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Zweiter Band. Bo bis C.
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Bourgogne (Louis, Herzog von)

das engl. Geschwader an, zerstreute dasselbe und unternahm die Belagerung von Ma-dras. DerPlatzergabsich imSept.1746, und die Besiegten zahlten ein Lösegeld vonö Mill. Fr. -Obgleich die Regierung den gemessensten Befehl ertheilt hatte, keineEroberung auf dem festen Lande zu behaupten, B. also, indem er dieses Lösegeld an-nahm, nur jenem Befehle streng nachgekommen war, so ward er dennoch beschuldigt,dem Feinde ein zu geringes Lösegeld auferlegt zu haben. Der Generalgouverneur vonPondichery , Jean Franevis Dupleix, erklärte die Eapitulation für ungültig, be-mächtigte sich der Schiffe B.'ü und wollte Diesen selbst verhaften lassen. Za ererstattete im Namen des DirectoriuniS der indischen Gesellschaft über dessen Beneh-men einen so nachtheiligen Bericht nach Paris , daß B. zum Lohne seiner Thatenin die Bastille geseht wurde. Nach einem 4jähr. Proceß ward seine Unschuld an-erkannt, und mit der Freiheit erhielt er auch seine Würde wieder. Allein baldnachher, 1754, als man angefangen hatte, auch seinem Todfeinde Dupleix denProceß zu machen, starb er an den Folgen der langen Gefangenschaft. (S.„Labourdonnaye's Leben", von Hasse, in Niemever's „Biographien", lll.)

Bourgogne (Louis, Herzog von), geb. 1652 zu Versailles , der Sohn desDauphins, des Sohns Ludwigs XI V. und der Prinzessin Anna von Baiern. (fnseiner frühesten Jugend war er hartherzig, zornig, eigensinnig, leidenschaftlich füralle Genüsse und zur Grausamkeit geneigt; er verspottete mit ungewöhnlichemScharfsinne die Lächerlichkeiten Derjenigen, die in seiner Nähe waren, sowie seineAntworten, selbst wenn er im Zorne war, stets mit Sicherheit das rechte Ziel tra-fen. Die Erziehung dieses 7 Jahre alten Prinzen wurde Fänclon, Fleury undBeauvilliers anvertraut. Es gelang denselben, seine Neigung zu gewinnen undihn zum Guten zu führen. Aus dieser Verwandlung ging ein liebenswürdiger,menschlich gesinnter, bescheidener Prinz hervor, der seine Verpflichtungen treu er-füllte. 1697 heirathete er die geistvolle, liebenswürdige Prinzessin Adelheid vonSavoycn, die eine Zierde des Hofes war und von ihrem Gemahle mir der innigstenZärtlichkeit geliebt wurde. 1699 ließ Ludwig XIV. zur milirairischen Bildungseines Enkels ein Lustlager bei Compiegne halten und ertheilte demselben 1702den Befehl über das Heer in Flandern, welchen er unter dem Marschall Boufflers fühlte, und wo er in einem Cavaleriegefechte bei Nimwegen Entschlossenheit undMuth bewies. Später ward der Prinz, unter den bedenklichsten Umstanden, zumOberbefehlshaber der Heere in Flandern ernannt, und mit Verhaltungsbefehlen,welche ihn vom Herzoge von VcndOme abhängig machten, Marlborough und demPrinzen Eugen entgegengestellt. Die Mißverständnisse zwischen dem Prinzen undVendOme zogen die traurigsten Folgen nach sich. Ganz Frankreich klagte ihn alsden Urheber der Unglücksfälle an, und gab dieselben nicht bloß seinem furchtsamenEbarakter, sondern auch seiner zu weit getriebenen Religiosität Schuld. Nichts-destoweniger schien es, als ob es dem Prinzen gelungen wäre, sich im Betreff sei-ner Kriegsunternebinungen bei dem .Könige z» rechtfertigen; Vendäme hingegen,der sich gegen den künftigen Thronfolger sehr unbescheiden benommen hatte, fiel inUngnade, ward ,.doch von der Gegenpartei, zu der selbst Ludwig X l V. gehörte, be.aünstigt. 1711 ward der Herzog von Bourgogne durch den Tod seines VatersDauphin, und nun erst fing er an, nachdem er den Zwang, in welchem er bis dahingehalten, von sich abgeworfen hatte, die Aufmerksamkeit des Hofes auf sich zu zie,he» lind sich das Zutrauen des äeenigS zu erwerben, der ihn zum Reichsgehülfen an-nahm. Frankreich erwartete von den Tugenden und den treffliche» Anlagen desPrinzen eine dem Lande ersprießliche Ruhe, als dieser ploklich am 15. Febr . 1712von einer Krankbeit weggerafft wurde, nachdem 6 Tage vorher sei,leGeiiiahlni und20 Tage vorher sein ältester Sohn ein Opfer derselben .Krankheit geworden waren,^n weniger als einem Jahre halte Frankreich 3Dauphins gesehen, und sogar dervierte, der jüngste Sohn des Herzogs von Bourgogne , nun der einzige Erbe des