Boifferee'sche Gemäldesaliiinlrmg 2"
durch seinen Unternehmungsgeist für die deutsche Literatur so wirksame Cotta dieHaud zur Herausgabe »u Kupsersiich. Mit der Ausführung der Platten wurdeneinstweilen Duttenhofer in Stuttgart und Darnstadt in Dresden beauftragt. Dernoch fehlende Theil der Zeichnung wurde sodann 1811 lind 1812 in Köln vollemder, und dazu wirkten jetzt, ausier dem Maler Fuchs, Ios. Hosmann von Köln ,Areh irekr Vierrodt von Karlsruhe und vorzüglich der Oberbaurach Möller >» Darm-stadt. Ehe diese Arbeiten unternommen wurden, im Frühling und Sommer1811, macbte der ältere Boiffer e eine Kunst,eise nach Dresden, Prag und nachdem für die altdeutsche Malerei so merkwürdigen Schlosse Kailsstein i» Bobinen.Die Reise begann mit eiuem Besuch bei Görhe in Weimar , wodurch der Grundzu einem höchst lehrreichen Verhältniß mit dem großen Dichter gelegt wurde. DieLeser seiner biograph. Denkwürdigkeiten erinnern sich, wie theilnehmend Gölhe(im 2. Bd., 1812) von den Forschungen über den kölner Dom und über tieKir-chenkaukunst sprach und dabei seiiier eignen Begeisterung für den sirasbnrger Mün-sier gedachte, t) sehen jenen Beschäftigungen des ältern Baissen e schritten die Be-mühungen, welche die beide» andern Freunde der Gemäldesammlung widmeten,mit dem glücklichsten Erfolge fort; sie waren unablässig bedacht, dieselbe nach demnun auf den ganzen Kreis der altdeutschen Malerei ausgedehnten Plane zu vervoll-ständigen. Damals, und namentlich auf Reisen, welche der jüngere Boiff'Ge1812 lind 1818 in die Niederlande unternahm, wurden viele der bedeutend steilErwerbungen gemacht; darunter der heil. Christoph ncl'st den dazu gehörigenStucken und andre größere historische Gemälde von Hemling. Ein von Brügge nach Paris entführtes Gemälde dieses kunst- und crfmdungsreichen Meisters, wel-ches die Freunde mit Fr. Schlegel im Museum gesehen, hatte dem Letzter» Anlaßgegeben, in der „Europa " ;4. St., S. 36) aus den fast kaum genannten Ma-ler aufmerksam zu niaeben. Seitdem war unsern Sammlern keins seiner WerkeMehr zu Gesichte gekommen; aus den niedeilandischen Reisen richtete nun der jün-gere Baissen c sein Augenmerk auf Hemling, und zum Glück fand sich, daß dieserMeister >n der Hei,nach immer geschätzt, daß seine Gemälde meist sehr sorgfältigerhalten worden waren. Von der Zeit an wurde man recht eigentlich mit den Ver-diensten des Hemling ihrem gan;en Umfange nach bekannt, und man befestigtesich in der früher ausgesprochenen Überzeugung von der eigenthümlichen außeror-dentlichen Wirksamkeit des Ioh. v.Eyck, sowie man auch, in Folge der hier ge-wonnenen Einsichten, mit den Forschungen über die trefflichen Maler Mabuse undSchorecl ins Klare kam. deren Name Werken angeheftet worden, welche keineswegsder von alten Schriftstellern, wie Karl v. Mander. entworfenen, höchst rühmlichenCharakteristik dieser Künstler entsprechen. Aber nicht mir für die zweckmäßige Ver-mehrung der Sammlung, sondern auch für die sorgfältige Herstellung der etwa be-schädigten oder mit Schmutz und verdunkeltem Firniß überzogenen Gemälde, undganz besonders für eine belehrende Aufstellung der erworbenen Schätze waren derjüngere Boifferäe und Bertram vorzugsweise thätig. Von der Nothwendigkeiteines gewiffenhasten Verfahrens bei der Wiederherstellung alter Gemälde überzeugt,führten sie die wachsamste Aussicht über dieses Geschäft, und je mehr sie in denBesitz von ;art und kunstreich vollendeten Stricken gelangten, desto wichtiger schienes ihnen, die Ergänzung der beschädigten Stellen den geschicktesten Händen anzu-vertrauen. Früher, in Köln , waren die Maler Fuchs und Hosmann ihnen indieser Auaelegenbeit behülslick gewesen; jetzt, in Heidelberg , halten sie das Glück,an den Malern Köster und Schlesinger Männer tu finden, welche die mühseligeArbeu mir wahrhafter Verehrung für die alten Meister unter ihren Augen ganznach Wunsch vollzogen. Was nun weiter von den Freunden und namentlich vonBertram geschah, die Sammlung recht wirksam tu machen, wie sie, phantasti-scher Übertreibung und gelehrter Pedanterie gleich abhold, j)ahrc lang sich bestreb-