Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Bourdaloue

Bourdonnaye 139

sie sich der schwer zugänglichen Insel nur mit Vorsicht nähern. Das Klima istgesund, doch wüthen oft Orkane. Unter 90,900 Einw. gibt es 20,000 Europäerund 5000 freie Neger. Alles, was Arabien, das asiatische Inselmeer und dassüdliche Europa erzeugen, gedeiht hier. Die franz. Regierung hat zur Landesver-theidigung eine zahlreiche Miliz organisirt. — Die Hauptausfuhr ist Eaffee (über7 M>ll. Pfd.), Reis, Taback, Gewürze, Indigo, Pfeffer, Harze, Campher,Zucker, Baumwolle, Cacao, Schlachtvieh, Holz und selbst Weizen. St.-DenyS,ein Flecken, ist der Hauptort der Insel.

Bourdaloue (Louis), der Reformator der Kanzel und der Gründer derechten geistlichen Beredtsamkcit in Frankreich , geb. zu Dourges 1632, war 16 I.alt, als er in die Gesellschaft Jesu trat. Seine Lehrer vertrauten ihm nach undnach den Lehrstuhl der Humaniora, der Rhetorik, der Philosophie und der theolo-gischen Moral. 1669 bestieg er die Kanzel, auf der er um so mehr glänzte, alser, ganz im Gegensatze der geschmacklosen Prediger seiner Zeit, mit kraftvoller undecht religiöser Beredtsamkeit die Leidenschaften, schwachen und Irrthümer derMenschen bekämpfte. Die Würde seines Vertrags und das Feuer seiner Redemachten ihn berühmt mitten unter den Siegen eines Turcnne, unter den Festen zuVersailles und unter den Meisterwerken der Kunst und der Literatur, in den Zeiteneines Corneille und Racine. Ludwig XI V. rief ihn im Advent 1670 an den Hof,und B. fand so großen Beifall, daß er noch 10 verschiedene Male an den Hof be-rufen ward. Nach der Zurücknahme des EdictS von Nantes ward er »ach Lan-guedoc geschickt, um den Protestanten die Lehren des katholischen Glaubens an-schaulich zu machen, und es gelang ihm bei diesem mißlichen Geschäfte, die Würdeseines PriesteramtS mit den heiligen Rechten der Menschheit vollkommen zu verei-nigen. In den letzten Jahren seines Lebens entsagte B. der Kanzel und widmeteseine Sorgfalt Hospitälern, Gefängnissen und frommen Anstalten. Überhaupt wußteer stets seinen Vortrug dem Fassungsvermögen Derer anzupassen, denen er Rath undTrost ertheilte. Einfach mit demEinfachen, gelehrt mit dem Gelehrten, Dialektikermit dem Geistlichen, ging er siegreich aus allen Verhältnissen hervor, in welche ihnNächstenliebe, heiliger Eifer und tiePstchwn seines Standes versetzten. Von Allengleich geliebt, üble er eine Art von Herrschaft über die Geister aus. Keine Rücksichtkonnte ihn je der Freimüthigkeit und Rechtschaffenkeit ungetreu machen. Er starb170-1. Auch im Auslande sind seine Reden durch Übersetzungen bekannt. (NeuesteAnst. s. „bor, »»»;", ^Zersailles 1812 fg., 16 Bde.)

Bourdon (Sebastian), ein berühmter franz. Maler, geb. zu Montpellier 1616. Sein Vater, ein Glasmaler, gab ihm den ersten Unterricht; darauf ginger nach Paris und in einige Provinzialstädte. Dürftigkeit nöthigte ihn aber, Soldatzu werden. Nachdem er seinen Abschied erhalten, ging er nach Italien , arbeiteteunter Andr. Sacchi und Claude Lorrain , und copirle viele große Werke. Nachherging er nach Frankreich zurück, wo er seine Kreuzigung des h. Petrus für die Notre-damekirche malte. Als ihn die religiösen und bürgerlichen Streitigkeiten aus Frank-reich 1652 vertrieben, nahm ihn die Königin Christine von Schweden zu ihremHofmaler an. «später machte er sich in seinem Vaterlande durch mehre große Werkeberühmt, darunter: der todte Christus; die Ehebrecherin; die alten Könige vonBurgund auf dem Raihhause zu Ach. Übrigens besaß er keinen eignen Styl,sonder» malte immer in A"drer Weise. Auch war er ein guter Kupferstecher.Ünter andern sind die 7 Werke der Barmherzigkeit von ihm gestochen worden. Erstarb 1671, mit Ausmalung der Decke der Tuilerien beschäftigt.

Bourdonnaye (Bernard Franyois Makss de la), geb. 1696 zu Wt.-Malo, wußte schon im 10. I. das Steuerruder zu führen. 'Als Generalgouvcrneurvon Isle de France und Bourbon setzte er beide Besitzungen i» den blühendsten Zu-stand. In demKriege von 1741 griff er mit 9 kleinen Kriegsschiffen von Bourbon