Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Bilderstürmer

Er breitete dieses Gedicht einige Zeit nachher mit einem wichtigen Commentar,der ihn zugleich als Gelehrten und Philologen kennen lehrte. B. widmete sich ne-benher im Haag dem 'Advokatenberuf mit siegreichem Erfolge. Nach der Besitz:nähme der Nieterlande durch die Franzosen verließ er, als Anhänger desErbstatt-halterS, sein Vaterland und begab sich nach Braunschweig , wo er sich mit derdeutschen Sprache undPoNe vertraut machte, und nach London , wo er in ftanz.Sprache sehr besuchte Vorlesungen über Literatur und Poesie hielt. Nachdem diepolitischen Verhältnisse Hollands wieder einen festen Charakter angenommen, kamer 1799 zurück, und bald erschienen neue Meisterwerke von ihm. Wir erwähneneines didaktischen Gedichts über die Astronomie und der meisterhaften Nachahmun-gen (da er die Originale nur als Thema betrachtete) vonDelille's „l.'bui»,»e ck «5und Pope's nn Ludwig Bonaparte ernannte ihn bei

seiner Thronbesteigung zu seinem' Lehrer in der holländischen Eprache und zu einemder ersten Mitglieder des von ihm errichteten NationalinstitutS. Nach der Einver-leibung Hollands in das sranz. Reich schwieg B.'s Muse, allein sie erhob sich um somehr nach der Befreiung seines Vaterlandes. Vielleicht ist in keiner Sprache injener Zeit ein Gedicht erschienen, das an Feuer, Kraft und Begeisterung seinem„Ilol!:>»<l5 Ve,loc,i„g" gleichkommt, welches er im Verein mit seiner Gattin, dieebenfalls eine glückliche Dichterin ist, herausgab. Als Napoleon von Elba zurück-kehrte, ertönten von B. neue Kriegsgesänge, die ebenfalls zu dem Besten in derholländischen Poesie gezählt werde»; auch hatB. seine (vermischte

Gedichte, 2Bdchn., Rotterdam 1823, 2. Anst.) herausgegeben, die zum TheilRomanzen und Nachahmungen des Ossian enthalten. Noch bemerken wir, daßB. ein erbitterter Feind der deutschen Literatur ist.

Bilderstü r m e r (Ikonoklasten) nannte man diejenige christliche Partei,welche in den Kirchen keine Bilder, noch viel weniger aber die Verehrung derselbendulden wollte. Dieser Streit fing in Griechenland an und verbreitete sich von dadurch Europa , war aber besonders im 8. u. 9. Jahrh, sehr heftig. In den ersten3 Jahrh, nach Chr. wußte man k. i den Christen von keinen Gemälden und Bild-nissen in den Kirchen. Die erste Veranlassung zum christlichen Bilderdienste gabtheils die Gewohnheit, daß man den Kaisern Ehrensmlen mit ihren Bildnissenerrichtete, theils auch der Umstand, daß man das Andenken der Bischöfe und derMärtvrer durch ihre Bildnisse zu erhalten suchte. Man stellte diese im 4., besondersaber im 5. Jahrh, nach und nach in den Kirche» auf, ohne ihnen jedoch einige Ver-ehrung zu erweisen. Allein seit dem 6. Jahrh, fing man an, die Bilder aus Hoch-achtung zu küssen. Lampen vor ihnen anzuzünden und zu ihrer Verehrung Weih-rauch zu verbrennen, auch ihnen Wunder zuzuschreiben. Manche Bischöfe suchtendie Christen von dieser Verehrung der Bilder abzuziehen, andre duldeten sie als eineanständige Verzierung der Kirche, dahingegen noch andre sich in ihrer Verehrungder Bilder einer wahrhaften Abgötterei näherten. Der orientalische Kaiser Leo ill.,welcher dem Aberglauben und der Verehrung der Bilder sehr abgeneigt war, be-fahl 726, alle Bilder der Heiligen, Christus Bild ausgenommen, aus den Kirchenwegzunehmen und sich der Verehrung derselben ganz zu enthalten. Über diesenBefehl entstanden zuerst auf den Zusein des Archipelagus Unruhen. Da jedoch diePäpste Gregor I I. und III. sich des Bilderdienstes annahmen, der Kaiser Leo hin-gegen nicht, wie sie verlangten, seinen Befehl zurücknahm, und jene ihn deßhalbfür keinen wahren Christen erklärten, so fingen auch in Italien Leo'S Unterthanenan, sich zu empören. Von nun an bildeten sich zwei Parreien in der christlichenKirche, nämlich die Bilderverehrer und Bilderstürmer, die einander wechselseitigverfolgten und mordeten. Leo's Lwhn und Nachfolger, Konstantin, verfuhr jedochgelinder. Er hielt 754 eine Kirchenversammlung in Konstankinopel, auf welchersowol der Gebrauch als die Derhrung der Bilder verworfen wurde. Auch Konstan-