ii4 Bonaparte (Napoleon ), Consul
Mächtigen Begünsiigung und Vermittelung an, die willig gewährt ward und am25. Febr. 1803 den neuen Reichsdeputationshauptschluß zur Folge hatte. DieUnruhen in der Lchweiz unterwarfen auch die vordem unabhängige Eidgenossen-schaft seinem Willen. Er wollte Alles, was ihm Vortheil brachte: Es gefiel ihm,am 20. Aug. die Insel Elba mit der Republik zu verschmelzen. Am 11. Sept.folgte die durch kein Rechtsverhältniß begründete, kaum leicht entschuldigte Ein-verleibung PiemontS. Während franz. Truppen in der Schweiz und an den Gren-ze» standen, mußten die Abgeordneten der Eidgenossenschaft in Paris erscheinen,um unter scheinbaren Berathschlagungen die Befehle des OberconsulS zu verneh-men. Schon am 24. Jan. 1803 ward ihnen der Entwurf einer Vermittelungsur-kunde überliefert; am 19. Febr. erhielten sie dieselbe, bereits gedruckt, als dieunwiderrufliche Verfassung des StaatS. Um seine Anhänger fester an sich zu ket-ten, wurden im Innern der Republik 31 Senatorien errichtet (4. Jan. 1803ßund das franz. Nationalinstitut erhielt eine neue Gestalt (23. Jan.). Die öffent-liche Darstellung der damaligen Lage der franz. Republik , am 23. Febr., und desZustandes der Finanzen, au» 12. März, überzeugte das Volk, welche Wohltha-ten die neue Regierung über dasselbe verbreitet habe. Neue Ltraßen und Canüle,Preisaufgaben und prachtvolle Anlagen beschäftigte» die Müßigen. Gern hätteB. den Frieden erhalten, um erst eine neue Flotte zu schaffen, damit später, mitsicherm Erfolg, der Erbfeind Frankreichs bekämpft werden könnte. Aber Eng-land schien dies nicht abwarten zu wollen. Klagen häuften sich von beiden -Leiten;nirgends wurden sie abgestellt, und schon am 13. März erklärte B. in einerfeierlichen Audienz der Gesandten den nahen Bruch mit England. Doch versuchteer neue Unterhandlungen, selbst als der englische Gesandte schon seine Pässe federte.Als aber dieser Paris verlassen hatte, legte B. den 15. Mai Beschlag auf allefremde Schiffe in den franz. Häfen; am 10. that dies Großbritannien ; darauferklärte es am 18. dcn Krieg. Lchon am 3. Juni besetzte Monier, deü Frie-dens mit dem deutschen Reiche ungeachtet, Hanover , und das Land fiel, durchden Vertrag von Suhlingen, ohne Kampf in sranzös. Gewalt. Alle Waffen,Artillerie, Vorräthe und sämmtliche Pferde des hanövcrschen Heeres wurden denFranzosen überliefert, die in Hanover so große Hülfsguellen fanden, daß die franz.Armee sich hier müDcm versah, was sie zur Führung eines Kriegs gegen Englandbedurfte, indeß Deutschland ruhig zuschauen mußte. Georg IN. bestätigte zwarden suhlinger Vertrag nicht, konnte cS aber nicht hindern, daß Hanover ganz alserobertes Land behandelt und völlig ausgeräumt ward. Jetzt sing der erste Consulan, sein Continentalsvstem zu entwickeln. Zuerst verbot er am 20. Juni 1803die Einfuhr englischer Waaren in Frankreich . Dann sollte England in Englandselbst bekämpft werden, und in den ftanzös. Häfen, von Havre bis Ostende , wardunter ungeheuern Zurüstungen eine Landung in England vorbereitet. Indeßsperrte die englische Flotte mehre sranzös. und deutsche Häfen, sammt der Elbe undWeser. Darauf ward am 15. Febr . 1804 eine Verschwörung gegen den Ober-consul entdeckt, in welcher Pichegru und Georges Hauptpersonen waren. Beidewurden mit 45 andern Theilnehmern oder Verdächtigen, worunter auch Mü-reau, nach und nach verhaftet. Man wollte gefunden haben, daß die Verschwo-renen mit mehren Ausgewanderten und englischen Gesandten und Agenten inDeutschland in Verbindung ständen. Dies gab Veranlassung zu neuen Ge-waltthaten. Zwei Militaircommandos unter Caulaincourt gingen in der Nachtvom 14. auf den 15. März über dcn Rhein , Gen. Caulaincourt (s. V icenza)besetzte Offenbach; Ordener besetzte mitten im Frieden im badischen Lande Kehl und Ettenheim , und nahm den Herzog von Enghienss. d.) gefangen, der inVincennes vor eine Militaircommission (in der Nacht des 20. März) gestellt undnoch in derselben Nacht, auf Befehl des Oberconsuls, erschossen ward. Rußland