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Botanik (Geschichte)
ihümlicben Plane bearbeitete. Anö den Schriften der Akepandrier und aus eignenBemerkungeit setzte DioskorideS von Llnazarba im ersten Jahrh, unserer Zeitrech-nung ein Werk zusammen, welches eine mangelhafte Beschreibung von ungefähr1200 Pflanzen enthält, deren Ärzneigebrauch dem Vers. wichtiger ist als natur-gemäße Lchilterung oder systematische Anordnung. Dies Werk blieb fünfzehnJahrhunderte hindurch die cinüge Duelle botanischer Kenntniß. Die persischenund arabische» Ärzte setzten ungefähr 200 den Griechen unbekannte Pflanzen hin-zu, und es war also der Vorrath bekannter Pflanzen bei Wiederherstellung derWissenschaften auf 1400 beschränkt. Deutschland hat das Verdienst, die histo-rische Botanik zuerst gegründet zu haben. Die offenbare lluzulänalichkeit desDioskorideS, wen» mau die Gewächse Deutschlands kennen lernen wollte, und dieauffallende Ungereimtheit der Bemühungen Derer, die DioskorideS'? Beschreibun-gen ausdeutsche Pflanzen anwenden wollten, brachten Hieran, von Braunschweig ,Orho Braunfcls, Leonh. Fuchs, Hieran. Tragus und Konrad Geßner zu demEntschlüsse, unabhängig von DioskorideS die Gewächse des Vaterlandes zu unter-suchen und in Holzschnitten abzubilden. Der zuletzt genannte große Schweizer faßte zuerst den Gedanken, daß die Befruchtungsihcile die wesentlichen seien,und daß man darnach die Pflanzen eintheilen müsse. Ihnen folgten im 16.Jahrh, die It^iener Pet. Matthiolus , Audr. CäsalpinuS, Prosp. Alpini undFab. Columnaz die Belgier Dodonäus , Clusius und LobcliuS, und als Samm-ler der Franzose Dalechamp, der Engländer Gerard, die Deutschen Ioach. Ca-merariuS, Tabernäniontanus und Ioh. Bauhin, dessen Bruder Kaspar nichtallein die Zahl der bekannten Pflanzen durch zahlreiche Entdeckungen vermehrte,sondern auch die durch die Willkür in den Benennungen »»gemein verwirrte 'Ev-nonymik zu berichtigen suchte. Dies sind die Vater der Botanik, zu deren classi-schen Werken man hinaufsteigen muß, wenn mau mir Sicherkeit eine Pflanzevollständig bestimmen will. Durch die 'Anstrengungen dieser Männer war derVorrath bekannter Pflanzen zu Anfang des 17. schchrh. schon bis auf 5500 ange-wachsen. Das Bedürfniß der Anordnung wuchs mir derDermebrung desVor-raths. LobeliuS und Ioh. Dauhin wählten eine .r ilkürliche, zum Theil natürlicheAnordnung, indem sie Bäume, Gräser, Farrukr'-uter, Lilien und ähnliche Fami-lien aufstellten, aber ohne sich um einen leitenden Grundsatz zu bekümmern. Antr.CäsalpinuS war der Erste, der, nach Ko»r. Geßner'? Vorschlag, die Frucht linddie wesentliche» Theile des Samens als Gründe einer Eimheilung aufführte,welche bei vielen seiner Nachfolger, die man Fructisten nennt, die herrschendeRegel geblieben ist. Im 17. Jahrh, wurden diese Methoden von Rob. Morisonund John Ray dergestalt verbessert und ausgebildet, daß der Letztere schon auf dieBildung der Dlumenkrone und ihre Theile Rücksicht nahm, Rivinus aber ganzallein die Regelmäßigkeit der Blumenkrone oder ihre unregelmäßige Gestalt, undTournefort die Ähnlichkeit der Blumeukrone mit andern Gegenständen als Regelerkannten. Unterdessen wurde der Vorrath bekannter Pflanzen durch Morison,Plukcnet, Barrelier, Boccone, van Rheede, Petiver und Plumier vermehrn Eswurde im 17. Jahrh, durch Grew und Malpighi der Grund zur Pflanzenanatomiegelegt; die Chemie der Pflanzen ward von Homberg, Dodart und Mariotte ge-gründet, lind das verschiedene Geschlecht derselben von Grew, Morlaud lind Rud.Jak. CamerariuS entdeckt. Diese Entdeckung suchte Micheli sogar auf niederesdrganismcn, auf Moose, Flechten und Schwämme, anzuwenden. SolchenVorgängern und den großen Pflanzensammlern RumphiuS, Parkinson , Lloane,Flacourt, Commelpn, Buxbaum, Ammann und Feuilbe verdankte der unsterblicheLinus ih.ils den Gedanken zur Gründung seines «LtzstemS, theils die Kenntnißeiner sche großen Menge von Pflanzen. Er kannte bei der ersten Ausgabe seinerzckniitaruili" 7300 Arten, bei der zweiten AuSg. 8800. Wenn man