Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Blankmburg Blässe

beschäftigte sich mit dem Componiren. Ihm wurde aufgetrügen, „Die falsche Dame",eine von Della Maria unvollendet gelassene Oper, zu beendigen, und bald darauftrat er mit „Zelie und Terville", „Naphthali" und andern Opern auf. Sowoldiese als andre Compositionen von ihm wurden mit Beifall aufgenommen. SeineConcerte, in denen er seinen Gesang mit Geschmack undWiSdruck selbst begleitete,waren der Sammelplatz aller Kenner und Liebhaber der Musik. 1805 nach Mün-chen berufen, führte er daselbst eine Oper auf, in deren Folge ihn der König vonBaiern zu seinem Capellmeister ernannte. 1806 machte ihn die Prinzessin Bor-ghese zu ihrem Musik- und Concertmeister, und 1809 berief ihn nach Reichardt'sAbgang der König von Westfalen mit denselben Titeln nach Kassel . Nach der Ver-treibung des westfälischen Hofs lebte er in München , ließ dort seinen „Trajan inDacien" aufführen, ging aber nach einiger Zeit nach Paris , wo er noch lebt. Außervielen komischen und heroischen Opern besitzen wir von ihm eine Sammlung artigerRomanzen, Notturnos, nal. Arien und besonders lieblicher Duette. Man nenntihn in Italien den Anakreon der Musik.

Blanken bürg (Christian Friedrich v.), geb. 11-14 bei Kolberg , war einVerwandter des als Held und Dichter berühmten Kleist, widmete sich dem Kriegs-dienste und ward im 17. I> aus der k. Militairschule zu Berlin als Cornet zuFriedrichs Heere geschickt, bei dem er 21 I. lang diente und als Adjutant desKrokow'schenDragonerregimenrs im siebenjähr. Kriege verschiedenen Schlachtenbeiwohnte. Wegen seiner zerrütteten Gesundheit nahm er 1777 seinen Abschied.Man gab ihm den HaupmiannScharakter. Seitdem lebte B. in Leipzig , wo er mitWeiße und Zollikofer in der engsten Verbindung stand. Er starb 1796. Von s.Schriften sind die vorzüglichsten sein — in den Ansichten freilich veralteter —„Versuch über den Roman", und die Zusätze zu Lmlzer's „Theorie der schönenKünste" (Lpz. 1796 — 98, 3Bde.).

B l a s i n st r u m e n t e, s. Instrumente, Instrumentalmusik.

Blason, Blasoniren, f. Heraldik.

D l ä sse, die weißliche Farbe der Haut, welche vorzüglich im Gesichre be-merkt wird und entweder daher rührt, daß sich eine zu geringe Menge Blut in denCapillargefäsien der Haut befindet, oder daher, daß das Blut selbst zu blaß, d. h.arm an rothsärbenden Bestandtheilen, reicher aber an wässerigen ist. Die blasseFarbe (mit mancherlei Nuancirungen) ist bei manchen Individuen die natürliche;aber diese sind meistens schwächlich, lymphatischer Constitution, phlegmatischenTemperaments. Auch Diejenigen, welche dem Lichte und der freien Luft langeentzogen werden und sich in geschlossenen, dunkeln, feuchten Orten befinden, wer-den, obne krank zusein, sehr blaß, weil der Luft-und Lichtrei; der Haut fehlt, dieThätigkeit der Capillargefäße nicht anfacht, vielleicht auch, weil die freie, sauerstoff-reiche Lnft selbst in der Haut lind durch dieselbe auf das hier befindliche Blut wirkt.Am häufigsten bemerkt man die blasse Farbe in und von Krankheiten, und vorzüg-lich unter folgenden Umstanden: 1) wenn verhälnüßmäßig wenig Blut vorhandenist, z.B. in der ReconvaleScen; der mehresten bedeutenden Krankheiten, vorzüglichnach heftigen Blutungen: 2) wenn dasBlut arm an färbenden Bestandtheilen ist,z.B. in der Bleichsucht, Scorbut; 3) wenn es reicher an wässerigen und ähnlichenBestandtheilen ist, z.B. in der Wassersucht, und endlich 4) wenn das Blut nichtgehörig vertheilt und namentlich nicht in der gehörigen Menge nach der Haut ge-trieben wird, z.B. in Obnmachten, manchen-Lchlagstussen, vielen Krankheitendes Herzens und überall da, wo eine Congestion nach innern Organen stattfindet.Todtenblaß wird die Haut bei gänzlichem Stillstände der Cireularion. Außerdemaber wird die blasse Farbe auch bisweilen von Umständen erzeugt, welche auf dieHaut selbst wirken. Dahin gehört vorzüglich die Kälte, besonders wenn sie mitNässe gepaart ist. Manche Gemüthsbewegungen, z. B. Schreck, Furcht u. f. w..