141
Bourgogne Bomignon
Throns, nachmals Ludwig XV. , schwebte in Gefahr. Die öffentliche Stimmeklagte den Herzog von Orleans, nachmaligen Regenten von Frankreich , als denUrheber dieser Unglücksfälle an, den jedoch Ludwig XIV. selbst davon freijprach.
B o u r g o g n e, s. Burgund .
Bourgoin (Therese), s. Pariser Theater.
Bourgoin g (Jean Franeois, Baron de),geb.zu Revers d. 20. Nov. 1718und gest. d. 20. Juli 1811 zu Karlsbad als stanz. Gesandter am dresdner Hofe, einwegen st ineS vortrefflichen Charakters und seiner ausgebreiteten Kenntnisse geschätz-ter Gelehrter, hattesich, nachdem erdie militairische Laufbahn verlassen, derDiplo-matik gewidmet, studirte zu Snasburg und wurde als Legaeionsseeretair bei Mont-rnorin's Gesandtschaft am Hofe zu Madrid angestellt. Hier lebte er 9 Jahre underwarb sich dadurcb eine genaue Kenntniß von Spanien , wovon seine treffliche „Reisei» Spanien " den Beweis gibt. Es sind davon fast in allen europ. Sprachen Über-setzungen erschienen. Zn der Folge ward er von Ludwig XVI. als bevollmächtigterMinister zu den Fürsten und Stänken des niederstichst Kreises nach Hamburg ge-schickt, wo er den 1.April 1789 eiuenHaudelS-und Schifffahrisvertrag mit Ham-burg abschloß. Er erwarb sich bei dieser Leudung die Achtung und Liebe aller Ham-burger. 17 92 ging er als stanz. Gesandter an den stau. Hof, hatte aber hier mitvie-len Hindernissen zu kämpfen. Erst als Aranda dem Grafen von FloridaBlanea imMinisterium gefolgt war, ward er in seiner Eigenschaft anerkannt. Beim Ausbruchcdes Kriegs zwischen Spanien und Frankreich wardB. zurückberufen und lebte nunohne öffentlichen Charakter;« Paris , wo er sich den Wissenschaften und der Heraus-gabe einer Zeitschrift widmete. Endlich ward er nach der Revolution des 9. Nov.1799 (18. Brumaire) der diplomatischen Laufbahn zurückgegeben und als Botschaf-ter nach Kopenhagen geschickt, vonwoer 1801 m derselben Eigenschaft nach Stock-holm ging. Auch hier, sowie in Kopenhagen , erwarb er sich durch seine Tugendenund schätzbaren Kenntnisse allgemeine Achtung und ward Ehrenmitglied der schweb.Akademie der Maler - und Bildhauerkunst. Außer seiner Beschreibung von Lpaniengab er auch die Reise des Herzogs von Ckatelet nach Portugal heraus. Von seinerKenntniß der deutschen Sprache zeugen st Überst von Batsch's „Botanik für Frauen-zimmer", Archenholz'S „Gesch. der Flibustier" u. a. Schriften. Zwei Söhne vonihm dienen in der Armee; ein dritter Paul, Eher'. deB., geb. 1792,Verf.des histor.Romans: „ste piisunnior e» Iln^sch" (Paris1816), ist in der Diplomatie.
Bourigno n(Antoinette), eine berühmtereligiöseSchwärnierin,geb. 1616zu Lilie, die Tochter eines Kaufmanns, kamst häßlich zur Welt, daß ihre FamilieRath untersteh hielt, ob man nicht das Kind, gleich einer Mißgeburt, ersticken solle.Zhr Geist entwickelte sich schnell. Das Lesen mpstischer Bücher und der Geschichte derersten Christen erhitzte ihre Einbildungskraft so, daß sie Erscheinungen zu haben vorgabund sich berufen fühlte, den reinen Geist des Evangeliums wiederherzustellen. Inihrem 20. I. wollte man sie verheirathen, aber in dem Augenblicke, wo die Feierlich-keit vorsiehgehen sollte, entfloh sie in Mannskleidern. Durch die Vermittelung desErzbischofs von Cambray kam sie in das Kloster des heil. SimphoriuS, wo sie einigeNonnen für ihre Meinungen gewann und sich bald an der Spitze einer bedeutendenPanei sah. Eben wollte sie mit ihren Iüngerinnen entfliehen, als der BeichtvaterdesKlosterS ibrVorhabenentdcckreund die B. aus der Ltadt jagen liess. Nun durch-streifte sie das Land, und ward, als ihr die beträchtliche Erbschaft ihresVaters 1618zugefallen war, zur Vorsteherin eines Hospitals zu Lilie 1662 ernannt. Hier haltesie neue Erscheinungen und glaubte nichts als Zauberer und böse Geister zu erblicken,wodurch ihrKopf dergestalt in Verwirrung gerietst daß die Polizei ihre Entfernungaus Liste bewirkte. Nun durchreiste sie Flandern , Brabant, und kam endlich nachAmsterdam , wo sich damals viele Religionsneuercr aufhielten, und wo sie ihre Of-fenbarungen drucken ließ. Ihr Haus diente allen Religionssekten zum Dersamm-