Band 
Erster Band. A bis Bl.
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875
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Bibliotheken . 875

sich regende und (wenigstens in ihrem nächsten Kreise) nach allen Seiten hin wohl-thätig spendende Bildungsanstalten. Die königl. Bibliothek zu Paris ist dies, wienie eine deutsche es war. Desto größer aber ist die Verbindlichkeit der Oberbehördendeutscher Bibliotheken, künftig keinen Bibliothekar ohne strenge Prüfung anzustel-len, sein Amt nicht mehr zu einer Sinecure oder Versorgung unbrauchbarer Sub-jecte herabzuwürdigen, ihm durch einen angemessenen Gehalt das eingetheilte Hin-geben an seinen schweren Beruf möglich zu machen und ihn endlich nicht als ge-wöhnlichen Officianten, sondern mit derjenigen Achtung und dem Vertrauen zubehandeln, welches jedem gründlichen und vielseitig gebildeten Gelehrten gebührt.(S. Bibliotheken.) 52.

Bibliotheken. Die älteste Bibliothek wird fabelhafterweise dem ägyp-tischen Könige Osymandyas zu Memphis zugeschrieben. Unter den Griechen legtePisistratuS zu Athen zuerst eine Bibliothek an, welche Perxes nach Perssen abführen,SelcucuS Nicanor aber wieder nach Athen zurückbringen ließ. Am berühmtestenwar im Alterthum die Alexandrinische Bibliothek. (Dgl. Alexandria .) NachRom brachten die ersten Bibliotheken ÄmiliuSPaulus und LuculluS alsKriegSbeute."Die erste öffentliche Bibliothek stiftete AstniuS Pollio, auch aus gemachter Beute.Eine sehr bedeutende Bibliothek legte Julius Cäsar an und übergab die Einrich-tung dem gelehrten Varro. August stiftete 2 Bibliotheken, von denen die eine l'-O.i-tiiia hieß, weil sie im Tempel des Apollo auf dem palatinischen Hügel stand, dieandre sich im PorticuS der Ockavia befand und daher (><->:,vluuu hieß. Nero'SBrand richtete mehre Bibliotheken zu Grunde. Domitian ließ sie wiederherstellen.Trojan legte eine sehr berühmte Bibliothek an. PubliuS Victor zählt 28 öffent-liche Bibliotheken in Rom ; außerdem gab es große Privarbibliotheken. DieseSchätze wurden zerstört oder verstreut, theils durch die verwüstenden Völkerwan-derungen, theils durch die Bilderstürmer.— Im 9. und 11. Iabrh. wurden durchden weisen oströmischen KaiserBasilius Macedo und durch die gelehrteKomnenischeKaiserfamilie mehre Büchersammlungen, besonders in den Klöstern auf den Inselndes Archipelagus und aufdem Berge ÄthoS, angelegt. Die Araber hatten zu Alexan-dria eine ansehnliche Bibliothek von arabischen Büchern. Al Mamun ließ auchviele griech. Codices aufkaufen und nach Bagdad bringen. Im Occident wurdenvorzüglich seit der zweiten Hälfte des 8. Jahrh, auf Karls des Gr. ErmunterungBibliotheken angelegt. In Frankreich war eine der berühmtesten in der Abtei St.-Germain de Präs zu Paris; in Deutschland die Bibliotheken zu Fulda , Korvey,und seit dem 11. Jahrh. zuHirschau. InSpanien hakten dieAraber im 12. Jahrh.70 öffentliche Bibliotheken, wovon diezuCordova 250,000Bte. enthielt. Auchin England und Italien wurden mit großem Eifer Büchersanmilungen angelegt,namentlich von Richard Aungervyle, Petrarca, Boccaccio u. A. Nach Erfindungder Buchdruckerkunst konnte dies leichter und mit mindern Koste» geschehen. Nico-lauS V. gründete die Vaticanbibliothek, der Cardinal Beffarion vermachte seinetreffliche Bibliothek der Marcuskirche zu Venedig . Man lese Petit-Radel'sintereffgitte „I'x'cberclie! ,ur Icz I,iOlio>b<'g»e,>> ,iunü'»,ie- «0 »>,»!,'> ftu>gu'a l.-, I'>»»!.-,titu> cle !-> Ii!I>!. >1-17-Ni„r" (Paris 1819). Die berühmtesten Bi-bliotheken der neuern Zeit sind: die königl. Bibliothek zu Paris über 350,000 ge-druckte Bücher und 70,000 Handschriften), die Cenrralhofbiblwthek zu München (über 400,090 gedruckte Biicher und 9000 Handschr.), die kaiserl. zu Petersburg (300,000 Bücher und 11,000 Handschr.), die kaiserl. zu Wien (300,000 Bücherund 12,000 Handschr.), die akademische zu Göttingen (gegen 300,000 Bücher),die königl. zu Dresden (wenigstens 220,000 gedruckte Bücher, 150,000 Disser-tationen und kleine Schriften nicht gerechnet, und 2700 Handschr.), die königl.zu Kopenhagen (180,000 Bücher und 3000 Handschr.), im Escuriak (130,000Bde. und treffliche arabische Handschr.), die königl. zu Berlin (180,000 Bde. und