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Bocksbcuteleien
Boccherini
zu Rouen den Preis. Hierauf versuchte sie eine Nachahmung von dem „Verlöre»neu Paradier" in 6 Gesängen, dann vom „Tot Abel's"z gab eine Tragödie:„Die Amazonen ", und ein Gedicht in 10 Gesängen: „Die Colombiade", heraus.Madame du B. ward von ihren Zeitgenossen mit einem Feuer gepriesen, welchesnur ihr Geschlecht und der Reiz ihres Betragens entschuldigen können. Inrnn»> 011 , 1 ,. a> ie äliiiki va. war der Wahlspruch ihrer Bewunderer, unter die selbstVoltaire, Fontanelle und Clairaut gehörten. Sie war von den ausgezeichnetstenMännern umgeben, und eine Menge Gedichte, welche gesammelt mehre Bändestillen würden, priesen sie. Am anziehendsten sind die Briefe, die sie auf ihrenReisen in England und Holland schrieb, und aus denen man am deutlichsten denEindruck kennen lernt, den sie auf ihre Zeitgenossen machte. Die Werke dieserberühmten Frau sind inS Eng!., Deutsche , Span. u. Italienische übersetzt.
Boccherin i(Luigi), ein berühmter Jnstrumenralcomponist, geb. den14. Jan. 1740 zu Lucca , erhielt vom Abt Vanueci, Musikmeister des Erzbischofs,den ersten Unterricht in der Musik und auf dem Violoncell. »Lein Vater, ein geschiekter Contrabassist, bildete seine glücklichen Anlagen mit Sorgfalt und sandteihn endlich nach Rom , wo er sich durch ebenso zahlreiche als treffliche Compositio-nen großen Rukm erwarb. Wenige Jahre darauf kam er nach Lucca zurück. Fi-lippino Mansrcdi, ein Schüler Nardini'S und Landsmann B.'S, war gerade da--selbst. Sie win den innige Freunde und gingen nach Spanien , dessen Regent dieersten Talente um sich versammelte. B., den der Konig mit Ehren und Ge-schenken überhäufte, ließ sich leicht bewegen, in Spanien zu bleiben. Er wardbei der Akademie angestellt, mit der Verpflichtung, jährlich 9 Ltucke seiner Com-position zu liefern, welches B. auch leistete, bis er 1806 i» seinem 66. Jahre zuMadrid starb. Der König von Preußen, Friedr. Wilh. II., der ein aroüer Lieb-baber des Violoncells war und seine Compositionen liebte, ertheilte ihm eine an-sehnliche jährliche Pension unter der Bedingung, ihm jährlich einige seiner Quar-tetten und Quintetten einzusenden. Die Compositionen, die B. selbst heraus-gegeben hat, in, Ganzen 58 Werke, sind Svmpbonien, Sertetten, Quintetten,QuatuorS, Trio?, Duetten und Sonaten für Violine, Violoncell und Forte-piano . Außerdem gab es noch mehre Quintetten und einzelne Gesangstücke vonibm in der Handschrift, von denen einige Sammlungen nach seinem Tode (beiSimrock in Bonn ) erschienen sind. Für das Theater hat er Nichts gearbeitet, undfür die Kirche ist unter seinen herauSgeg. Sachen das einzige ,Ki>,tz ,i ,n>t,i".Die Adagios von B. sind die Bewunderung der Kenner und die Verzweiflung derKünstler seiner Zeit gewesen. Man kann B. als den Vorläufer Havdn's an-setzen, denn er hat zuerst Instrumentalguartetten geschrieben, wovon alle Partienobligat gearbeitet sind, und den wahren Charakter dieser Gattung bestimmt.Seine melodiösen Compositionen werden in Frankreich und Spanien mehr nochals m Deutschland geschätzt.
Bocchetta, ein enger, durch 3 Schanzen geschützter Gebirgspaß derApenninen, welcher aus der Lombardei nach Genua führt. Er ward in dem östr.Erbfolgekriege (1746 u. 1747) und in dem franz. Kriege gegen das Ende des 18.Jahrh, durch wichtige Ereignisse bezeichnet.
B o ck s b e u t e l e i e n, veraltete Gewohnheiten, einHalten an dem Her-kömmlichen und Förmlichen auch da, wo der beabsichtigte Zweck diese Beibehaltungnicht mehr nöthig macht. Der Ausdruck schreibt sich von den Betiteln her, in wel-chen im Mittelalter die Rathsherren, besonders in Hamburg (vgl. Zimmermann'S„Ctzronik von Hamburg", S. 384), die Ltatuten auf das Rathhaus trugen.Diese Beutel heißen im Nieder-sächsischen Bocksbüdel (Buchsbeurel). Da nun diespätere Zeit in den Statuten der frühern Zeit manche für sie nicht mehr passendeAnordnung entdeckte, so nannt« man das Dringen auf die Beibehaltung solcher