Blattern SIS
gefiederten Blattes plnn.i, jedes einfach gefederte Blat keines doppelt gefiedertenund das Blättchen eines gefiederten Blattes pimiiila.
Blattern, Kinderblattern, Pocken, eine fieberhafte Ausschlagskrankheit,welche in ihren Eiterpusteln einen ansteckenden Stoff erzeugt, mittelst deffen sieauch bei andern Menschen, welche sie noch nicht ausgestanden haben, entstehenkann. Nach der Ansteckung vergehen ungefähr 7 Tage, ehe das Gift wirkt unddie Krankheit bervorbringt. Es entsteht dann fieberhafte Bewegung im Körper,welche in der Regel 3 Tage dauert; am 3. Tage erscheinen rotheFlecken, zuerst imGesichte, alsdann über die Brust, die Hände und den ganzenKorper, bald in Meng«verbreitet, bald in geringerer Zahl. Dieser Ausbruch dauert gleichfalls 3 Tage lang.Aus den blecken erheben sich Pusteln, welche sich entzünden und in Eiterung über-gehen. Das Fieber wahrt dabei ununterbrochen fort. Nach der Eiterung fan-gen die 'Pusteln an abzutrocknen und in Grinder oder Lchorfe sich zu verwandeln,was gewöhnlich am 7. Tage anhebt. Bei uns entsteht diese Krankheit nie vonselbst, sondern bloß durch Ansteckung. Das Blattergist steckt jedoch in der Regelnur einMal an; wer die Blattern gehabt hak, bekommt sie nicht wieder; es stecktauch nicht jederzeit an, sonder» es scheint, daß der Mensch eine gewiffe Neigungdazuhaben muß, denn es gibt Beispiele genug, daß Menschen bei mehren Blatter-epidemien verschont geblieben, erst in spätern Jahren angesteckt worden, ja daßmanche zeitlebens davon frei geblieben sind. Nach einigen arabischen Schriftstel-lern kamen die Kinderblattern, sowie die Masern, zuerst aus Äthiopien gegen dasI. 572 nach Chr. nach Arabien. . In der ersten Halste des 17. Jahrh, kamen sienach Ägypten . Von da brachten sie die im Orient geführten Kriege, vornehmlichdie Kreuzzüge im 13. Jahrh., nach Europa, zunächst nach Spanien und Frank-reich , dann aber auch in die übrigen Lander. Als Maximilian I. einen Zug in dieNiederlande that, nach deffen Beendigung die Lanzenknechte ihren Weg durchstanz. Provinzen wieder nach Deutschland nahmen, wurden durch sie die Blattern1495 aus Frankreich zuerst nach Deutschland gebracht. Aus Europa verpflanztensie sich nach Amerika und Afrika; selbst nach Grönland verbreiteten sie sich, 1733,von Danemark aus. Jedes Mal, wenn sie zuerst in ein Land kommen, sind sie vielmörderischer und richten größere Verheerungen unter den Menschen an, als wennsie eine Zeit schon geherrscht haben, da sie alsdann milder werden. Doch bebauptetnoch Rosenstein, daß sie mehr Menschen das Leben raubten als die Pest selbst. Aufdie Erfahrung, daß diese Krankheit bei uns nur durch Ansteckung fortgepflanztwird, folglich, wenn diese immer vermieten wird, auch dieKrankheit Niemand wei-ter befallen kann, baute man die Hoffnung einer Möglichkeit zur einstigen Ver-bannung dieser Blatterpest, zu welcher man durch strenge Absonderung der Blatter-kranken und durch Errichtung von Blatterhausern zu gelangen hoffte. Indessenwaren die Hindernisse nach den jetzigen Verhältnissen-der Völker und bei der allge-meinen Verbreitung dieser Krankheit unter allen Nationen und in allen Himmels-strichen fast unubersteigbar. Plan versuchte daher das Übel einstweilen zu min-dern. Da man wußte, daß Diejenigen, welche einmal die Blattern gehabt hatten,in der Regel nicbr wieder angesteckt wurden, so veranlaßte man die Ansteckungwillkürlich, nämlich durch die Impfung oder Inokulation des BlaktergiftS, wo-durch man den Vortheil Karte, daß wenigstens die Krankheit gemildert und die Ge-fahr verringert wurde; auch konnte man günstige Zeit und Umstände zur Er-weckung dieser Krankheit auswählen. In der Türkei war die Impfung der Blat-tern sckon lange im Gebrauch, vorzüglich bei dem weiblickien Geschlechte, um dieSchönheit der Mädchen Zu sichern. Die geistreiche Lady Montague brachte dieImpfung zuerst nach Europa. Schon in Konstantinopel , wohin sie ihren Ge-mahl begleitet hatte, ließ sie ihrem 6jährigen Sohne die Blattern einimpfen, undnach ihrer Zurückkunst nach England, 1722, auch ihrer Tochter. Von da an