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Blatt
scheinen einen krampfhaften Zustand in den Tapillargefäßen der Haut zu erregen, .welcher den Eintritt des Bluts verhindert, das vorhandene auscreibt und somit !einen hohen Grad von Bläffe erzeugt. Andrerseits aber bewirken diese und andre ^Gemüthsbewegungen Dasselbe auch dadurch, daß sie eine ungleicheBlutvertheilungund Anhäufung desselben aus der nervösen Seite veranlasse» und vorzüglich dieThätigkeit des Herzens stören, welche in Allem, was sich auf das Blut-, und Gersäßspstem bezieht, so wichtig ist. 34.
Blatt. Die Blätter der Gewächse sind die faserigen, zelligen Fortsätze,welche gewöhnlich in einer häutigen Fläche ausgedehnt und von Farbe grün sind. 'Zhre Zergliederung beweist, daß sie im Kleinen eben dieselben Bedeckungen undGefäße enthalten, welche man im Großen am Stamme und an den Zweigen wahr-nimmt. Man theilt die Pflanzenblätter in einfache und zusammengesetzte. Eineinfaches Blatt wird dasjenige genannt, dessen Stiel sich ohne alle Dertheilung 'an das Blatt anseht und nur in demselben sich in Zweige verbreitet. Ein zusam-'mengesetztesBlack ist das, dessen Stiel sich in mehr oder weniger, größere oder klei- inere Zweige vertheilt, ehe er noch in das Blatt eintritt. Hier ruhen demnach lmehre kleinere Blätter auf Einem Stiele, sie heißen Blättchen, und das Ganze, iwelches alle diese Blättchen bilden, ein zusammengesetztes Blatt. Einfache Blät- iter hat die Primel, die Aurikel, der Taback, derBirn-, Apfel-, Pflaumen-und ,Kirschbaum und andre. Zusammengesetzte Blätter haben die Rose, die Kartof- -fein, die Esche, Acacie, Schoten, Wicken :c. Der Blattstiel vertheilt sich in dem jBlatte selbst in Zweige; von diesen Zweigen heißt der miktelste und stärkste die lRibbe; oft sind deren mehre von gleicher Stärke. Die übrigen Äste und Zweige, ^die der Stiel im Blatte selbst bildet, heißen Nerven oder Adern, und man nennt §ein Blatt insbesondere nervicht, wenn seine Zweige und Äste gerade fortlaufen und -stark hervorstehen. Die Gattungsmerkmale der Pflanzen sind fast immer von der !Bildung der Blätter hergenommen. Die Theile eines Pflanzenstiels sind: dasOberhäutchcn, mannigfaltige Gefäße und ein schwammiges Gewebe. Alle dieseTheile findet man auch im Blatte wieder. Die Blätter sind für das Wachsthumder Pflanzen von großer Wichtigkeit, denn das Abpflücken oderZerstören der Blät-ter ist ihm nachtheilig. Das Reifen der Früchte wird beschleunigt, wenn mandie Pflanze entlaubt; aber die Früchte welken, wenn man das Entlauben vor-nimmt, ehe sie noch ihre gehörige Größe erlangt haben. Es wird nämlich die Be-wegung des Saftes in dem ganze» Gewächse durch die Blätter befördert, hingegendurch den Mangel derselben gehemmt. Die Blätter sind die vornehmsten Aus-dünstungswerkzcuge; findet nun eine Menge Saft durch sie seinen Ausgang, so istes nothwendig, daß ein Hinströmen dess n aus allen Theilen der Pflanze nach ihrenBlättern erfolgen muß. Die Blätter ziehen auch, und zwar vornehmlich mit deruntern Seite, eine Menge in der Luft befindlicher Feuchtigkeiten ein, die sie durchandre Gefäße der Pflanze als Nahrungssaft zuführen. Die Farbe der Pflanzen-blätter ist mit wenig Ausnahmen grün in verschiedenen Abstufungen. Die Naturscheint hierbei Rücksicht auf das Bedürfniß des thierischen, wenigstens des mensch-liche» Äuges genommen zu haben. Sogar die Beleuchtung des Grüns durch dieSonnenstrahlen schadet dem Auge nicht. Die Blätter dünsten stark aus; liefernihnen nun im Herbste die Wurzeln nicht mehr Säfte genug, so muffen sie zu wach-sen aufhören, vertrocknen und endlich abfallen. Das Laub der Bäume und Ge-wächse dient frisch zum Viehfutker;-eine Menge Geschöpfe nähren sich davon; oderman braucht es zur Streu. Den Bäumen selbst ist das abgefallene Laub nütz-lich, indem es ihre Wurzeln bedeckt und dadurch vor dem Froste schützt. Wenndie Blätter keine platte, breite, sondern eine runde, nadelförmige Gestalt haben,so werden sie Nadeln oder Tänzeln genannt. In der Botanik heißt bei den gefin-gerten Blättern jedes einfache Blatt lolium (Blättchen); das Blatt eines doppelt