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und die Abbildung ihrer bedeutsamen Körper führte zu Symbolik und Schrift. Sogewannen Gefühl und Gedanke den entsprechenden Ausdruck; die Gesellschaft dasWerkzeug einer leichten Mittheilung ihrer Kenntnisse nach allen Seiten; die Kunstden Stoff und Antrieb ihrer Übungen; die That ihren unvergänglichen Ruhm, unddie Religion ihre Herrschaft unter den Menschen. Die Mitte des südwestlichenAsiens ward die Wiege der Bildung, die uns in ihrem Gange die bekannteste und,als die Mutter der unferigen, die wichtigste ist. Nur an die Zone, doch nicht an be-stimmte Länder gebunden, wanderte sie von O- nach W., und die Betriebsamkeitder Bewohner des europäischen W. hat ihre im Orient allmälig versteinerten Schätzemannigfaltig ausgeprägt und gemeinnützig gemacht. Die freiern Verfassungender Europäer, die Reibungen und Verbindungen ihrer kleinen Staaten, die Leich-tigkeit des Verkehrs auf ihren wegsamern Straßen und Gewässern, ihre öffent-lichen Anstalten und gemeinschaftlichen Unternehmungen, ihre religiösen Mysterienund philosophischen Schulen waren Wechselsweise Früchte und Beförderungsmitteleiner Bildung, die bei den alten Grieche» in eigenthümlicher, nirgends übertroffe-ner Schönheit und Rundung erscheint, und zum Unterschiede von der neuen, dersie zum Muster dient, nun die antike heißt. Die Bildung der Alten zeigt sich alsein gesundes Gewächs der Narur und ihrer freien Verhältnisse; ihre Einheit undÜbereinstimmung mit sich selbst, ihre Wahrheit und Naivetät, die Sicherheit unddas kräftige Behagen, womit sie auf dem Wege der Natur fortschreitet, gefälltdurch sich selbst. Doch hatte sie mit den Blüthen auch das Loos der Hinfälligkeitgemein. Das Vaterland nahmen ihr römische Unterdrücker, und ihre Götterweltwich den Grübeleien einer Philosophie, die, die Natur enrgötternd, dem neu auf-gehenden Lichte der Religion des Einigen und Unendlichen Bahn machte. In Rom ward die Bildung der Griechen zur Dienerin des ausschweifendsten Lupus. Auchihre letzten Scharten verschwanden mit dem Falle des römischen Reichs. Die Sit-ten und Sprachen der germanischen Sieger verschmolzen mir denen der unterjochtenWeichlinge; der dem germanischen Norden eigenthümliche Adel des Geschlechrs-verhältnisseS, der ein romantisches Frauenreich schuf, die Lehren und Gebräuche desihnen bald eingeimpfte» Christenthums wurden unter der Leitung der Kirche dieGrundlagen einer neuen Bildung, bei der die antike, so weit man sie noch aus ihrenResten und Rückerinnerungen kannte, nur ein Gegenstand des geistigen Lupusder Gelehrten und Künstler werden, abernte in der Mitte des Volks mit ihrerFrische und Lieblichkeit wieder aufleben konnte. Obgleich nun die germanischenVölker, treu der alten Sitte und Sinnesart, eigne Wege ginge» und dem Hirten-stabe des Vormunds in Rom nur langsam gehorchen lernten, so wuchsen doch ausihrer Narur und LandcSart ihre Nationaleigenheiten nur in behaglicher Freiheithervor; das auf diesen wilden Stamm gepfropfte Reis aber, die neuere Bildung,,st ein Erzeugniß bestimmter Absichten und zwangloser Verhältnisse. Sie unter-scheidet sich von der antiken insbesondere durch den Umstand, daß sie, weil esden neuen Völkern an Öffentlichkeit des Lebens, an Festen, wo das Schöne derGegenstand eines allgemeinen Genusses geworden wäre, ja im Ganzen selbst anSinn dafür gebrach, auch nie die Masse der Völker völlig durchdringen konnte,sondern bis i» die neuesten Zeiten ein Vorrecht der Höfe, der höher» Stände undgelehrten Schulen blieb, von denen ihre Denkmäler in Kunst und Wissenschaft aus-gegangen sind. Überall von der Anschauung zum Übersinnlichen, von. Bilde zumBegriff durchdringend, geht sie auf Ideale aus, ohne sich wehmüthiger Rückblickeauf die goldene Vorzeit erwehren zu können, wo der Mensch mit der Natur und sichselbstEinS war. Daher die empfindsame-Sehnsucht, das mühsame Ski eben und tceewige Klage der Neuern; daher ihre jeden rcinenGenuß verkümmernde Überlegungund Kritik, die sich in Theorien und Planen erschöpfen, die schöne Narur, hinterder die Weichlichkeit des jetzigen Lebens weit zurückbleibt, wo möglich noch zu über-