Borda
88
Borax
Tode 1547 der schmalkaldische Krieg ausbrach, Kurfürst Johann Friedrich gefan-gen genommen, Wittenberg belagert wurde, und Karl V. im Mai als Sieger indie Stadt einzog, sah sich Katharina genöthigt, Wittenberg zu verlassen und nachLeipzig zu ziehen, wo sie gezwungen war, Kostgänger an den Tisch zu nehmen, „n>leben zu können. Sie kehrte später nach Wittenberg zurück und lebte daselbst bis155- in Noch und Drangsal. Da aber hier die Pest ausbrach und auch die Univer-sität nach Torgau verlegt wurde, so begab sie sich nach Torgau , wo sie krank ankamund bald daraus am 27. Dec. 1552 starb. Zu der Kirche zu Torgau ist noch jetztihr Leichenstein zusehen, auf welchem sie in Lebensgröße cingchauen ist.
Borax, der natürliche, ist ei» graulich-, gelblich-und grünlich-weißgefärb-tesSalz, welches in sechsseitigen Säulen und kleinen Pyramiden krystallisirt, undin Persieit und Tibet im Schlamme großer Laudsecu, in Sina und zu Potosi inSüdamerika gefunden wird. Am häufigsten bildet es kleine Körner, welche mitErde vermengt sind. Seine Bestandtheile sind Boraxsäure, Nairum und Wasser.Den künstlichen Borax erhält man, wenn man den natürlichen Borax von den Un-reinigkeitcn scheidet und mir einem Überschuß von Natrum versieht.
Borch (Michael Johannes, Graf v.), aus einer alten Familie, die demdeutschen Orden selbst Heermeister gegeben hatte, geb. in Weißrußland (dem jetzi-gen Gouvernement Witepsk ), war einer von den Woiwodcn dieser Provinz, ehesie mit Rußland vereinigt wurde. Aufgeregt durch Brydone'S reizende Beschreibungvon Sieilien, machte er sehr jung 1776, zu einer Zeit, wo jene Insel nicht häufigbesucht wurde, eine Reise dahin. Durch einen gewissen ritterlichen Sinn getrieben,ging er von da bis Malta , wo er für die Errichtung einer eignen polnischen Zungethätig war. Als 1780 die Großpriorei Ostrog zu Staude kam, trug er durch per-sönliche Aufopferung bei, sie auszustatten. Die von ihm auf dieser Reise gemachtenBemerkungen theilte er in s. noch jetzt sehr schätzbaren „I.etiies s»r I-, 8ic-i>„ ,-k,-i»> I'ilc- ,1c- »alle, ec, itk5 v„ 1777" (Turin 1782, 2 Bde.) mit. Zwar kündig-ten sie sich nur als Nachtrag von Brydone an ; aber durch eigenthümliche natur-historische Forschungen, besonders durch eine barometrische Höhenmcssuna des Ätna ,haben sie selbständigen Werlb. Die spätern Jahre brachte der gelehrte Mann, derin Beschäftigungen mit der Literatur Trost für Manches fand, was er in seinem Va-terlande geschehen sah, auf seinen Gütern in Weißrußland zu. Dieser Zeit gehört s.Übersetzung des „Oberen" an („Obt-rou, zioenit; er, XII elianl-. PUI >Ir. äVie-l.iuil. Ii-xlnil en t,.',»eriisz>i>r ». le läciinte >Ie 8c»cl>", Basel 1798). Mehre ge-lehrte Gesellschaften hatten ihn zu ihrem Mitgliede gewählt. Durch jesuitische Um-gebungen zuletzt vorzüglich frommen Beschäftigungen hingegeben, starb er auf sei-nem Gute Warkland (in der Nähe von Dünaburg ) im Dec. 1810. 19.
Borda (Jean Charles), geb. zu Dax im Deport, des Landes den 4. Mai1733, Ingenieur, nachher ScbiffScapitain, berühmt durch s. Entdeckungen in derMathematik, die ihm eine Stelle in der Akademie der Wissenschaften, und in derFolge im Institute verschafften. 1771 machte er mit Verdun und Pingrä dieReise nach Amerika , um die Länge und Breite mehrer Küsten, Inseln und Klip-pen zu bestimmen und die Brauchbarkeit verschiedener astronomischer Instrumentezu bewähren. 1774 bereiste er in derselben Absicht die Azoren , die Inseln des grü-ne» Vorgebirges und die Küste von Afrika . Darauf war er in dem amerik. Kriegedem Grafen d'Estaing durch s. Kenntnisse vom Seewesen sehr nützlich. Später be-suchte er nochmals die azorischen Inseln, die Inseln des grüne» Vorgebirgesunddie Küste von Afrika ; allein die aus dieser Reise gemachten Beobachtungen sindnicht bekannt geworden. B. war der Stifter der Schiffbauschulc; er erfand einInstrument von einen,sehr kleinen Durchmesser, welches die Winkel mit dergröß-ten Genauigkeit mißt, und dessen man sich bei den Meridianmessungen bedient hat;den Mulriplicationskreis, welcher s. Namen unsterblich gemacht hat; ferner ein