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und Schweden erhoben laut ihre Stimmen gegen die Verletzung des Völkerrechts.Die französ. Regierung schien sich rechtfertigen zu wollen durch die Anzeige vongeheimen Ränken, durch welche die englischen Gesandten, Francis Drake zuMünchen und Spencer Smith in Stuttgart, Empörung in Frankreich einzuleitengesucht hätten. Beide eilten nach England zurück, wo man die 'Anklage fürVerleumdung erklärte; doch war sie nicht ganz grundlos. In Paris gabenjene Vorfälle Veranlassung, auf die Nothwendigkeit einer erblichen Gewalt hin-zuweisen. Der Plan dazu ward rasch betrieben. Am 27. März 1807 hatteder Senat zuerst von der Sicherstellung der Regierung durch eine erbliche Familien-gewalt geredet, und schon am 30. April erfolgte der Antrag im Tribunat, dieRegierung einem Kaiser anzuvertrauen, und dieselbe in der Familie B.'S erblichzu machen. Nur Carnot sprach dagegen. Adresse» aus allen Departements wur-den veranlaßt, die bestimmt denselben Wunsch erklärten. Darauf erschien am 18.Mai das organische SenatSconsulk, das der vernichteten Republik in Napoleon einen Erbkaiser gab.
Müdem feierlichen Ausruf der Kaiserwürde am 20. Mai 1804 begann derHauptact von B.'S Leben. Das leichtsinnige Volk ward durch den neuen Glanzdes Kaiserthums leicht befriedigt. Die angesehensten Generale der Republik ver-sammelten sich als Reichsmarschälle um den Thron; denn auch ihnen eröffnetensich glänzende Aussichten. Unterdessen ward die große Untersuchung geschlossen.Schon am 6. April hakte man Pichegru in seinem Gefängniß todt gefunden. f'Dievorgebliche Ermordung des englischen Seeeapitains Wright (s. d.) und desExge-nerals Picheg ru (s. d.), welche dem Oberconsul Schuld gegeben wurde, ist nichtnur nicht erwiesen, sondern an sich selbst unwahrscheinlich; auch hat sich Savary,Herzog von Rovigo, dagegen hinreichend vertheidigt. S. „Europ . Annalen", 1818,ö. und 10. StI Moreau, der um die Verschwörung gewußt, ohne selbst Theilzu nehmen, sollte mit dem Tode büßen; allein die öffentliche Meinung rettete ihn.(V. Moreau.) Nur Georges wurde mit 9 Andern den 25. Juni hingerichtet;die Übrigen wurden theils begnadigt, theils zumehrjährigemGefängnißverurtheilt.Jetzt war Napoleons Macht gegründet. Wie er Frankreich gedemüthigt, trachteteer nun auch Europa zu unterwerfen. Alles begünstigte ihn. Ein geübtes, siegrei-ches Heer stand ihm zur Seite. Die Macht seines Staats, durch seine eigne Größeauch in der Meinung der Menschen erhöht, ward überall mit geheimem Grauenanerkannt. Dazu wußte er, was einig war, zu trennen; was vereint unbesieg-bar gewesen wäre, vereinzelt zu übereilen und zu überwinden. Der lange Schlaf,der die meisten Staaten Europas seit langer Zeit gefesselt, aus dem sie noch im-mer nicht völlig aufgeschreckt waren, beförderte alle Plane des nie Rastenden.Jeder neue Sieg über den Einen schreckte und lahmte den Andern. Während Alleängstlich aufdie Mittel sannen, sich zu erhalten, ergriff er rasch, gleichgültig gegenGesetz und Recht, die kräftigsten Maßregeln, sich über Alle aufzuschwingen. EineSchar von Emporkömmlingen, abgehärtet in den Gräueln der Revolution, dienteblind seinem Willen. Am 11. Juli 1804 ward die Ehrenlegion, ein Band, dasdie eitle und habsüchtige Menge an Napoleon fesseln sollte, neu geschaffen. Gleichdarauf ward das kleinlichste Hofceremoniel für den neuen Kaiser vollendet. Nuntrat Napoleon am 18. Juli mit seiner Gemahlin den Pompzug nach den See-häfen, nach Aachen und Main ; an. Der Papst fand sich bereitwillig zu der Kaiser-krönung, die den 2. Dec. in der Kirche Notre-Dame zu Paris erfolgte. Napoleon sehte sich selbst, dann seiner Gemahlin die Krone auf, und der Papst volsiog dieSalbung. 1805 begann Napoleon mit einem Friedensantrag an England, bel-ohne Erfolg blieb. Indeß bereitete er andre Plane. Eine Menge kaiserl. Prin-zen, sämmtlich Mitglieder seiner Familie, hatte er um sich versammelt; sie solltenauf alte und neue Throne steigen und das Geschlecht der Napoleoniden in Europa Eonversalionj, Lexikon. Bd. ». 5