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Zweiter Band. Bo bis C.
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76 Bonaparte (Ludwig)

net seine Talente als Redner sind, so wenig glänzt er alsDichter. 1799 schrieb ereinen Roman: „Stellina". 1819 gab er zu Rom ein zweites Heldengedicht in12 besingen heraus: „ 1 .» Lvrnvickv. vu la (Anne 8auvvv", in welchem er dieVertreibung der Saracenen aus Torsica (ehemals CyrnoS) besingt. Bei der Auf:nähme des Übersetzers des Homer, Aignan , in das Nationalinstimt den 18. Mai1815, las Lucian eine Ode auf die „Odyssee" vor, worin er den griechischen Dichtergegen seine Verkleinerte in Schutz nahm. Noch mehr Werth hatte ein alter Co-rner mit dem Kopfe des Homer, den er damals dem neu aufgenommenen Mitgliedeüberreichte. Durch die Ordonnanz vom 21. März 1816 wurde Lucian in die Lisieder Mitglieder der franz. Akademie nicht wieder aufgenommen. — Die „ble»,e>i-rv; sccretz sur >2 i-ie prive«, poliligue ct littvruirv »le Uueien liuon.ip.irlv,Uiinvv ile Oaniiio, rv,Ii-;v, 8»r ls v»nv,<>p<i„<I:>r>ve « t »ur<Iv! >>iecv» .lutliviiti-<PIV8 cl iixbUte," (London 1818 und Paris 1819, 2 Bde.), als deren VerfasserAkfonse de Beauchamp von einigen genannt wird, enthalten, nach dem Urtheileder Verfasser der „liin^r. «Ivs v«ntemp<,»:ni,8", eine Menge Unrichtigkeiten. Siewurden zuerst 1815 zu London gedruckt, aber sogleich unterdrückt. Zum zweitenMale erschienen sie in London bei Colburn (Leipzig , Brockhaus) 1819. Nach un-serm Dafürhalten hat der unbekannte Sammler und Bearbeiter dieser Denkschrif-ten das öffentliche und Privatleben Lucians unpartheiisch beurtheilt; er hat Lob undTadel stets belegt, unrühmliche Züge nicht verschwiegen und manchen Irrthum be-richtigt ; auch stimmt das (Lanze mit den bekannten Thatsachen und Verhältnissenüberein, sodaß es immer als ein nicht unwichtiger Beitrag zur Tagesgeschichte über-haupt angesehen werden niuß. Auch nennt man Lucian als Verf. der Schrift:„v«ps>>,'><>,, ilvvuut 8K8 vvutenipur.iiiis" (Paris 1826).

Bonaparte (Ludwig), Graf von St.-Leu, geb. zu Ajaccio den 2. Sept.1778, Napoleons dritter Bruder, kam jung nach Frankreich , wählte die mili-tairische Laufbahn und wurde in der Artillerieschule zu Chalons unterrichtet, woer antirepublikanifche Grundsätze einsog. Er begleitete feinen Bruder nach Italien und Ägypten, ohne sich jedoch auszuzeichnen. Aus Ägypten kam er, mit Depe-schen an das Directorium, den 14. März 1799 zurück. Bald nach dem 18. Bru-mairc schickte ihn Napoleon nach Berlin , wo er ein Jahr lang sehr üppig lebte.Darauf ward er zum Brigadegeneral erhoben und 1802 mit der Stieftochter Na-poleons , Hortensia Beauharnois, vermählt. Eine frühere Liebe, die sein Bru-der zerstörte, war die erste Ursache seines spätern Mißverhältnisses mit seiner Ge-mahlin Hortensia: eine Ehe, die er selbst mal .i88„iti vt->i»8 invlinuliou rv, i-p>,,c,ue nennt. Seinem Geiste drückte sich dadurch eine tiefe Traurigkeit, Muth-losigkeit und ein Vertrocknen seiner Frische auf, die unheilbar waren. Als Napo-leon dieKaiserwürde angenommen, erhob er seine» Bruder Ludwig zum Connetableund Generalobersten der Carabiniers, darauf 1805 zum Generalgouverneur vonPiemont. Wegen Kränklichkeit aber verließ Ludwig bald wieder Turin . Als hieraufder bakavische Großpensionnair Schimmelpennink wegen Erblindung seine Stelleniederlegen wollte, benutzte Napoleon die Gelegenheit, um seinen Bruder, allenVerträgen und dem Willen der Nation entgegen, derselben den 6. Juni 1806 zumKönige aufzudringen. Ludwig weigerte sich, die holländische Königskrone anzu-nehmen; er schützte seine Kränklichkeit und die feuchte Luft Hollands vor; alleinNapoleon sagte ihm, er müsse als Unterthan gehorchen, und g>, >1 v.ilail ,»ivn»nuiuiir roi, g»v tle vivrv princv. Dazu kamen noch andre Gründe, die Lud-wig bestimmten, die Krone anzunehmen; doch konnte und sollte er durchaus Nichtsmehr als ein französischer Statthalter sein. Es war also gutmüthige schwäche,wenn er an die Möglichkeit glaubte, dort als wirklicher König herrschen zu können.Indeß waren ihm freilich die frühern, darauf Bezug habenden Verhandlungengeheim gehalten worden. Ludwig wollte in der That als König ganz Holländer