Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
154
JPEG-Download
 

154 Brandafsecuranz Brandenburg

deßhalb auch den kalten (-ipbaeeln-i) nenn't. Plötzlich lassen die Schmerzen nach,der Kranke fühlt sich scheinbar besser (besonders bei innern Entzündungen, wo manden angegriffenen Theil nicht sieht); allein der Puls wird klein, weich und schwach.Bei äußern Theilen sieht man, daß die Geschwulst ihre Rothe und Spannung ver-liert, dagegen bleifarbig, grau und endlich schwarz wird. An dem brandigenTheile entstehen Blasen von dem Absondern de« OberhäutchenS, welche zuweilenmit wässeriger, zuweilen auch mit blutiger Feuchtigkeit angefüllt sind. Der vomBrande ergriffene Theil wird endlich kalt und verhält sich als todte Masse. DasLebende sucht das Fremdartige abzustoßen, wenn noch Lebenskraft genug da ist,oder diese hinlänglich unterstützt wird. Um den brandigen Theil herum bildet sichin diesem Falle eine Grenze, welche der Brand nicht überschreitet; eine von dennochlebenden und entzündeten benachbarten Theilen bewirkte Eiterung stößt das Abge-storbene von sich. Ist aber die Lebenskraft zu schwach hierzu, so kriecht der Brandweiter und verbreitet seine verderbliche Wirkung über das ganze Nervensystem. Esscheint, als wenn von dem todten faulenden Theile sich ein lähmendes Gift aufdasselbe verbreite, welches bald seine schwächende Wirkung darauf zeigt, indem derKranke unter stets zunehmender Schwäche mit Ohnmachten, Irrereden und andernNervenzufällen dem Tode entgegengeht. Bei schwacher, ungesunder, kachektischerLeibesbeschaffenheit ist der Brand allemal gefährlicher; an innern Eingeweiden ister fast immer tödtlich. Stellen sich bei dem Brande Zufälle eines verletzten Nerven-systems ein, so ist er ebenfalls beinahe immer tödtlich. II.

Brandafsecuranz, s. Feuerversicherung.

Brandeln, Dränder oder Zünder, auch Brand- oder Schlagrohr,s. Bomben.

Brandenburg . Normals lebten in diesem Landstriche die Sueven(s. d.). Unter ihnen hatten die Semnonen in der heutigen Mittelmark, und dieLangobarden in der Alkmark ihren Sitz. Im I. 5 nach Chr. wurden die Longo-barden genöthigt, über die Elbe zu gehen, aber bald nachher von Marbod , demKönige der Markomannen, welcher damals Böhmen beherrschte, zurückgedrängt.Nachdem sie sich darauf im I. 19 in den Schutz des Cheruskers Hermann be-geben hatten, theilten sie, während der ersten Jahrh, unserer Zeitrechnung, dasSchicksal der übrigen norddeutseben Völkerschaften, verließen bei der großen Völ-kerwanderung, nebst den Semnonen, ihr Vaterland und stifteten das lonibardischeReich in Italien . In die verlassenen Länder rückten Wenden oder slawischeVölker, von denen die Wissen die vornehmsten waren. Diese bauten mehreStädte, unter denen Brannibor (Brennabor, Brandenburg ) sich auszeichnete.Sie wurden mit den Franken und Sachsen in der jetzigen Altmark (die zu Ostfalen oder Ostsachsen gehörte) in Kriege verwickelt und geriethen nachher (789) nebstdiesen unter die Botmäßigkeit Karls des Großen, machten sich jedoch unter seinenNachfolgern wieder unabhängig und beunruhigten (902) Sachsen und Tbüringendurch häufige Einfälle. Endlich unterjochte Heinrich, König der Deutschen, dieWenden, überwand die Heveller an der Havel , die Rhetarier in der Ukerniark,lind eroberte Brannibor. Zur Beschützung der sächsischen Grenze wurden (931)besondere Grafen zu Soltwedcl (Salzwedel ) eingesetzt, welches die ersten Mark-grafen von Nordsacksen oder von der wendische» Mark waren. Die MarkgrafenGero und Dietrich besiegten zwar die unruhigen Wenden, dock erneuerten sich dieKriege mit abwechselndem Glücke. Seit 1056 hießen die Markgrafen von Nord-sackft» (der jetzige» Altmark) auch Markgrafen von Stade , seitdem jene Markan die Grafen von Stade gekommen war. Graf Udo war von diesen der Ei ste,und Udo I V. (st. 1130) der Letzte. Über 300 Jahre hakten die Kriege der Wen-den mit den Deutschen an der Elbe gewährt, als Kaiser Lothar (1131) Albrechtden Bär, Grafen von Askanien , mit der Nordmark belehnte. Albrecht machte