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Zweiter Band. Bo bis C.
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Bradley

denn goldene nnd kupferne Brackeaten gehören wol nur der spätern Zelt an. DerName Bracteat weist selbst auf Byzanz hin (nach Isidor von rauschen,

daher bii-cw-u», , ein Stückchen Rauschgold), denn der urkundliche aus der Zeit,wo ste im llmlause waren, ist ckenurins, nMnet.i, c>bolu8, z>!>n»i»^u8. Bei derUnförmlichkeit der meisten wird man sich schwer überzeugen können, daß ste, wieMader annahm, ein merkwürdiges Zeichen des sich regenden deutschen Kunstgeistesseien. Zunächst dienten ste als Aufgeld beim Waarentausche und wurden, theilsihrer Zerbrechlichkeit wegen, theils um den Prägschatz recht oft zu gewinnen, sehrhäufig umgeschlagen. Man trug ste in eignen steifen rindSledcrnen Taschen undschätzte sie nach dem Gewichte. In zierlichern ahmte man später unter Heinrich ll.die Majestätssiegel nach, doch blieb in den Ländern, wo römische Münze im Um-laufe gewesen war, eine Form, die jener sich näherte, immer beliebter. Die Tour-nosenform, die von diesen Ländern ausging, verdrängte bald, als mit zunehmen-dem Handel und allgemeiner Bearbeitung der entdeckten Bergwerke die Masse deredeln Metalle sich mehrte, diese gebrechlichen Münzen, die für die Geschichte vielerGegenden von vorzüglichem Werthe sind. Sehr gute Abbildungen von einer rei-chen Bracteatensammlung, welche die Originale beinah ersetzen können, findet manin W. G. Decker's „Zweihundert seltenen Münzen des Mittelalters" (Dresden 1813, 4.). In neuern Zeiten hat man ältere seltene Dracteaten, oft mir sehr ver-wirrenden Abweichungen, nachgeschlagen und das Studium dieser Münzen da-durch sehr erschwert. 19.

Bradlev (James), geb. 1692 zu Shirnborn in England, Astronom,hatte zu Oxford Theologie studirt und ward als Pfarrer angestellt; allein seineNeigung zur Astronomie zog ihn bald von dieser Laufbahn ab. Ein Oheim un-terrichtete ihn i» den Anfangsgründen der Mathematik; eigner Fleiß brachte ihnweiter, und 1721 ward er P'..oseM. der Astronomie zu Oxford . Sechs Jahredarauf(1727) machte er seine Entdeckung über die Abirrung des Lichts (s. d.)bekannt. Aber so bedeutend auch die Genauigkeit in den astronomischen Be-obachtungen durch diese Entdeckungen befördert, und so genau die Abweichungenbestimmt wurden, so entgingen die noch bleibenden, wiewol sehr geringen Unter-schiede B.'S Beobachtungsgeiste nicht. Er verfolgte sie 18 Jahre lang mit be-wunderungswürdiger Beharrlichkeit und fand endlich, daß man sie vollkommenerkläre, wenn man der Erdachse eine geringe schwankende Bewegung beilege, wel-che während der Umlausszeit der Mondsknolen, d. h. in 18 Jahren, vollendetwerde. Er nannte diese Erscheinung das Wanken der Erdachse (Nutation, vgl.Wanken der Erdachse) und machte die daher entstehende scheinbare Bewe-gung der Fixsterne mit ihren Gesehen 1748 in den Transactioncn („l'lülos.tr.in,^>ut.", n. 785) bekannt. D'Alembcrt hat nachher durch Rechnung die phy-sische Ursache dieses Wankens nach der Theorie der allgemeinen Anziehung aufge-stellt. Durch beide Entdeckungen ist es erst möglich geworden, die gehörige Ge-nauigkeit in die Tafeln über die Bewegungen der Himmelskörper zu bringen.Schon 1726 hatte B. in einer Abhandlung gezeigt, wie man vermittelst der Ver-finsterung des ersten IupiterStrabanten die Längen messe» könne. 1741 erhielt er,nach Halley's Tode, den Posten eines königl. Astronomen und bezog die Stern-warte von Greenwich . Hier verlebte er den Rest seiner Tage ohne andern Ver-kehr als mit dem Himmel, und sammelte 13 Bände Fol. von seinen eignen Be-obachtungen. die er im Manuseripte hinterließ. Don diesen erschien 1798 der1. Dd. durch HoreSbu: „ck-t,, IN. «!>>>, 'i v.-,t. in.nlc -it tlie >>b;e> .it Orccn--vicl, 1750 — 62 (Oxford 1805, 2 Bde., Fol.). Aus dieser reichen Fundgrubehat man Tausende von Beobachtungen der Eonne, des Mondes und der Planetengezogen, die, geschickt mit einander verbunden, in alle unsere astronomischen Ta-feln Genauigkeit gebracht haben. Hier schöpfte Mayer die Elemente seiner be-