Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Bonifaz (der Heilige)

Bonifaz (der Heilige), Deutschlands Apostel, der zuerst unter den Deut-schen das Christenthum predigte und Bildung verbreitete. Geb. in England um680, hatte er in der Taufe den Namen Winfried bekommen. Nachdem er 13Zahre in dem Kloster von Excester gewesen, trat er in das Kloster von Nutcell, woer Rhetorik, Geschichte und Theologie lehrte. Zn seinem 30. Zahle empfing erdie Priesterweihe. Ein großer Theil von Europa war damals von heidnischen Völ-kern bewohnt; von England gingen die Bekehrer aus: nach Deutschland Gallus(614 in Allemanien, Emmeran (st. 652) in Baiern , Kilian (st. 689) in Franken,W'.llibrord (st. 696) in Frieöland, und vor Allen Bonifaz; nach Schweden Sieg-fried, nach FrieSland Swidverk. 116 faßte Bonifaz den Plan, das Christenthumunter den Friesen zu predigen, aber der zwischen Karl Martell und Radbod , Königvon FrieSland, ausgcbrochene Krieg stellte dieser Sendung große Hindernisse inden Weg, und er kehrte von Utrecht nach England in sein Kloster zurück, zu dessenAbte er nach Winbert's Tode erwählt ward. Da er sich indeß für berufen hielt,die Ungläubigen zu bekehren, ließ er einen Andern an seine Stelle ernennen „»8begab sich 118 nach Rom, wo Gregor II. ihm Vollmacht gab, allen VölkernDeutschlands das Evangelium zu predigen. Bonifaz sing sein Amt in Thüringen und Baiern an, war 3 Zahre in Friesland und durchwanderte Hessen und Sach-sen , allenthalben die Einwohner taufend und ihre Götzenhaine zu Kirchen weihend.Damals soll er da, wo das nach ihm benannte Wanfried in Kurhessen liegt, einekleine Kirche gebaut haben. 123 rief ihn Gregor II. nach Rom , erhob ihn zumBischof, gab ihm eine Sammlung von Kanons, die ihm zur Richtschnur dienensollten, und empfahl durch Briefe Karl Martell und allen Fürsten und Bischöfe»,ihn bei seinem frommen Geschäfte zu unterstützen. Damals vertauschte er seinenNamen Winfried mit dem Namen Bonifaz. Nach seiner Rückkehr 124 zerstörteer in Hessen die Gegenstände der Verehrung, z. B. die dem Thor geweihte Eichebei Geismar, den Abgott Stufo auf dem noch jetzt so genannten Stufenberge,und stiftete Kirchen und Klöster, ließ von England Priester, Mönche und Non-nen kommen lind vertheilte sie als Gehülfen in Thüringen, «Lachsen und Baiern .132 überschicktc Gregor UI. ihm dgs Pallium und ernannte ihn zum Erzbischofund Primas von ganz Deutschland , mit der Vollmacht, allenthalben, wo er esfür zweckmäßig halten würde, Biöthümer zu errichten. 138 machte Bonifazeine dritte Reise nach Rom und ward vom Papste zum Legaten des heil. Stuhlsin Deutschland ernannt. Zn ganz Baiern gab es nur das Bisthum Passau ;Bonifaz errichtete noch die bischöfi. Sitze zu Freisingen und Regensburg . FürThüringen errichtete er das Bisthum zu Erfurt, für Hessen zu Baraburg, welchesin i er Folge »ach Paderborn verlegt wurde; für Franken zu Würzburg und fürdie Pfalz zu Eichstadt. 139 stellte er den vom heiligen RupertuS in den erstenZähren desselben Zahrk. errichteten bischöfi. Litz zu Lalzburg wieder her. Gre-gor III. und dessen Nacbsolger, ZachariaS, bestätigten diese Einrichtungen. NachKarl Marcell's Tode und Karlmann's Entsagung weihte Bonifaz dessen Bruder,Pipin den Kurzen, zum König der Franken in Soissons , stand der dort gehaltenenSynode vor und ward von Pipin zum Bischof von Mainz ernannt. Er hielt inDeutschland 8 Kirchenverfammlungen, stiftete die berühmte Abtei zu Fulda undunternahm 154 aufs neue apostolische Reisen zu Bekehrung der Ungläubige».Hier ward er bei Dockum, 6 Stunden von Leeuwarden in Westfriesland, wo kr-aus offenem Felde Zelte hatte aufschlagen lassen, 155 in seinem heiligen Berufevon bewaffneten Barbaren überfallen und nebst seinen Begleitern erschlagen. Erwar ungefähr 15 Zahr alt. Sein Leichnam ward nach Utrecht, dann nach Mainz und zuletzt nach Fulda gebracht. Man zeigt in der dortigen Abtei eine von ihmgeschriebene Abschrift der Evangelien und ein mit seinem Blute gefärbtes Blatt.Da, wo Bonifaz 121 die erste christliche Kirche im nördlichen Deutschland baute,