Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Äonaparte (Napoleon ), Consul

trag in seiner ungewöhnlichen Form zurück; auch das deutsche Reich, Rußland ,Neapel und die Pforte standen noch unter den Waffen. Da sammelte B. ein Re-serveheer, und am 15. April 1800 eröffnete Moreau den Feldzug in Deutschland .B. führte sein Heer, noch vor Ende des Mai, über den großen Bernhard nachItalien, wo Massena der überlegenen feindlichen Macht gewichen war. Schonam 4. Juni zog B. in Mailand ein. In wenigen Tagen ward die cisalpi-nische Republik wiederhergestellt. Während Moreau siegend in Deutschland vordrang, wurden die Östreich«', die ani 4. Juni Genua genommen, von derfranzös. Macht umgangen. Eine Schlacht mußte entscheiden. Sie ward ge-kampst, den 14. Juni, bei Marengo (s. d.) in der weiten Ebene zwischen Ales-sandria undTorkona. Hieraufging der feindliche Heerführer MelaS am 16. Junizu Alefsandria einen Waffenstillstand ein, der den Franzosen den größten TheilOberitaliens einräumte. Am 22. verließ B. das Heer, nachdem er Massena zumObergeneral ernannt, und traf am 1. Juli in Paris ein, wo ebenso sehr derDolkstaumel als die Huldigung aller Behörden ihn festlich empfingen. Nochschmeichelte B. dem Republicanismus der Franzosen , während er auf vielfacheWeise das Wesen eines Freistaats vernichtete. So ward am 14. Juli das Bun-desfest der Republik mit den Siegessesten verbunden, und der erste Consul der Re-publik trat mit dem Pomp eines Dictators einher. Die fremden Gesandten erfuh-ren jetzt den Stolz des Imperators ebenso sehr als achtbare Mitbürger, die sei-nen Unwillen reizten. Bei außerordentlicher Kraft hatte er doch nicht Gewalt ge-nug über sich selbst, und seine grenzenlose Eitelkeit ließ seinen Sinn, dem die wahreGröße immer mehr entschwand, dem Reize unbeschränkter Herrschaft erliegen.Mit festem schritt ging er in der Verwaltung des Inner» wie der äußern Ver-hältnisse aufdieses Ziel los. DerKampfdcrParteien ward minder offenbar. Dieermüdeten Franzosen beugten sich unter die Gewalt eines gefeierten Helden, derihre» Nationalstolz erhob. Die Siege in Italien und Deutschland gaben B. denMuth, fremden Staaten Gesetze vorzuschreiben. Er empfing die Ehrenbezeigun-gen ihrer Abgeordneten, während die scinigen mit dem französisch -republikanischenÜbermuthe noch den ihres Gebieters verbanden. Seine Gesandtschaftsposten wur-den so ergiebige Stellen, daß fein Bruder Lucian sich in Madrid fürstliche Reich-thümer sammelte. Doch sollte der übermächtige Gebieter auch selbst die Unsicher-heit angemaßter Herrschaft erfahren. Am 9. Öct. 1800 ward eine Verschwörunggegen sein Leben entdeckt, und ani 24.Der. ward eine zweite vereitelt, da die berüch-tigte Höllenmaschine ibr Ziel verfehlte. Eine furchtbare Inquisition forschte nachden Urhebern. Am 9. Jan. 1801 wurden 130 Männer jeden Standes als Jako-biner verhaftet und 10 davon als Opfer der Tyrannei des ersten ConsülS nach Afri-kas Lrechellen deportirt, und am 30. Jan. bluteten als Theilnehmer der frühernVerschwörung Arena, Ceracchi u. A. unter der Guillotine. Don den Dcportir-ten erhielten Lefranc, Saunois und Vauversin schon unter Napoleons Regie-rung die Erlaubniß, nach Frankreich zurückzukehren; 18 wurde diese Erlaubnißerst von Ludwig X VIII. 1811 ertheilt; die übrigen waren im Elend umgekommen.Die wahren Urheber der Höllenmaschine befanden sich aber nicht unter jenen; siewurden später entdeckt, und St.-Regent, Carbon und Limorlan, ehemaligeChouans, die mit Georges Cadoudal in Verbindung standen, hingerichtet. Dar-auf erging an alle Präfecten der Befehl, die Waffenvorräthe aufzusuchen und inObhut zu nehmen. Indeß wurden auch die neuen Gesetzbücher vorbereitet, undschon am 3. Sept. 1800 war mit den nordamerikanischen Freistaaten ein festerFriede und zugleich ,ein Handelsvertrag abgeschlossen worden. Darauf nöthigtenMoreau's Siege Östreich zu einem Frieden ohne Englands Theilnahme, dernacb langen Verhandlungen zwischen Joseph Bonaparte und dem Grafen Cobenzl(9. Febr. 1801) zu Luneville zu Stande kam, und von dem der Oberconsul am