Bonaparte (Lucian) ^5
Unterredung mit Napoleon zu Malmaison, weigerte sich aber bei seinem Bruderzu bleiben, und reiste ab, um nach Italien zurückzukehren; allein Napoleon ließihn nicht über die Grenze. Lucian mußte daher 22 Tage zu Dersoix bei Genf ver-weilen, wo er oft Frau von Stack sah. Endlich gab er nach und ging den 9. Mainach Paris, ohne jedoch an Napoleon sich unbedingt anzuschließen. Er weigertesich sogar anfangs, den Titel eines franz. Prinzen zu führen, weil man ihm denRang nach seinem Bruder Hieronymus anwies. Auch wollte er -Litz und Stimmein der Kammer der Repräsentanten nehmen, zu deren Mitglied er ernannt wordenwar. Allein Napoleon erlaubte dies nicht, weil er argwohnte, Lucian möchte sei-nen Einfluß gegen ihn geltend machen. Der Fürst von Canino mußte also in diePairskammer eintreten. Doch auch hier sehte er sich nicht unter die Prinzen, son-dern zu den übrigen Pairs, weil er nur durch Ernennung Pair sei. Damals schicktedie zweite Classe des NationalinstüutS, deren Mitglied er war, eine Deputationan ihn, um ihn zu bewillkommnen. Bei dieser befand sich auch Suard, derselbe,welcher ini Febr . 1815 den von allen Mitgliedern mit Unwillen angehörten Antraggemacht hatte, Lucian aus ihrer Mitte auszuschließen, weil er den Namen Bona-parie führe. — Acht oder zehn Tage, ehe Napoleon zur Armee abging, wurde imPalast de l'Eliß'e ein geheimer Rath gehalten, wo die Prinzen Joseph und Lucian,der Cardinal Fesch , Fouchs und Andre zugegen waren. Hier schlug Lucian vor:1) man solle sogleich die von Ichpoleon zu Gunst n seines Sohnes angebotene 'Ab-dankung annehme»; 2) man solle dem Kaiser von Östreich den jungen Napoleon und dessen Mutter, Marie Louise , der die Regentschaft zu ertheilen sei, empfehlen;3) Napoleon solle, der Rechtlichkeit von Östreich vertrauend, sich selbst nach Wien begeben, um für die Vollziehung des Vertrags zu haften. Napoleon gab seineZustimmung, allein am folgenden Tage änderte er seinen Entschluß. Nun verlorLucian alle Hoffnung. Nach der Niederlage bei Waterloo behielt er jedoch alleseine Besonnenheit und suchte den Muth Napoleons zu beleben. Er rieth seinemBruder, die Kammern aufzulösen und als Dictator an die Spitze zu treten, um zuretten, was möglich sei. Die zweite Thronbesteigung Ludwigs ^ Vi> >. bewog ihn,sich nach Rom zu flüchten. Der östr. General, Gras Bubna, aber ließ ihn nachTurin auf die Citadelle bringen, wo er jedoch mit Achtung behandelt wurde. Indeßgaben ihm die Verbündeten auf seine Erklärung: „t^u'il s'eluit txi>>,Mun»k-i>t
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joint » lui gn'idiii du le lauix-nee ü des sei,Ii»>eus dc n>n,lein li>>>>", und auf dieFürsprache des Papstes, im Sept. 1815 seine Freiheit wieder; doch machte sichIer päpstliche Stuhl anheischig, weder ihn noch Jemand von seiner Familie ausdem Kirchenstaate ziehen zu lassen. Seitdem lebte er in Rom oder in der Näheauf seinen Gütern, unter welchen die Rufflnclla der Sitz des feinsten Kunstge-schmacks ist. 1817 verlangte Lucian Passe für sich und einen seiner Söhne nach.Nordamerika , die ihm aber von den Ministern der verbündeten Mächte abgeschla-gen wurden. Endlich erlaubte man seinem Sohne Karl Bonaparte nach Nord-amerika zu gehen, wo derselbe 1825 gestorben ist. Von Lucian'S Töchtern ist eine>an den schwed. Grafen Bosse, eine zweite an den röm. Fürsten Hercolani, einezdritte an den Engländer Wpsc zu Waterford in Irland (aber unglücklich) verheira-thet. — Lucian ist unstreitig nächst Napoleon das merkwürdigste Glied dieser Fa-milie. Nicht ohne eigne Ruhmbegierde, setzte er vielleicht seinen Ruhm nur darein,sich allein vor seinem Bruder nicht zu beuge» »ich unabhängig von demselben seinemCharakter treu zu bleiben. In jedem Verhältnisse gab er Beweise von Hartnäckig-keit; damit verband er aber ein gefälliges und einnehmendes Betragen, das ihn.überall beliebt machte. Durch Energie und Geistesgegenwart entschied er die von-ihm vorbereitete Revolution des 18. Brumaire. Als Minister zeigte er viel Herrsch-sucht und handelte oft zu rasch; doch wußte er gut ju repräsentiren. So ausgezeich-