Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
94
JPEG-Download
 

94 Bordeaux

Inclinatorium zur Messung der Neigung der Magnetnadel, und viele andre In-,sirumente. Unter seinen Schriften nennen wir s. „Oval,riebe« ->ur la ,«^Unwi-lle; kluitle«"; s. „Xonrelle loelboüe ziour vbserr cr >2 lou^ucur <ln z>e>,tl»le"z„lXouvenu «v«I<-rne cle poielr et mesure«. :,cko>>>>- pür lcs eint» Aencruux" w.Die vorzüglichsten sind seine 1778 in 2 Bdn. erschienene Reise und s. „lächle,tri^lnnn», trilsiies <Ieeioo->!c«", welche Delambre herausgegeben hat. B. starbzu Paris den 20. Febr. 1799.

Bordeaux , 17° 5' 46" L., 44° 50' 14" N. Br., in der LandschaftBourdelois des ehemal. Guyenne oder Aquitanien , Handels-und Hauptstadt dessranz. Derart. Girondeund eines Bezirks von 77 klM. und 223 863 E. am lin-ken Ufer der Garonne (mit der neuen, 700 F. langen, von 17 Bogen getragenenBrücke Ludwigs X VIII.), 12 deutsche Meilen von derMündung, zähltin 7800H.100,000 §. Die etwas alrerthümliche und finstere Stadt hat 19 Thore, wovon12 nach dem Strome und 7 nach der umliegenden Gegend führen, 2 Vorstädte(leS EhartrouS und St.-Severin), schöne öffentliche Plätze, angenehme Spazier-gänge, 46 kathol. und 1 Protest. Kirche. Ausgezeichnete Gebäude sind: die Kathe-drale, das Rathhaus Lambrure, worin die alten Herzoge von Guyenne residirtenund später das Parlament seinen Sitz hatte, die Börse, das Hole! >Ie« leime,,das Theater, das Vaurhall, der von Bonaparke 1810 erbaute Palast, und eineneu erfundene Mühle von 24 Gängen, welche bloß durch die Ebbe und Flut in Be-wegung gesetzt wird. —Bordeau: ist mit Mauern und festen Thürmen umgeben.Die kleinen Forts Haa und St.-Louis oder St.-Croix und das stärkere ChateauTrompctte vertheidigen den Hafen, in welchen die größten Kauffahrteischiffe ohneSchwierigkeit mit der Flut, die oft bis 12 Fuß steigt, den Strom heraufkommen,der aber durch Versandung etwas gelitten hat. — B. hat über 900 eigne Kauf-fahrteischiffe. Im Durchschnitt werden 100,000 Hxhoft Wein und 20,000 Oxh.Fraiubranntwein ausgcfübrt; die übrigen Ausfuhrartikel sind Weinessig, getrock-nete Früchte, geräucherte Schinken, Brennholz, Terpenthin, Glasflaschen, Kork ,Honia w. Eingeführt werden: Colonialwaaren, englisches Zinn, Blei, Kupferund Steinkohlen, Färbestoffe, Zimmer-und Schiffbauholz, Pech. Hanf, Leder,Heringe, Pökelfleisch, Käse ic. B. hat nächst Nantes den größten Antheil an demssanz. - amerik. Handel, eine Bank, eine Assecuranzgesellschaft,c. Seine Messen(im März und Oct.) sind von der größten Wichtigkeit für ganz Westfrankreich. AmWalisisch-und Siocksischsang nimmt die hiesige Kaufmannschaft Antheil durchdie Häfen von Bayonne, St.-Jean de Luz und Lt.-Malo. B. ist der Sitzeines Erzbischofs, eines Protest. Consistoriums, eines Präsekten, der II.Forst-conseivarion und des commandirende» Generals der 11. Militairdivision. Eshat einen königl. Gerichtshof, eine Handelskammer, ein Handelsgericht, eme1441gestiftete Universität, eine 1712 gestiftete Akademie der Wissenschaften, welche eineBibliothek von mehr als 55,000 Bdn. besitzt, eine 1670 gestiftete und 1768 er-neuerte Akademie der bildenden Künste mit einem Museum, ein Lyceum, eineLinne'-sche Geselisch., ein Taubstummeninsiitut, eine Handels-und Schifffahrtsschule :c.Unter den Fabriken sind die wichtigsten: 14 Zuckersiedereien, mehre Glashütten,Töpfereien, Wollenwaaren-und Spitzenmanufacturen. B. ist das Burdigalader Römer. Im 5. Jahrh, besaßen eS die Gothcn; die Normannen suchten esheim mit Brand und Plünderung. Durch die Berheirathung Eleonorens, TochterWilhelm X.. letzten Herzogs von Gupenne, mit Ludwig VII. kam cS a» Frank-reich . Da aber diese Fürstin 1152 von ihrem Gemahl verstoßen ward und sich nach-mals mit dem Herzoge von der Normandie vermählte, der später den Thron vonEngland bestieg, so siel es diesem letztere. Reiche zu. Nach der Schlacht bei PoitierS führte Eduard, der schwarze Prinz, den gefangenen König Johann von Frankreichnach Bordeaux , wo derselbe 11 Jahre lang wohnte. Unter Karl VU. kam es 1451