen ist? Und ob nicht die ro-hen Völker wunderliche Vorstellungen damit verbinden werden, so lange es ihnenan Schulen und Predigern fehlt? — Die durch die Bibel gewonnenen neuen Chri-sten sind größtentheils Schüler der evanzel. Missionnaire (vgl. Missionen), folg-lich gehören sie zu der protestantischen Kirche, in welche das Bibellesen wol auchKatholiken hinüber führen könnte. — Alle Feinde der Bibel sind auch Gegner derBibelgesellschaften; man darf aber nicht umgekehrt schließen. Indeß läßt eine jetztvon neuem bestätigte Erfahrung nicht bezweifeln, daß die innere Kraft des göttlichenWortes unaufhaltsam fortfahren wird, den Legen der ewigen Wahrheit über dieganze bewohnte Erde zu verbreiten. k.'.
Biber. Dieses kunstreiche Thier findet nian in Europa fast überall anSeen und an Flüssen, welche weite Wälder durchströmen, wie in Preußen, Polen ,Oberbaiern, an der Elbe u. s. w. Es sieht einer Wasserratte ähnlich, hat aber dieGröße eines Hundes. Von seiner Kunstfertigkeit im Bauen wird vielfach erzählt,daß in Canada , wo die Biber häufig leben, sich oft mehre Hunderte zu einem ge-meinschaftlichen Baue vereinigten, Bäume fällten und in die Erde schlügen, mitZweigen turchssöchken und so einen Damm zu Stande brächten. In diesem Dammeerbaue sieb jeder eine Wohnung von mehren Gemächern und 3 Stockwerk Höhe,belege die Fußböden mit Moos, glätte die Wände u. s. w. ; dabei rühmte manihre Ordnungsliebe, Unterwürfigkeit und Pünktlichkeit, gab ihnen einen Rath undPräsidenten u. s. w. Allein ein neuerer englischer Reisebeschreiber, Hearne, derviele Biberbaue untersucht hat, will von solcher Kunstfertigkeit nichts bemerkt ha-ben. Sie leben in Uferhöhlen und richten sich, wie jedes Thier, dieselben bequemzur Wohnung ein. Das Fleisch des Bibers wird gegessen, als lecker wird abersein Schwanz betrachtet, der dick, fett und sischariig ist. Die Biberfelle ge-ben ein treffliches Pelzwerk, besonders werde» die Haare zu Huten verwandt, die,nach dem lateinischen Namen des Thieres, Castorhüre genannt werden. DasBibergeil, eine ölige Feuchtigkeit, die sich in eignen Drüsen bei dem Thieresammelt, wird als ein kranipfstillendes Mittel gebraucht.