156 Brandenburg (Geschichte) unter den Hohenzollern
und Friedrich Vl., als Kurfürst zu Brandenburg Friedrich I. genannt, wurdeder Stifter des jetzt regierenden königl. preußischen Hauses. Unter diesem Re-genten, der seinen Sitz zu Berlin nahm, «kehrten Sicherheit und Wohlstandin die verwilderte Mark zurück. Friedrichs l. 29jährige Regierung befestigtedie hergestellte Ordnung, erweckte den dritten Stand zu einem kräftigen Lebenund begründete eine zweckmäßige StaatSwirlhschast. Sein Sohn, Friedrich II.der Eisenzahn, trat 1440 sein Stammland in Franken seinen beiden Brudern,dem Markgrafen Johann dem Goldmacher und Albrecht, sowie seinem drittenBruder, Friedrich dem Dicken, die Altmark und Priegnitz ab, durch dessenTod aber beide wieder an die kurfürstliche Linie kamen. Die Neumark , welcheSiegmund dem Hochmeister des deutschen Ordens verpfändet hatte, löste Friedrichfür 100,000 Gulden wieder ein. Von der Niederlausih, die sich ihm freiwilligergab, die er aber gegen den König von Böhmen nicht behaupten konnte, bekamer durch einen Vergleich KottbuS, Peih, Sommerfeld, Bobersberg, Storkow undBeskow. Auch versicherte er sich das Recht der Erbfolge auf Mecklenburg undPommern . Nachdem er sowol die böhmische als polnische Krone ausgeschlagcnund seinen einzigen Sohn durch den Tod verloren hakte, übergab er 1471 seinemBruder Albrecht, dem deutschen Achilles , die Regierung. Dieser gab noch beiseinen Lebzelten die Kurwürde seinem ältesten Sohne Johann, dem zweiten, Fried-rich, Anspach, und dem dritten, Siegmund, Baireuth. Diese beiden Letzter»haben das ältere Haus der Markgrafen von Brandenburg in Franken gestiftet. Jo-hann starb 1486. Unter seinem Nachfolger, Johann Cicero , einem friedlieben-den, gütigen Fürsten, der die Universität Frankfurt stiften wollte, aber daran durchs. Tod (1499) gehindert wurde, fing die Mark Brandenburg an, aufgeklärter undgesitteter zu werden, wozu dessen Sohn u. Nachfolger, Joachim I. (Nestor), nochVieles beitrug. Dieser Kurfürst, für feine Zeit ein sehr gelehrter Mann, suchtejedoch, als ein eifriger Freund der römisch-katholische» Kirche, den Fortgang derReformation auf alle Weise zu hindern, hörte aber in seinen spätern Jahren auf,die Protestanten zu verfolgen. Sein 22 ohn und Nachfolger, Joachim >>., führtedie evangelische Religion ein und machte sie zur herrschenden. Er wußte den KriegVon seinen Ländern entfernt zu halten. Unterdessen war Herzog Albrecht vonPreußen (1568) gestorben. Da dessen Sohn, Albrecht Friedrich , die Belehnungvon Polen erhielt, so verschaffte IoachimII. sich und seinen Nachkommen die Mit-belehnulig. Nachdem er und sein Bruder 1571 mir Tode abgegangen waren,vereinigte Johann Georg, der 1598 starb, die Neumark wieder mir derKur. Un-ter der Regierung des folgenden Kurfürsten, Johann Friedrich , der schon vieleJahre Erzbischof von Magdeburg geivesen war, sielen durch den Tod des Mark-graf» Georg Friedrich nicht nur die gestimmten fränkischen Länder des HausesBrandenburg, sondern auch das Herzogthum Iägerndorf an die kurfürstl. Linie.Allein Johann Friednch vertheilte diese sämmtlichen Länder wieder unter seine Fa-milie. Seinem Bruder Christian gab er Baireuth, und dem andern, JoachimErnst , Anspach. Diese stifteten daher das jüngere markgräfliche Haus in Fl an-ken. Das Herzogthum Iägerndorf theilte er seinem zweiten Sohne, JohannGeorg, zu. Das Gvinnasium zu sioachimsthal, jetzt zu Berlin , ist von ihm ge-stiftet worden. Er starb 1608. Sein Sohn Johann Siegmund führte an-fänglich, wie sein Vater, die Regierung von Preußen statt des wahnwitzigen Her-zogs Albrecht Friedrich , nach dessen Tode er 1618 zum wirklichen Besitze diesesHerzogthlims kam, das er ebenfalls von Polen zu Lehen trug. Neun ()ah> e vor-her hatte er (1609), nach dem Tode des letzten Herzogs von Iülich, Kleve lindBerg, weil seine Gemahlin eine Tochter der ältesten Schwester desselben war, semeAnsprücke auf diese Länder geltend gemacht und dieselben gemeinschaftlich mit demPfalzgrafen von Neuburg in Besitz genommen ; ihm verblieben das Herzogthum