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Erster Band. A bis Bl.
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878 Bienen Bienenrecht

erst 1788 durch einen gewissen Becker zum bequemen Besuchen eingerichtet, welcherdafür von der Kammer in Blankenburg das Privilegium erhielt, sie allein zeigen zudürfen. Auf dem Bielstein wurde ehemals der Götze Biel verehrt. Sobald manden Rasen abstößt, kommt das Mauerwerk hervor, welches die Ebene des Stand«orts des Götzen befestigt hat. Hinter ihm findet man noch die Grundmauern vonder ehemaligen Priesterwohnung.

Bienen. Dies« durch Kunsttrieb, Ordnungsliebe und Fleiß so merkwür-digen Insekten sind von den Menschen früh unter die HauSkhiere versetzt worden.In Polen, Rußland und in vielen andern Ländern trifft man sie auch noch wild.Die wildenBienen, die in Baumhöhlen Hausen, sind rauher, dickerund schwärzerals die zahmen. Der Haushalt der Bienen ist bewunderungswürdig; indeß sind dieBeobachtungen über viele Eigenthümlichkeiten derselben noch sehr widersprechend.Die Bienen leben in zahlreicher Gesellschaft zusammen, die man Schwärm nenntund aus ungefähr 20,000 Arbeitsbienen oder Geschlechtslosen, aus 1600 Droh- znen oder männlichen Bienen und einem Weibchen, welches man Königin oder !Weisel nennt, besteht. Die Arbeitsbienen sind die kleinsten; sie bilden den Staat, ibauen regelmäßig genau die Zellen, sammeln Wachs und Honig und nähren die 'Brüt. Die Zellen sind aus Wachs verfertigt und dienen theils zur Aufbewahrung 'des Honigs, theils zur Zeitigung der Brüt. In einem Stocke befinden sich ge-wöhnlich 50,000 Zellen. Den Stoff zum Honig holen die Bienen aus dem Nektarder Blumen zusammen. Den Honigstoff verschlucken sie, bereiten ihn im Magenzum wirklichen Honig und geben ihn dann in den Zellen von sich. Den Wachsstoff ^holen sie ebenfalls als Blüthenstaub aus den Blumen und bringen ihn nach Hause,indem sie denselben an ihre ausgehöhlten Hinterbeine kleben. Zu Hause wird der iStaub angefeuchtet, durchknetet und zu Wachs verarbeitet. Die Drohnen sind ^größer als die Arbeitsbienen, haben aber keinen «Ltachcl; ihre Bestimmung scheintnur die Befruchtung der Königin zu sein. Kurz darauf sterben sie, oder werden,wie Einige behaupten, von den Werkbienen umgebracht. Die Königin ist dieSeele deS>Lchwarms; neben ihr wird keine zweite geduldet; entstehen bei einerBrüt mehre, so bilden sie entweder mit ihrem Anhange neue Schwärme und wan-dern aus, oder werden umgebracht. Regelmäßig entwickelt sich alle Jahre einneuer Schwärm, trennen sich aber 2 oder gar 3, so ist dies von keinem Vor-theile, weil die Schwärme dann zu schwach werden. Die Königin ist größer alsdie übrigen Bienen, doch nicht so groß als die Drohnen; ihre Bestimmung ist, dasGeschlecht fortzupflanzen. Sie legt in jede Zelle ein Ei, welches dann, wenn eSsich entwickelt, von den Arbeitsbienen gepflegt wird. Alle Bienen zeigen großeZuneigung gegen sie, und der ganze Schwärm zerstreut sich oder stirbt, wenn siedurch einen Zufall umkommt. Doch wollen einige Naturforscher beobachtet habtn,daß sie sich zuweilen eine neue Königin verschaffen; sie erweitern nämlich eine ge-wöhnliche Zelle, pflegen die darin befindliche Brüt mit Sorgfalt, und so entwickeltsich daraus eine neue Herrscherin. S.Bonnet's „Betrachtungen über die Natur",Struve'S „Prakt. Anleitung zur Bienenzucht", Lehnke'S „Bienenzucht" und Un-hoch's „Anleitung zur Kenntniß und Behandlung der Bienen", 3 Thle. (Wien 1824). — Bekannt ist das kleine, treffliche italienische Gedicht von dem FlorentinerGiov. Rucellai (starb 1526 zu Rom ): „Die Bienen". Es erschien zuerst 1530.

Bienenrecht, der Inbegriff der zum Besten der Bienenzucht erlassenenlandesherrlichen und obrigkeitlichen Gesetze und das darin gegründete Recht. DieBienen werden nach dem römischen Recht zu den wilden Thieren, nach dem altenSachsenrechte zu den Gewürmen, und nach verschiedenen Provinzialgesetzen zudem gezähmten Viehe gezählt, oder dem Geflügel angereiht. Auf seinem Eigenthumist Jeder Bienen zu halten befugt, insofern den Nachbarn dadurch kein wesentlicherSchaden Zugefügt wird, oder von Andern ein Verbietungsrccht gezeigt werden