Böotien Bopp 91
Sternbild des Bootes steht in der nördlichen Halbkugel hinter dem großen Baren.Der Srern erster Größe in demselben heißt Arktur.
Böotien, eine Landschaft Griechenlands, welche gegen N. an Phocis unddie opunrische» Lokrer, gegen H. an den Canal von Euböa , gegen L>. an Arkikaund Megaris, und gegen W. an das alcyonische Meer und Phocis grenzte; dochwaren diese Grenzen nicht immer dieselben. In N. ist es gebirgig, kalt, und zwarvon reiner, gesunder Luft, aber minder fruchtbar; dagegen ist derandreTheil zwarfruchtbar, aber von ungesunden Nebeln heimgesucht. Der gebirgige nördlicheTheil hieß früher Aonien. Unter seinen Bergen sind in der Geschichte und Mytho-logie merkwürdig: der Helikon (jetzt Wagara), der Sphinxberg, der Taumessus,Libethrus und PetrachuS. — Die Hauptbeschäftigungen der Bewohner warenAckerbau und Viehzucht. Pelasgische Völkerschaften, welche, als BöotuS (deriLohndes Itonus und Enkel desAmphikwon), von dem das Land den Namen haben soll,sich der Herrschaft bemächtigte, den Hellenen gehorchten, bevölkerten zuerst dasLand. Es entstanden mehre kleine Reiche, bis der Phönizier KadmuS den Haupt-staat Theben gründete. Wpäter verehrte ganz Griechenland den thebanischen Her-cules. Als nach des thebanischen Königs Z-anthuS Tode die meisten Städte Böo-tienS eine Art von Republik bildeten, ward Theben der Hauptort derselben. Epa-minondaS und Pelopidas erhoben Theben auf kurze Zeit in die Reihe der mächtig-sten Staaten Griechenlands . In Böotien liegen die auch in der neuesten Zeit merk-würdig gewordenen Schlachtfelder von Platäa (jetzt das D. Kokla), wo Pau-sanias und Aristites, durch den Sieg über die 31,0,000 Perser des MardoniuS,das Gebäude der griechischen Freiheit vollendeten, von Leuktra (jetztd. D. Para-poaia), wo EpaminondaS den Anmaßungen der herrschsüchtigen Spartaner ein Endeni-.chte, von Koronäa, wo der Spartaner Agesilaus die Thebaner schlug, undvon Chäronea (jetzt Kaprena), wo Philipp den macedonischen Thron auf denTrümmer» der griechischen Freiheit gründete. Bei Tanagra, dem GeburtsorteKorinna'S (s. d.), wuchs der beste Wein; auch zog man hier Hähne von vorzüg-licher Größe, Schönheit und Muth, und versorgte damit die griechischen Städte,die den Hahnenkampf leidenschaftlich liebten. Verfeinerung und Geistesbildungmachten in Böotien nie solche Fortschritte als in Attika. Die Böotier waren kräftig,aber träge und plump. Es fehlte ihnen der Scharfsinn und die Lebhaftigkeit derAthemenser. Mehre Thebaner waren jedoch würdige Schüler des SokrateS, undEpaminondaS that sich ebenso sehr durch Kenntnisse als durch Feldherrn'.. nie her-vor; besonders liebten sie die Musik und zeichneten sich darin aus. Auch yatten sieeinige große Dichter und Künstler. Hesiod, Pindar, die Dichterin Korinna undPlutarch waren Böotier.
Bopp (Franz), geb. 1791 zu Mainz, legte in Aschaffenburg , wohin seineÄltern dem Hofe des Kurs. v. Mainz gefolgt waren, den Grund zu seiner wissen-schaftlichen Laufbahn. Es war vorzüglich Windischmann'g reicher Geist, der ihmdie Liebe für orientalische Weisheit zuerst einflößte. Still und ernst bereitete er sichzu deni Studium der Sprachen des DrientS vor und ging im Herbst 1312 nachParis , um die orientalische und vor Allem die indische Sprache und Literatur ken-nen zu lernen. Dabei vernachlässigte er das Arabische und Persische nicht und fand, in E. v. Chezy und Sylvestre de Sacv, sowie in A. W. v. Schlegel Freunde und! Gönner, die ihm in seinen Forschungen gern hülfreiche Hand boten. Mit einerI kleinen Unterstützung des Königs von Baiern lebte er 5 Jahre in Paris , später! in London, dann in Göttingen seinen Lieblingsstudien mit einer Beharrlichkeit,die ebenso ehrenvoll als Nachahmungswerth ist. Darauf wurde er Professor derorientalischen Sprachen in Berlin . Er schrieb: „Über das Eonjugationssi'stem derSanskrusprache, in Vergleichung mit jenem der griech., latein., persischen undgermanischen Sprache, und mit ubcrs. Episoden aus indischen Gedichten" (Frank-