Band 
Erster Band. A bis Bl.
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881
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Biövre Bignon- 881

jetzige König, der sie mit der Akademie verband, ernannte B. 1798 zum Mit-gliede dieser Anstalt. Erstarb 1818.

Bievre (Marquis v.), Marschall, geb. 1747, diente unter dem Corpsder Musketiere, einer adeligen Leibgarde der Könige von Frankreich , und erwarbsich einen Namen durch seine witzigen Antworten und Calembourgs. Nachdemer verschiedene Unterhaltungsschriften herausgegeben hatte, brachte er 1783 „1,«seäucteni", ein Lustsp. in Versen, auf die Bühne, welches sich auf dem Reper-torium erhalten hat, wicwol das Stück in Plan und Ausführung schlecht ist. Einandres Lustsp. von ihm: „l.e; reput-itions", ist nach der ersten Aufführung ver-schwunden. Als er Ludwig XV. vorgestellt ward, äußerte dieser den Wunsch,einen Calembourg von ihm zu hören. „Ilonnee.-inoi u» sujet, Ni«-", sagteB. — „küites-e» UII 8ur inoi". — „Nie, le roi li'ert P.IS u» 5>ijel", wardie witzige Zlnkwort B.'s. 1789 war er nach Spaa zur Wiederherstellung sei-ner Gesundheit gegangen und starb daselbst. „>Ie5 nmi»", sagte er sterbend, „jem'en vsis lle ce pas" (cle 8p>s). Man hat mehre Schriften von ihm, u. a. einen„Xlmanac cler ealenibour^s". Auch gibt es eine Sammlung seiner Wltzspiele:„6iävi

Bigamie, die in den Gesetzen verbotene Ehe mit zwei Personen zu gleicherZeit (bi^. simultane.-,). Vormals bestrafte man sie in christlichen Landern mit demTode, letzt mit den Strafen des Ehebruchs; in Frankreich mit Pranger undGaleeren.

Bignon (Louis Edouard), geb. 1771 zu Meilleraye, im Depart. derNie-derseine, studirte zu Paris im College Lisieux und bekannte sich schon 1789 zu denGrundsätzen der Constitution, wurde aber 1793 geächtet, weil er ein Feind allergewaltsamen Maßregeln war. Er ging daher zur Armee. 1797 trat er in dasdiplomatische Fach. In Berlin , wo ihm die königliche Familie viel Huld erwies,befand er sich 1801 fg. als Legationssecretair, und 1802 und 1803 als Geschäfts-träger. Don 1803 — 6 war er bevollmächtiger Minister ant kasseler Hofe, woer noch am Tage vor der Schlacht bei Jena dem Kurft'irsten einen Neutralitäts-(oder Allianz-?) Vertrag mit Frankreich vorschlug, den aber der Kurfürst ablehnte.Nach dem Einrücken der franz. Truppen in Berlin wurde er zum kaiserl. Commisiairbei den preuß. Behörden ernannt. Hierauf leitete er die allgemeine Verwaltung derDomainen und Finanzen in den besetzten Ländern bis zuEnde 1808. Er versichert,bei diesem harten Geschäft so viel Milde als möglich gezeigt und mehre Beweise desDankes noch in der Folge erhalten zu haben. 1809 war er bevollmächtiger Mini-ster bei dem Großherzog von Baden, als ihn ein kaiserl. Decret aus Schönbrunn zum Generaladministrator in Östreich ernannte. Dann erhielt er eine schwierigeSendung mit geheimen Aufträgen nach Warschau , wo er fast 3 Zahle blieb.Bei der Eröffnung des Feldzuges 1812 trat Herr de Pradt an seine Stelle; erwurde zum kaiserlichen Commisiair bei der provisorischen Regierung in Wilna er-nannt. Nach dem Rückzüge aus Moskau aber löste er den Herrn de Pradt in demGesandrschastsposten zu Warschau wieder ab. Hier gelang es ihm und dem FürstenPoniatowski, den Rückzug des östreich. Bundesheeres unter demFürstenSchwar-zenberg, dann unter dem General Frimont, 4 Monate lang hinzuhalten, so-daß sich das zerstreute polnische Heer, etwa 7000 Mann, unter Poniatowski inKrakau wieder sammeln und im Mai, bis auf 20,000 Mann verstärkt, durchÖstreich nach Sachsen gehen konnte. B. begab sich jetzt in das franz. Haript-guartier nach Dresden und blieb daselbst mit den übrigen Mitgliedern des diploma-tischen Corps auch während der Belagerung bis zur Capitulation. Da er mehrenfremden Ministern von den Rheinbundsstaaten Pässe verschafft hatte, ließ ihn derFürst Lchwarzenberg durch einen Adjutanten bis Strasburg zu den franz. Vor-posten geleiten. Er zuerst meldete bei seiner Ankunft in Paris , den 7. Dec. 1813,Conversations-Lericon. Bd. I. 56