Bouillö
Bouillon
131
jenen Zeiten der Raserei hörte man die Stimme der Vernunft und Mäßi»gung nicht. Seitdem lebte er den Wissenschaften. Er war zugleich von denliebenswürdigsten Sitten, dienstfertig, freigebig und in jeder Rücksicht der hoch:sie» Achtung würdig. Bis in sein hohes Alter hatte er die Heiterkeit des Geistesungeschwächt erhalten.
Bouille (Frarwois Claude Amour, Marguis dc), einer der berühmtestenGenerale Ludwigs XVI., geb. den 19. Nov. 1139 zu Cluzel in Auvergne, wähltefrüh die militairische Laufbahn. Er zeichnete sich im stebenjähr. Kriege aus, wurde1168 Gouverneur von Guadeloupe , und eroberte 1118 Dominica, St.-Eustache,Tabago, St.-Christoph, Niöveg und Montserrat. Nach dem Frieden 1183 kehrteer nach Paris zurück und wurde Generallicutenant. Nun bereiste er England,Holland und einen großen Theil von Deutschland , bis er den Oberbefehl der 3 Bis-thümer in Lothringen bekam. In den Versammlungen der Notablen (1181 und1188) stimmte er für die von Calonne vorgeschlagenen Reformen, die aber derCardinal Brünne hintertrieb. Necker'S Ansichten bei der Zusammensetzung derLandstände billigte er nicht. In den ersten Jahren der Revolution erhielt er da-selbst, sowie in Lothringen, Elsaß und Franche-Comt-, die Ordnung, so gut erkonnte. Nur aufdringendes Verlangen des Königs beschwor er die Constitutionvon 1191. Er unterdrückte im Aug. 1190 den Ausstand der Garnisonen von Metz und von Nancy , und obgleich die Nationalversammlung ihm für die dabei bewie-sene Tapferkeit und K lugheit ein Dankschreiben zuschickte, so ward er doch eben da-durch den RevolukionnairS verdächtig. Kurz nachher ersah ihn sich Ludwig XVI. zum Beschützer bei seiner Flucht. B. machte so zweckmäßige Anstalten, daß derKönig ohne den Befehl, kein Blut zu vergießen, unfehlbar gerettet worden wäre.Durch diese Milde aber ward B. genöthigt, den König bei VarenneS seinem Schick-sale zu überlassen und sich unter dein Kugelregen der RevolukionnairS zu flüchten.Von Luxemburg aus schrieb er noch einen drohenden Brief an die National-versammlung und suchte dann die auswärtigen Mächte zur Bekämpfung der Re-publik zu bewegen. Er unterhandelte zu Wien, gewann insbesondere Gustav III. für sich und erhielt von Katharina II. das Verspreche», 30,000 M. unter Anfüh-rung des Königs von Schweden und des stanz. Generals marschiren zu lassen.Aber Gustav ward ermordet, die Kaiserin vergaß ihre Zusage, und B. begab sich1196 nach England. Hier schrieb er s. „Memoiren über die Revolution", welchein einer enal. Übersetz. (Lond. 1191), dann aus dieser ins Deutsche übergetragen(Hainb. 1198), und nach s. Tode auch in der Urschrift erschienen. B. starb inLondon den 14. Nov. 1803. Sein Sohn ist der noch lebende Generallieutenantv. Bouillö.
Bouillon, ein 2 Meile» breites und 4 M. langes Gebiet von 1 lUM.inden Ardennen, an der Grenze von Luxemburg und Lütticb. Dieses waldige undbergige Land besteht aus der Stadt Bouillon mit 1980 E., und 21 Flecken oderDörfern mit 16,000 E. Die Stadt, bisher der Hauptort eines CantonS imBezirke Leedan, Depart. der Ardennen, liegt zwischen Bergen am linken User desfischreichen Semois, 8 Meilen von Lütkich, 4 M. von Ivoix. Sie hat ein festesSchloß auf einem Felsen, das aber von höher» Bergen beherrscht wird. DasHerzogtbuni Bouillon besaß einst Gottfried von Bouillon , Herzog vonNiederlekhringen, an den es, alS einevon der Grafschaft Ardenne abgerissene Herr-schaft. verschenkt worden war. Um die Kosten zu seinem Kreuzzuge m bestreuen,verpfändete Gottfried sein Herzogst»»» Bouillon 1095 an Bisevos Albert von! Lattich. Nachdem das Hochstsst viele Iabre e? besessen, machten die Häuserla Marc und !a Tour d'Anvergne ibr Erbrecht aufBomIlon geluud, traten jedoch^ 1611 ihre Anst»»-!? daran gegen 110.»00 brabaul. Gulden dem Stifte Lattich ab.jz I»i Kriege von 1612 eroberte Frankreich auch Bouillon, und Ludwig XIV. schenkte