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Botanische Garten
aber bedenkt, daß ein mäßiges Herbarium jetzt schon I I bis 12,000 Arten enthält,so muß man über den Zuwachs des Pflanzenvorralhg seit 60 Jahren erstaunen.Linnö'S Gedanken von den beiderlei Geschlechtern der Pflanzen wurden in derFolge durch DilleniuS, Schmidel und Hedwig auf unvollkommene Gewächse aus-gedehnt. Das System ward von Adanson , Alston und Haller bestruten, vonSchreber , Scopoli, CrauH und Iaeguin weiter ausgebildet. Es wurden im 18.Jahrh, die zahlreichen Entdeckungen in der Pflanzenwelt von Ioh. Burniann,ff. G. Gmelin, Pallas, Forskal, Förster, Hasselguist, Biowne, Iacgui», Aublet,Commerson. L?tahl, Swartz, Aiton gemacht. Es wurde die Physik der Ge-wächse von Bonner , Du Haines Hilf Kölreuter und Ldencbier erweitert und mitneuen Entdeckungen bereichert, und so näherte sich die Botanik der Gestalt, inwelcher wir sie gegenwärtig erblicken. Die Geschichte dieser Wissenschaft hatSprengel vollständig in seiner „Geschichte der Botanik" (2 Bde., Leipz. 1818)erzählt. Eine kurze Darstellung des Liunö'schen Systems findet man in dem Art.Pflanzen. 43.
Botanische Gärten, Anlagen, in welchen Pflanzen aus allen Welt-gegenden und Klimate» gezogen werden. Der Zweck einer solchen Anstalt ist theilsUnterricht und Erweiterung der Wissenschaft, theils Liebhaber ei und Luxus. Beidein wissenschaftlichen Zwecke kommt es darauf an, eine möglichst große Mengevon Gewächsen aus den verschiedensten Familien dergestalt zu erziehe», daß sie zudem nöthige» Grade der Vollkommenheit gelangen, denn der Unterricht in derWissenschaft wird immer sehr beschränkt sein, wenn man nicht die abweichendstenPflanzenformen erläutern und dadurch den Blick auf den großen Zusammenhangder Natur im Gewächsrciche richten kann. Zu diesem Ente ist es nothwendig,daß der Aufseher einer solchen Anstalt einen beständige» Briefwechsel und Tausch-handel nicht allein mit den vorzüglichsten Gärtnern in Europa , sondern auch mitBotaniker» in fremden Weltiheilcn unterhalte; noch besser ist es, Reisende i» ferneGegenden und Welttheile zu schicken, um für eine solche Anstalt zu sammeln.Der Anfkeher muß das Klima und den Boden der Länder kennen, aus denen erSamen oder Pflanzen zur Anzucht erhält; er muß wissen, welche Gewächse imWasser, in Sumpfen, auf Wiese», auf Felsen oder auf andern Pflanzen wachsen.-Nach diesen Angaben wird die Aussaat und Anzucht der Pflanzen eingerichtet.Man sorgt daher m einem botanischen Garten für Häuser, in welchen man denGewächsen den gehörigen Grad von Temperatur geben kann. In unserm Klimasind besonders Treibhäuser nothwendig, die im Winker eine beständige Wärme von66 bis 6'° Fahre,ih. unterhalten. An diesem Ende werden sie vermittelst Canälegeheizt, die die Temperatur gleichmäßig verbreiten, und damit auch die Wurzelnder Pflanze» derselben Wärme genießen, grabt man die Töpfe oder Behälter der-selbe» in Gerberlohe oder kleingestampfte Eichenrinde ein, die in großen, breitenund tiefen Käuen aufgeschüttet und durch Zugießen von Wasser in den Grad einerlangsamen Gäkrung versetzt wird, welche die erzeugte Warme auf 5 bis 6 Monateunterhalten kann. Um den Pflanzen volles Licht und den nothwendigen Genußder Sonnenwärme zu verschaffen, läßt man nach der MittagSseike eine Fenster-wand schräge, gewöhnlich unter einem Winkel von 50°, aufführen; es ist mmö-thiger Aufwand, dieselben Fcusterwäude auch »ach den übrigen Himmelsgegendenhin zu richten. Da die frische Luft ein ebenso nothwendiges Bedürfniß deüWachsthums ist als Licht und Warme, so muß man entweder die Fenster fleißigöffnen oder Luftzüge neben den Heizcanälen anlegen. Um die Kälte abzuhalten,macht man die Fensterwände entweder doppelt oder deckt sie mit Läden, Schilfdeckenoder wollenen Vorhängen. — Außer den Treibhäusern gehören Gewächshäuser z»den nothwendigsten Gebäuden eines botanischen Gartens, worin bei uns Pflanzenaus dem südlichen Europa, vom Eap, Neuholland und Neuseeland überwintert