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Zweiter Band. Bo bis C.
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143 Boursault Boussole

lungsorte, und es gab keine Thorheit, die nicht in demselben ausgeübt winde. AIssie jedoch ihre religiösen Träumereien auch auftie Politik übertragen wollte, stand sieauf dem Punkte verhaftet zu werden, fand aber Gelegenheit, nach Holstein zu ent-fliehen. Diese herumirrende Lebensart mußte sie nothwendig vielen Gefahren aus-setzen, obgleich sie behauptete, ein Gegenmittel gegen jede Art von Beleidigung zubesitzen. Denn sie war nicht allein an und für sich sehr keusch, sondern sie glaubteauch denjenigen Personen, die sich ihr näherten, die Keuschheit ebenfalls mitzuthei-len. Dies läßt sich bei ihrer auffallenden Häßlichkeit leicht glauben. Dennoch ist eserwiesen, daß sie zu verschiedenen Malen die heftigste Liebe eingeflößt hat. Inihrem60. Jahre hakte sie noch Nichts von der Lebendigkeit und Thätigkeit ihres Geistesverloren. Sie befand sich auf der kleinen Insel Nordstrand an der Spitze einerziemlich zahlreichen Religionssekte, die sich jedoch streng verborgen hielt, alsdasVer-bot an sie erging, von der Druckerei, die sie, um ihre Schriften zu drucken, in ihremHause hatte, Gebrauch zu machen. Da sie keine» Gehorsam leistete, mußte siefort, und nahm ihre Druckerei nebst ihren Papieren aufeinem Wagen mit sich. Siezog mit einigen ihrer Anhänger nach Harlem , dann nach Holstein. 1672 sehte siesich in Husiun fest und ließ ihre >Lchriften drucken. Hier vertrieben, ging sie nachSchleswig, dann nach Hamburg , wo sie an La Coste und Pet. Poiret Anhängerfand. Auch aus Hamburg ward sie vertrieben, worauf sie sich nach Ldstfrieslandbegab, wo sie der Baron von Lutzbnrg zur Vorsteherin eines Hospitals einsetzte.Aber auch hier wollte man sie ihres unruhige» Geistes wegen nicht dulden; sie starbendlich 1680 auf ihrer Rückreise nach Holland zu Franeker . Eine Sammlung ihrereine feurige Beredisamkeit beurkund. Schriften, in 19 Bdn., ist 1686 erschienen.

Boursault (Edme), geb. zu Mussi-l'Eveque in Bourgogne 1638, wuchsohne alle Erziehung auf und kam 1651 nach Paris , ohne mehr als die Mund-art seiner Provinz zu verstehen. Hier lernte er französisch sprechen und schreibenund brachte cS in kurzem so weit, daß man ihn; den Auftrag gab, ein Buch für dieErziehung des Dauphins abzufassen. Dieses Buch, „sta vörit-istlr rlnsto >>»8;>>u v> r,ü u-", gefiel dem Könige dergestalt, daß er Boursault zum Unterlchrer feinesSohnes ernannte. B. schlug die Stelle aus, weil er kein Latein versiebe. Aus dem-selben Grunde wollte er nicht in die Akademie treten. I» seiner Jugend batte er eineZeitung in Versen unternommen, welche den König und den ganzen Hof sehr belustigte»ndihmeine Pension von 2000 LivreS eintrug. Da er aber eines Tages ein lustigesAbenteuer, das einem Eapuziner begegnet war, zum Besten gegeben hatte, bewirkteder Beichtvater der Königin, daß die Zeitung unterdrückt wurde, und ohne Schlitz desgroßen Cond' würde B. in die Bastille gesetzt worden sein. Eine andre Zeitung wurdewegen 2 boshafter Verse auf den König Wilhelm, mit dem man eben inFriedenSun-terhandlimgcn stand, ebenfalls unterdrückt. Glücklicher war er auf dein Theater.Mehre seiner Stucke wurden mir dauerndem Bestalle gegeben, u. a. „Hz,,- ä l-,ville" und ,,k.8i>pe L 1.1 ooiii", die noch jetzt zuweilen aufgeführt werden. Seinebeiden Tragödien: Bl.irie 8i»i,t" und „Orminwns", sind vergessen. B. hattedas Unglück, mit Mola re und Boileau in Streit zu gerathen. Er schrieb eine ab-scheuliche Kritik der „IGoie ilre wiu,»o»" u. d.T.: „I.c plirlitüt <lii peiutre";Mola re züchtigte ihn dafür in seinem „Impromptu >><- Vrr-alll,'-,". Um sich anBoileau zu rächen, der ihn in seinen Satvren verspottet hatte, schrieb er ein Lust-spiel: „>ii>,i- ele-8 .-.ttvio-", dessen Aufführung aber Boileau verhinderte. B.nahm in der Folge eine edlere Rache. Er hörte, daß Boileau sich in den Bädernvon Bourbonne in Geldverlegenheit befände, eilte zu ibm und nöthigte ihn , einDarlelm von 200 Louisd'or anumebmen. Von einer solchen Großmurh gerührt,schenkte ihm Boileau seine Freundschaft und strich den Namen Boursault aus sei-nen Sa>l t en weg. B. starb m Monlu on 1701.

B o u fso l e, die MagmiNud.lmitihtimiGchäufeund deraltfselbtgenianZe-