876 Biblische, Alterthmnskunde Bicetre ^
7000 Handschr.), die akademische zu Prag (130,000 Bde. und 8000 Handschr.), die.königl. in Stuttgart (110,000 Bde.), die vaticanische zu Rom (30,000 Bücher und i40,000 Handschr.). In Eirgland sind die beiden größten Bibliotheken die Bodlejani-1sche in Opford (500,000 Bdn. und 30,000 Handschr.) und die Bibliothek des briti-jscheu Museuni? zu London (150,000 Bücher und gegen 60,000 Handschr.). j
Biblische Alterthumskunde oder Llrchäologie, die Wissenschaft,welche die Verfassung, die Sitten und Gebrauche theil? de? jüdischen Volk?, theilsder frühesten christlichen Kirche, folglich die biblischen Alterthümer (Antiguitäten)beschreibt. Die bürgerlichen Verhältnisse, die gottesdiensilichen Einrichtungen, dieGewohnheiten de? häuslichen Lebens, die heiligen Orte, die Trachten und die Ge^räthschasten und andre Dinge de? äußern Lebens machen den Gegenstand dieserWissenschaft aus. Die biblischen Alterthümer sind theils jütische, theil? christliche.Die Duellen der erstern sind da? Alke Testament, beschriften desIosephuS undde? Philo und der Talmud, nebst den Schriften der Rabbinen. Doch muß man'den Talmud und die Schriften der Rabbinen mit großer Vorsicht gebrauchen, wennman nicht die Sitten der spätern Zeit auf die frühere Zeit übertragen will. DieQuellen der christl. Alterthümer sind das Neue Testament und die Schriften der^Däter, welche bald nach den Zeiten der Apostel lebten und schrieben. Ohne dieKenntniß der Sitten und Gebräuche eines Volkes bleiben viele Stellen seiner^Schriftsteller, in denen darauf angespielt wird, unverständlich, und es ist daher,dem Schriftausleger die Kenntniß der biblischen Antiguiräten unentbehrlich. Unterden neuern Schriftstellern, welche über die jüdischen Alterthümer geschrieben haben,sind besonders Voland, Ioh. Simonis, Ernst Aug. Schulz, Georg Loren; Bauer,Warnekros und Ioh. Zahn zu bemerken. Über die christlichen Alterthümer rindetman theils in den Commentaren über das N. Test., theils bei den Kirchenhistori-kern den nöthigen Unterricht. >.
Biblische Erdkunde ist die Wissenschaft, welche die natürliche Be»ischaffenheit und die Verfassung derLänder kennen lehrt, die der Schauplatz derheiligen Geschichte, d. h. theils der Begebenheiten des jüdischen Volks, theils derersten Pfianzung des Christenthums gewesen sind. E ie beschreibt Palästina, gibtaber zugleich von den an Palästina grenzenden asiatischen Ländern und von den Pro«'vinzen des römischen Reichs Nachricht, in die das Christenthum während das apo-'Mischen Zeitalters Eingang fand. Die Duelle dieser Wissenschaft sind die heiligenBücher selbst, die Schriften des Zosephus, die geograph. Schriftsteller der altenWelt, Strabo , PtolemäuSund PomponiusMela,undein „<>>»,nn>8tiac»i >nl>in,net lororuni -iuripturac 8.", welches derBischofvonCäsarea, EusebiuS, im 4. Jahrh,in griech. Sprache schrieb und Hieronymus ins Lat. übersetzte. Unter den neuernGelehrten, welche diese für den eschriftausleger höchst wichtige Wissenschaft bear-beitet haben, werden die Werke von Bachiene, Wells und dem Holländer Psbrandvon Hamelsfeld geschätzt. (Dgl. Geographie.) bi.
BiblischesChristenthum nennt man diejenige Auffassung der christ-lichen Religion, die sich allein an den religiösen Inhalt der heil. Schrift bindet, undvon Lehren, die darin nicht begründet sind, nichts wissen will. BibelchristenoderBiblistcn sind daher solche Christen, die ihre» Glauben allein auf die Bibelgründen. Unter den Protestanten, die von demselben Grundsätze ausgehen, kön-nen sie keine Spaltungen veranlassen, wol aber in der kathol. Kirche, deren Lehrenkeineswegs durchgängig durch die Bibel bestätigt werden, ja oft mir dem Geisteder Bibel im Widerspruch stehen. Die Thätigkeit der Bibelgesellschaften kann vielzur Vermehrung dieser Classe von Christen beitragen; doch ist zu wünschen, daßdem Verständniß der Bibel überall durch einsichtsvolle und christlich gesinnte Lehrernachgeholfen werde. 31.
Bicütre, in der Nahe von Paris , schloß und Dorf, dessen Lage auf einem