Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Bondy Vönhase

di'S stimnitliche Poesien in eine,' schönen Prachtausgabe (1808, 3 Bde., bei Degenin Wien ), die der Erzherzogin Marie Deatrice von Este zugeeignet ist. Der 1. Dd.enthält die langer» Gedichte: „bi> aonvcisa/.ioiie", „In koiiailä" ,,Il xovoin»^^oilioo", „l.a inixla" und „I.a pstornaN, villcreoaia"; der 2. enthält Sonette,Episteln, Elegien, Eanzonen, Eantaten und andre kleine Gedichte; so auch der 3.,der mit der Übersetzung des Virgil'schen LandbaueS schließt.

B o n d v (Taillepied, Graf de), geb. zu Paris 1766 in einer altenFamilie,die sich durch Finanzämter und Kenntnisse einen Namen erworben hatte. DieRevolution erlaubte dem Jünglinge nicht, hierin dem Beispiel der Ahnen zu fol-gen; doch waren seine Finanzkennrnisse Veranlassung, daher 1792 Director derAssignatenfabrik wurde. Nach dem Ist. Aug. d. I. gab er seinen Abschied und zogsich bei der Wendung, welche die Regierung seines Vaterlandes nahm, von allenStaatsgütern zurück. 18st5 wurde er von Ichpoleon zum Kammerherrn ernannt.Er war gewöhnlich einer seiner Reisebegleiter, z. B. auftem Feldzuge nach Ostreich18st9. Napoleon ernannte ihn im folg. Jahre zum Reguetenmcister und zum Prä-fecten des Rhonedepart. Hier machte er sichs zur Regel, die strengen Verfügun-gen der damaligen Regierung zu mildern und die öffentl. Arbeiten in seinem Bezirkzu fördern. Er bestimmte den Kaiser, beträchtliche Läummen zur Ausfüllung desSumpfes Perrache zu bewilligen, wodurch ein großes Quartier von Lyon gesunderwurde, und bemühte sich, dieser durch die Revolution so unglücklich gewordenenStadt ihren Handel und die alte Industrie wiederzuverschaffen. Bei dem Ge-treckemangel 1812 sorgte er, daß keine Noth in dieser großen Stadt entstand.1811 war er es, der Lyo», als die Alliieren dahin vordrangen, möglichst langewider Frankreichs Feinde hielt; erfolgte aber der Armee nach Valence , als sie sichvon Lyon dahin zurückziehen mußte. Auf den Wunsch der Lyoner setzte die Regie-rung ihn nach Napoleons Abdankung wieder in den vorläufigen Besitz dieser Prä-f'ctur, woselbst er sich durch Verminderung der Anfoderungen der Alliirten an dieseStadt neue Liebe erwarb. Er kehrte indeß bald in den Privatsiand zurück, bis ihnNapoleon 1815 zum Präfectcn der Seine mit einer Stimme im Staatsrath er-nannte. Hier zeigte er Napoleon gegenüber, im Staatsrathe selbst, die Nothwen-digkeit eines constitutionnellcn Regierungssystems. Am 3. Juli 1815 war er einerder drei Regierungscommfisarien, die mit den vordringenden Feld Herren der Alliirtendie Übergabeconvenlion abschlössen. Er trat daher nebst dem Marschall Davoustund dem General Guilleminotfürdcn Marschall Ney als Zeuge auf, indem sie dieGeneralamnestie der Übergabeconvention für ihn geltend zu machen sich bemühten.Das Deport, de l'Indre rief ihn 1816 und 1818 in die Deputirtenkammer. Hiersprach er über das RecrutirungSgesetzund über die Preßfreiheit im Geiste der linkenSeite, der er angehört, und gegen die Abänderungen des Wahlgesetzes.

Boner (Ulrich), der älteste deutsche Fabeldichter, war Predigermönch zuBern in der ersten Hälfte des 14. Jahrh. Er steht an der Neige des Zeitaltersdes Minnegesanges und der Ritterpoesie, und hat eine Fabelsammlung unter demTitel: „Der Edelstein", hinterlassen, welche sich durch reine Sprache und malerischnaive und heitere Darstellung auszeichnet. Nachdem schon Bodmer und Eschen-burg diese Fabeln herausgegeben, hat Benecke in Götlingen eine musterhafte Be-arbeitung des Textes mit Wörterbuch geliefert (Berlin 1816).

Bönhase, ein Pfuscher in jedem Fache des bürgerlichen Gewerbes, vor-züglich im Maklergeschäft. (S. Sensal.) In dieser Bedeutung kommt diesesWort schon in Schriften des 17. Jahrh. vor. Seine Ableitung ist ungewiß;vielleicht von dem altdeutsche» Worte Bön oder Bohne, welches Boden heißt,wenn man annimmt, daß Pfuscher, besonders im Schneiderhandwerke, in demobersten Theile des Hauses, aus dem Boden, ihre Werkstätte aufschlugen und,gleich furchtsamen Hasen, sich dort verbargen. 11.

Eonvcrsalioiis-Lexicv». Bd. ll.

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