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Biester j
Biere sind mir im Frühlinge, und bald nachdem sie gebraut morden, gut undsowol Gesunde» als Kranken heilsam. Gut bereitet, gehörig mit Hopfen gebraut,klar, von goldgelber Farbe und leicht schäumend, sind sie säst für Jedermann einüberaus gesundes, dem Magen zuträgliches, Durst stillendes Getränk. Manempfiehlt sie in Nierenkrankheiten; auch scheinen sie der Eteinkrankheit entgegen-zuwirken; denn dieses Übel ist in den Ländern, wo Bier getrunken wird, vielweniger verbreitet als in den Weinländern. Die leichten Biere mit wenigem Ho-lpfen sind ebenfalls Denen zu empfehlen, die zur Schwindsucht Anlage haben, undbesonders Denen, die von trockenem und gallichtem, oder sanguinischem und reiz-barem Temperament sind; fie stillen den entzündlichen Zustand, wenn die Krank-heit einen gewissen Grad erreicht hat, oder beugen ihr im Entstehen vor. Zu denstarken oder schweren Bieren gehören mehre Braun - und diesen ähnliche Weißbiere,zu welchen die Bestandtheile in starken Masten genommen werden; dann aber diegeistigen Biere, die eine vollständigere Gährung und Kochung durchgegangen sindund sich länger hallen. Die erste Abtheilung enthält die schädlichsten Weiß- und,Braunbiersorten, welche trübe, aus schlecht bereiterem Malze verfertigt, schlechtgebraut sind, oder nicht hinlänglich gegohren haben. >Lie verursachen, zumaljung, Kolli:», Blähungen, Harnzwang u. dgl. Doch verlieren sie diese schädli-,chen Eigenschaften, wenn sie einige Zeit auf den: Fasse gelegen und die Hefen ab-gestoßen haben. Ein andrer Nachtheil dieser Biere, den sie selbst für Diejenigenhaben, die sie gut verdauen, besteht darin, daß sie die Werkzeuge des Unterleibeserschlaffen, die Eingeweide verschleimen oder eine übermäßige Entwickelung der!zellichten Fetthaur bewirken. Zn die zweite Abtheilung gehören die starken geisti-gen Biere, in welchen die Stoffe gut verbunden sind, und welche lange genug geükocht und gegohren haben. Sie haben nicht jene nachkheiligen Folgen und sindebenso berauschend und noch nahrhafter als der Wein, den sie sehr gut ersetzen.Dahin gehört vorzüglich der englische Porter, dessen berauschende Kraft übrigens/wenn er, wie in England gewöhnlich, vom Fasse getrunken wird, nur gering ist,und der auch in mehren Krankheiten mipNutzen angewendet wird. In Ägypten führte die stanz. Expedition die Bierbrauerei ein, und nach neuern Nachrichten gehtdort noch jetzt die Bierbrauerei fort. >
Biester (Johann Erich), erster Bibliothekar an der königl. Bibliothek zu!Berlin , geb. den 17.Nov. 1749 zuLubeck, wo sein Vater ein wohlhabender SeidenrzHändler war, zeigte früh Neigung für Sprachen. Nachdem er auf dem Gymnasiumseiner Vaterstadt, untSrLdverbcck's Leitung, einen guten Grund gelegt, studine er umGöltingen die Rechte. Allein seine Lieblingssächer bliebe,iLiterarurgcschichte, Spra-chen, Kritik, Geschichte. Hn seiner Vaterstadt begann er die juristische Praxis undarbeitete nebenbei an der „Rostockschen gelehrten Zeitung", nachher an der „Allge-meinen deutschen Bibliothek". 1773 ging er nach Büßow als Privatkocent an derHochschule, lehrte Sprachen, Geschichte und sogenannte schöne Wissenschaften undward 1774 l>r. der Rechte. 1775 legre er sein Amt nieder, machte eine Reise nachBerlin, hielt sich dann in Mecklenburg und Lübeck auf und wurde 1777 zu BerlinPrivatsecrerair bei dem die Künste u. Wissenschaften eifrig befördernden Minister v.Zedlitz. Als Haus - u. Tischgencsse dieses eteln Mäcen kam er mit den ausgezeichnet-sten Männern Berlins u. des Auslandes in Berührung. Am innigsiew verband ersich mitGedike. Sie unternahmen 1785 gemeinschaftlich die „Berlinische Monats-schrift", welche vornehmlich dureb B.'S Thätigkeit u. Verbindungen eine der gehalt-vollsten Zeitschriften wurde, welche damals erschienen, und die er von 1791 an alleinfortsetzte. Auch übersetzte er „Anacharsis's Reisen " mitbesond.Anmerk. 1784 warder von Friedrich II. zum Bibliothekar an der königl. Bibliothek ernannt. Zn diesemAmre erwarb er sich bedeutende Verdienste. Er ordnete die Bibliothek, öffnete siedem allgemeinen Gebrauche und sah sie aus seine Vorschläge vielfach bereichert. Der