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Bonaparte (Joseph)
eines reichen Kaufmanns (Schwägerin des jetzigen KbiÜgS von Schweden, KarlJohann ), vermählte. Auf seines Bruders Empfehlung ward er 1796 Kriegscom-missair, Bataillonschef der V<stoiiiaii5 ».-»tiiim-nr und Ehef der Atministraliriibei der italienischen Armee. Doch bezeigte er sich der Rolle, zu welcher ihn seinBruder berief, nur wenig würdig. Nach dem 18. Fruciidor trat er als corsischerAbgeordneter in den gesetzgebenden Rath ein. 1791 ging er als Ambassadeur derRepublik nach Rom , das er nach des (äteneralsDuphot Ermordung verließ, wor-auf das Direcroruun den Kirchenstaat besetzen ließ. Auf seinem GesandtschaftS-posten zu Ronl hatte er Talente entwickelt, sodaß man ihn für höhere Skaaisge-schäste geeignet hielt. Im Rath der Fünfhundert sprach er wenig; doch wählteman ihn zum Secretair d. 21. Juni 1798. Nach dem 18. Brumaire ernannteihn sein Bruder zum SkaatSralb und Tribun. Dem verschlossenen und mit po-litischen Kunstgriffen noch aus seiner Advocatenlausbahn wohlbekannten Josephfehlte es auch da keineswegs an Talenten, sich geltend zu machen; daher ernannleihn Napoleon zu seinem Bevollmächtigten, um mit den Verein. Staaten vonNordamerika einen Freundschasrs- und Handelsvertrag (Paris , den 30. Sept.1800) abzuschließen, hierauf den 11. Dct. 1800 zum bevollmächt. Minister beimFriedenscongresse zu Luncville. Als solcher unterzeichnete er daselbst den Frieden (9.Febr. 1801), und den mit England zu AmienS (1802). Auch leitete er nebstTretet und Bernier die Ilnterbandlungen mir dem Cardinal Consalvi, dem Eiz-bischof Spiiia und dem Pater Caselli, wegen des nachher am 15. Juli 1801abgeschlossenen ConeordatS. Als Napoleon die Kaiserkrone erworben, sah sichJoseph »ach einander zum Senator und Inhaler der Senatorie Brüssel, dannzum Äroßofsieier und Mitglied des Raths der Ehrenlegion und der eisernen Krone,endlich zum franz. Prinzen und Nroßwahlherrn von Frankreich erhoben. Napoleon schien ibm unter seinen Brüdern das meiste Vertrauen zu schenken, obgleich Lucianseinem Ehrgeize wesentlichere Dienste geleistet hatte. Übrigens war Joseph beieinem echt italienischen Charakter nicht z»r stOrausamkeit geneigt, vielmehr mild,für sich selbst keiner durchgreifenden Maßregeln fähig, ani wenigsten ein guterSoldat oder Taktiker, obgleich er als Lieutenant des Kaisers in dessen Abwesenheitder Regierung vorstand. Dessenungeachtet gab ihm Napoleon den tWei besehl überdie Armee von Neapel und bestimmte ihn, nachdem die Dynastie von Neapel durchdie Proclamaiion vorn 27. Dec. 1805 für unwürdig zu regieren erklärt wordenwar, zum Beherrscher beider Sicilien. Joseph bielr am 15. Febr . 1806 seinenEinzug in Neapel , und am 50. März d. I. erschien das kaiserl. Decret, wo-durch Joseph Napoleon zum König von Neapel und Sicilien ernannt, die Ver-fassung des Reichs bestimmt, 6 große Reichslehen dariti errichtet und eineMill. Franken von den Einkünften des Landes für frauzös. MilüairS ausgesetztwurden. Indes; widerstand ihm noch in Clalsta der tapfere Prinz von Hessen-PhilippSthal, und die englischen Unternehmungen von Suchen aus unterstützten dieentschlossene, mit großer Rachsucht vergesellschaftete Widersetzlichkeit der Calübre-se». Der neue Herrscher befolgte in seiner Verwaltung ganz Napoleons Vorschrif-ten. Aber auf dem für ihn zu erhabenen Posten verdiente er weder die Achtungnoch die Anhänglichkeit der Völker, welche seinem Scepter gehorchten. SeineSitten neigten sich zur Ausschweifung, sein Benehmen war unvorsichtig. Andem Hofe Napoleons nannte man ihn, seines bebaglichen Lebensgenusses wegen,den Pbilosophen! Seme Verwaltung in Neapel war, ungeachtet er selbst wenigThätigkeit bewies, doch nicht ohne Nutzen. Er nahm die franz. Einrichtungenzum Muster; er hob die LehnSversassung und die Fidcicommisse auf; er trenntedie Justiz von der Verwaltung; er zog Klöster ein und stiftete S chulen u. s. w.Vorzüglich machte sein Finanzminister, GrafRöderer, wichtige Verbesserungeni >m Finanzwesen; so wurde z. B. ein neues einfaches und allgemeines Steuersystem