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Erster Band. A bis Bl.
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874
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874 Bibjiophilie Bibliothekar j

wohnlich von rother Farbe: eine Sitte, die man schon in frühern Drucken, nament-lich in den bei «tephanus erschienenen, findet. Das ehemals sehr übliche Illumi-niren der Kupfer ist dagegen, wenn es nicht derInhalt derselben nothwendig macht j(z. B. bei naturhistorischen oder das Costum betreffenden Werken), jetzt abgekom-men, weil die Farben die Kunst des Grabstichels verbergen. Daher werden auch'z. B. illum. Exemplare von Dürer'schen Holzschnitten weniger geschätzt als solche,denen man ihre ursprüngliche Gestalt gelassen hat. Wie groß indessen auch dieMenge der künstlichsten Erfindungen, durch welche immer ein Biblioman den an-dern zu übertreffen suchte, sein mag, so waren sie doch fast alle erschöpft, bis manendlich auf den sublimen Einfall gerieth, manche Werke durch Hinzufügung vonKupferstichen, welche zwar den Text des Buchs erläutern, übrigens aber nicht im'mindesten zu demselben gehören, zu bereichern, und so sich auf diese Art einzige iExemplare zu verschaffen. So bietet Longman inLondonein solche iüustr.-Uccl oop/von dem sonst ganz gewöhnlichen „liic>grnpbi(.'»> <licti»».irv »> ii>> tlie en^r.iveii", !von Ioh. Strutt (Lond. 1785 — 86, 2 Bde., 4.), aus, welche bis zu 37 Groß-Foliobdn. angeschwellt ist und nicht weniger als 2000 Pf. St. kosten soll; auchdie dresdner Bibliothek verwahrt aus früherer Zeit ein ähnliches Exemplar vonBuddeuS'S „Historischem Lexikon". Unter den Versteigerungen, in welchen sich dieAusschweifungen der Bibliomanen besonders zeigten, behauptet die der Bibliothekdes Herzogs v. Roxburgh zu London , 1812, einen Rang, der ihr nie wird streitiggemacht werden können. Alles wurde in derselben mit fast unglaublichen Preisenbezahlt (es ist bekannt, daß die erste bei Valdarfer 1471 erschienene AuSg. desBocraccio um 2260 Pf. St. wegging), und zu ihrem Andenken ward im folg.Jahre ein Bibliomanio-Roxburgh-Tlubb gestiftet, dessen Präsident Lord Spencerist, und der sich jährlich am 13. Juli, dem Jahrestage des Verkaufs des Boccaccio,in der St.-AlbanS Tavern versammelt. E« bedarf wol keines wettern Beweises,daß in der Bibliomanie, die ihre erste kunstmäßige Ausbildung gegen das Ende des17. Jahrh, in Holland erhielt, die Engländer jetzt einen Rang behaupten, den iihnen weder die Franzosen noch Italiener, und noch weniger die kleine Zahl von >Sammlern im Süden von Deutschland streitig zu machen vermögen. Zu gleicher 1Zeit haben sie auch das freilich etwas zweideutige Verdienst, in Th. Frognall !Dibdin'g „Libliomanis or booli nnicliikiü" (London 1811, womit desselben !„IZUiIic>Ar,ip1i'i<-.il Oeoamernn", Lond . 1817, 3 Bde., zu verbinden ist) die son-derbarsten Einfälle, auf welche ein reicher Sammler nur immer gerathen kann, inein System gebracht zu haben. ^—».

Bibliophilie, Bücherliebe. Dieses iWort dient zur allgemeinen Be-zeichnung Dessen, was die Franzosen als Eigenschaft der mnaieur-i, die Engländerder tnbl'ivrn.iiics verstehen. (L>. d. vor. A.)

Bibliothekar kann nur Derjenige mit Ehren genannt werden, der mitgründlichen und umfassenden Sprach-und Such- (vorzüglich literarischcn undhistorischen) Kenntnissen versehen, von unermüdlichem Fleiße und strenger Ord-nungsliebe belebt, von echt praktischem Sinne und Geiste für das höhere GeschäftS-leben durchdrungen und mit historischer Unbefangenheit und Ruhe ebenso sehr derVergangenheit als der Gegenwart lebend, beiden Theilen der Bibliothekswissen-schaft, der Einrichtung« - wie der Verwaltungskunde, im Ganzen wie im Einzelnengenügend zu entsprechen vermag. Nur ein entschiedener innerer Beruf und einemehrjährige und gewissenhafte theoretische und praktische Vorbereitung (über ihreStufenfolge s. „Die Bildung des Bibliothekars", von F. A. Ebert, 2.Aufl., Lpz.1820) kann zur würdigen Erreichung dieses bei weitem nicht nach seiner ganzenWichtigkeit erkannten Zieles führen. Denn es ist endlich Zeit einzusehen, daß dieBibliotheken keineswegs todte Rüstkammern, sondern in ihrer Art ganz Dasselbesein sollen, was Universitäten und schulen in der ihrigen sind — in voller Kraft