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Biörnstahl Biren.
dichter, von dessen Lebensumständen sich nirgends einige Nachricht findet. An-der Elegie, welche sein Freund und Schüler Moschus auf seinen Tod verfaßte,scheint hervorzugehen, daß er ein Zeitgenosse Theokrit'S gewesen und an Nist ge»siorben sei. Wahrscheinlich lebte er in Sicilien oder Großgriechenland. Don denwenigen auf uns gekommenen Gedichten des B. wird sein Klaggesang auf Adonis für das vorzüglichste gehalten. Er ist vielfältig ins Deutsche überseht worden, u. A.auch von Doß. Man findet B.'s Gedichte, sowie die des Moschus, gewöhnlichals einen Anhang bei den Idyllen des Theokrit. Einzeln von Fr. Jacobs, Gorha1795, Gilb. Wakefield, London 1795, und I. C. F. Maaß, Leipzig 1807.
Biörnstahl (Jakob Ionas), bekannt durch seine Reisen, geb. den 23.Jan. 1731 in der schwedischen Provinz Südermannland zu Rotarbo, studirte inUpsala , ging von da als Lehrer in das Haus des Baron Rudbeck und reiste mitdessen Sohn nach England, Frankreich, Italien, Deutschland, Holland und derSchweiz. Bei seinem Aufenthalte in Paris studirte er die morgenländischen Spra-chen. Da sein Zögling nach Schweden zurückgekehrt war, wurde B. von Gustav 111.bestimmt, Griechenland, Syrien und Ägypten zu bereisen, und erhielt zu gleicherZeit den Titel eines Professors an der Universität Lund . Nun ging er auf Kostendes Königs 1776 nach Konstantinopel , wo er sich einige Zeit aufhielt, um dietürkische Sprache zu erlernen, setzte dann seine Reise fort bis Salonichi und starbhier 1779 an der Pest. B. hatte eine Beschreibung seiner Reisen in Briefform anseinen Freund, den Bibliothekar Giörwell, geschickt, der sie anfangs in eine Zeit-schrift, die in Stockholm erschien, einstreute, dann aber 1783 besonders heraus-gab. Groskurd hat davon eine deutsche Übersetzung geliefert. Dieses Werk ent-hält gelehrte und gründliche Untersuchungen über Münzen, Handschriften, selteneBücher, eine große Menge Anekdoten, von denen die anziehendsten diejenigen sind,welche Voltaire betreffen, den er in Ferney besucht hatte; aber seine Bemerkungenund Urtheile über Sitten, Gebräuche, Religion und Literatur sind oft zu weniggenau und unparteiisch. Er hatte mehr Gelehrsamkeit als Geschmack, mehr Ge-dächtniß als sichern Takt und Unterscheidungskraft. Seine von Natur starke undabgehärtete Gesundheit setzte ihn in den Ltand, viel zu arbeiten und die größtenBeschwerden der Reise zu ertragen.
Biot (Jean Baptiste), Physiker und Astronom, vieler in- und ausländi-scher gelehrter Gesellsch. Mitglied, geb. 1774 zu Paris , machte seine Studien imCollegium Ludwigs des Großen, von wo er zum Artilleriedienst überging. SeineBegierde nach höherm Wissen trieb ihn bald nach Paris zurück, wo er an der poly-technischen Schule so lange sortstudlrte, bis er sich zu einer Professur in BeauvaiS fähig fühlte. Er erhielt schon 1800 den Ruf als Pros. der Physik am l.voöe clob'ii>»ee. 1802 ward er zum Mitglied der ersten Classe des Instituts ernannt. Erallein bewog 1804 das Institut, nicht für Bonaparte'S Ernennung zum Kaiser zustimmen. 1806 ward er mit Arago nach Spanien gesendet, um die, Behufs derEinführung eines neuen Decimalsystems in Frankreich (s. Franz. Decimal-system), beschlossene Messung eines größern Bogens des Meridians fortzusetzen.Noch vor seiner Abreise ward er zum Mitgliede des Längenbureaus ernannt. SeineSendung hatte den gewünschten Erfolg. Unablässig widmete er sich nun den Stu-dien und Vorlesungen; 1816 trat er der HerauSg. des „><>»iix,! <><>- -.avan-" fürdie mathematischen Wissenschaften bei. Seine vorzüglichsten Werke sind: „IHlecle pi vsiguc expe, iineutaie et >i>!>llle,naligue" (1816); der populair geschrie-bene Auszug daraus: „prvuii elexieutaire cle pl>v°ügne expe, nnviliiilx". UNdr„Dttitc eliuni-nl.iii«; cl'a-Irormmie pliv-igiie". 1817 bereiste er die Drkneyin-scln, um noch streitige astronomische Beobachtungen zur Gradmessung zu berich-tigen. Fortwährend theilt B. wichtige Aufsätze in gelehrten Zeitschriften ic. mit.
Bircn (Ernst Johann v.). Herzog von Kurland', geb. 1687 , war, wie