SOS
Bion
Bmgerloch
deter Entwickelung ihres Talents, mit einer tiefrührend schönen Stimme, einge»weiht in alle Geheimnisse der italienischen Tonkunst, stand sie da, eine edle, lie»benswürdige Gestalt, die größte Sängerin, die England geboren. Durch ein umgewöhnliches Engagement spielte sie abwechselnd in Coventgarden und Drurylane;'ihre lange Llbwesenheit hatte das Vergangene gleichsam verwischt; ein anständige^Lebenswandel würde die Sünden ihrer Jugend gewissermaßen gesühnt haben;allein nur zu bald sank sie in ihre gewohnte Ausgelassenheit zurück, bis kurz vordem Zeitpunkte, wo ein früher Tod ihr schuldvolles Leben endete. Ihr Gatte,durch die Fremdenbill dazu genöthigt, hatte England ohne sein treuloses Weihverlassen müssen, und sie, vielleicht von Reue gefoltert, war kurz vor ihrem Tod«(zu St.-.Artive unweit Venedig , 26. Aug. 1818) ihm gefolgt. !
B i n g l e y. Dieser Garrick dercholländischen Nationalbühne, 175k in Rok»terdam von wohlhabenden englischen Ältern geb., wurde nach vollendeten Schul»studien für den Handel bestimmt und auf ein Comptoir gebracht. Aber bald zeigtesich bei ihm eine unbezwingbare Neigung fürs Theater. Er trat, 18 I. alt, zu der,Gesellschaft des verdienstvollen Corver, der sein erster Lehrer wurde. 1779 betrater, 24 I. alt, die amsterdamer Nationalbühne, ward jedoch, weil man ihn für,einen geb. Engländer hielt, bei dem damals, durch die ohne Kriegserklärung vonden Engländern erfolgte Wegnahme aller Schiffe unter niederländischer Flagge,erregten Hasse gegen England ungünstig aufgenommen. Allein bald besiegte er,durch eine Darstellung des Achill, in dem Trauerst), d. N., alle Vorurtheile, in«dem er in dieser Rolle sein außerordentliches, durch das sorgfältigste Studium aus«gebildetes Talent auf eine glänzende Weise zu entwickeln Gelegenheit fand. Vondiesem Augenblick an war und blieb er der Liebling des Publicums. Obgleich dieTragödie stets sein Hauptfach blieb, so gelangen ihm doch nicht minder einzeln«komisch? Darstellungen im Lustspiele. Er war zugleich der franz. Sprache so mäch»tig, daß er neben den großen franz. Bühnenkünstlern, welche auf ihren Kunstrei»sen die Niederlande zu besuchen pflegen, auf den franz. Theatern in Amsterdam und Haag öfters mit Erfolg aufgetreten ist. So gab er 1811 auf dem franz. Theo«ter in Amsterdam die Rollen desPhiloktet und Lear mit dem größten Erfolg. 1798dirigirte er eine eigne Schauspielergesellschaft, die vorzüglich in Rotterdam unddem Haag spielte und auch andre holländische Städte besuchte. Er war jedoch im«mer bereit, der amsterdamer Bühne in den Rollen auszuhelfen, die nur von ihm ge-spielt werden konnten. Eine seiner letzten Vorstellungen gab er, unterstützt von dergroßen Künstlerin Wattier Ziesenis, 1818 vor der königl. Familie in der Rolle desFarnese im Trauerst). „Maria", von Lalain. In demselben I. starb er im Haag.
Binocular-Teleskop, s. Fernrohr.
Binomisch , zweiteilig, zweigliedrig, z. B. eine binomische Wurzelzahl iigder Rechnenkunst. Binomialcoöfficienten sind die Zahlen, welche anzeigen,wie oft in der entwickelten Potenz eines Binom«, z. B. a -t- b, jede Gattung vonProduct aus den Theilen desselben vorkommt.— Der binomische Lehrsatz istjene merkwürdige Formel, welche die Zusammensetzung einer Potenz des Bino-mii n g- >i aus den beiden Theilen -> und I> und dem Erponenren der Potenz dar-stellt. Dieser Lehrsatz, die wichtigste Grundlage des Gebäudes der Analysis, war,für ganze positive Exponenten, schon mehren Analysten vor Newton bekannt.Aber erst Newton lehrte ihn auch auf gebrochene und negative Exponenten an,wenden, und diese Entdeckung, eine der schönsten der großen Mannes, ist aufseinem Grabmale eingegraben.
Biographie, s. Lebensbeschreibung.
Biologie und Biometrie, s. Leben.
Bion, aus Smyrna oder dessen Umgegend geb., ein griechischer Idyllen-.