Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Bratlow

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Braga

rühmten Mondtaftln. B., der so viel für die Wissenschaft that, war zugleichbescheiden, wohlwollend, menschlich und großmüthig. Er starb am 13. Juli1762, 7V Jahre alt.

Braga , s. Nordische Mythologie.

B r a g a n z a , s. Portugal .

Braham, einer der größten Kunstsimger Englands und unserer Zeit über-haupr. Seine Tenorsiimme ist an Kraft, Umfang und Biegsamkeit einzig. SeineStimmleüer enthält gegen 19 Töne, denen er fast jeden Grad der Stärke zu gebenweiß, und er hat sinn Fallsett (von l> bis,1) so ganz in seiner Gewalt, daß es beimAuf- und 'Absteigen der Scala kaum möglich ist, zu unterscheiden, auf welchemTone dasselbe die natürliche Stimme ablöst. Seine Intonation ist hinsichtlich derQuantität und Qualität des Tons vollkommen zu nennen, und sinn Ton nimmtleicht den Charakter des Zustandes an, den er ausdrücken soll. Seine Ariiculation istebenso vortrefflich, nicht eine Sylbe geht dein Zuhörer verloren; daher er auch imRecitativ Meister sein kann. Unglaublich ist die Beweglichkeit seiner Kehle, sinneFertigkeit im Tonlaufen, wo auch sein Ton reiner ist als anderswo, und der Vocalunverändert bleibt. Er fliegt durch den ganzen Umkreis seiner >Ltimine leicht dahin,macht die kühnsten Sprünge von den höchsten zu den tiefsten Tönen und chromati-sche Läufe mit unglaublicher Fertigkeit. Der Zuhörer wird nie durch Furcht des Miß-lingens gestört, und es ist daher gar wol zu erklären, wie eine Fähigkeit, die ihremBesitzer ein so unbegrenztes Vergnügen gewähren muß, oft mit verschwenderischerFreigebigkeit angewendet wird. B. geht in jede Composition mit einem glühendenGefühle ein, das ihm die lebhaftesten Farben verleiht und alle seine natürlichenMittel in Bewegung setzt. Er steht immer unter dem Einflüsse des Enthusiasmus,und s. Imagination ergießt sich mit verschwenderischer Fülle über Empfindung undLeidenschaft, über Melodie, Ausdruck und Verzierungen. Aber eben hier ist es, ivoer die Grenzen der Kunst überschreitet und oft mehr Erstaunen als Wohlgefallenerweckt, oft ebenso sehr abstößt'als ergötzt und nur allzuhäusig die Ausammen-wirkung zerstört. Im Besondern entstehen hieraus jene unbeschreiblich widrigenrind gezwungenen Töne, jene plötzlichen Unterbrechungen, gewaltsamen Ausfalleund unmäßigen Anhäufungen von Noten, welche den Gesang entstellen und dieVermischung des Kirchen-, Theater-und ConcertstylS (in welchen allen er ab-wechselnd zu singe» hat). B.'s Beispiel ist nicht ohne Folgen geblieben, den» dasganze Königreich ertönt von den Gesängen seiner Nachahmer, und eine Generationmuß vorübergehen, ehe der falsche Geschmack, welcher durch B.'S Verirrungen injedem Winkel Englands fortgepflanzt wird, vertilgt werden kann. Obgleich also B.einer der größten Sänger ist, welche vielleicht irgend eine Zeit hervorgebracht hat,so dürfte» doch im Einzelnen sebwerlich so vielseitige Mittel und so seltsam glän-zende Fehler in einem und demselben Künstler vereint gefunden worden sein. Ersingt am Drurylane-Theater; auch ist er Componist, z. B. der Oper: „DasCabinet", wo er, wie meistens, die Hauptparrie hat. '! t.

B r a h e, s. Tucho de Brahe.

Bra > low (Braila ), eine wichtige türkische Festmig in der Walachei aufdem nördlichen Donauufer, mit 30,000 E., die stets ein Pascha von 3 Roßschweifeneommandirt, im türkischen Militairdistricte dieses Fürstenthums, welcher ungefährso, wie die sogen. Militairgrenze von der östr. Regierung an der türk. Grenze, orga-»isirt ist. Die Festung liegt an der Einmündung des Serelh in die Donau , welchesich dort in 6 Arme theilt, die ein zwischen den Russen und Türken neutrales Landumfassen. Einer derselben bildet den Hafen der Stadt. Von hier wird viel wa-lachisches Getreide nach Konstantinopel verschifft, auch ist der Hausinsifchfang»n schwarze» Meere dort sehr bedeutend. Am 19. Juni 1828 nahmen dieRussen diese Festung mit Capikulation.