Brandenburg (Statistik) Brandes (Ioh. Christian) 157
Kleve und die Grafschaften Mark und Ravensberg . Um diese Zeit trat er zur re-formirten Kirche über und starb 1619. Ltdein Zehnund Iiachfolger, Georg Wil-Helm, wollte keinen Antheil an dem dreißigjährigen Kriege nehmen; seine meistenLänder wurden aber dessenungeachtet zu Grunde gerichtet, da er kein hinlänglichesKriegsheer zur Vertheidigung derselben hatte, überdies auch statt seiner den Geh.R. Grafen Adam zu Schwarzenberg regieren ließ. Endlich war er genöthigt, sichmit dem Könige von Schweden, Gustav Adolf , zu vereinigen, und nahm in derFolge (1635) den prager Frieden an, ohne jedoch der Kurmark einige Erleichterungzu verschaffen. Er war in seinen Unternehmungen unglücklich; die westfälischenLänder wurden ihm von den Holländern und Spaniern streitig gemacht, und Preu-ßen ward durch den Krieg verheert, den iLchweden mit Polen führte. Die Herzogevon Pommern starben aus; allein Georg Wilhelm konnte 1637 sein Erbfolgerechtnicht behaupten, weil die Schweden das Land eingenommen hatten. Auch seineAnverwandten verloren ihre Länder. Er erlebte das Ende dieses Krieges nicht undhinterließ sein Land in unbesclLeiblicher Verwirrung. Mit s. Sohne und Nach-folger, Friedrich Wilhelm dem Großen (s. d.). dessen kräftiger, beson-nener Muth Ordnung, Ruhe und Wohlstand wiederherstellte, beginnt die Ge-schichte der preußischen Monarchie. Sein Sohn, Kurfürst Friedrich III. ,setzte sich den 18. Jan. 1701 zu Königsberg die Königskrone auf und hieß seit-dem Friedrich I. , König in Preußen. (S. Preußen.)
Die Mark Brandenburg, eine der größten Landschaften deü ehemaligenobersächsischen Kreises, hat einen ebenen, nur zum Theil fruchtbaren, meistenssandigen Getreideboden. Sie ist reich an Holz, Fischereien, Flachs, Hanf, Hopfen,Taback, Viehzucht, besonders Schafzucht; sie hat auch Kalk, Salpeter, Torf,etwas Eisen w. Bei einem lebhaften Gewerbe in Manufacturen und Fabriken,liegt sie auch zur Handlung sehr bequem, da sie viele Canäle, Seen und Flüsse,und viele daran liegende Städte hat. Die meisten Einwohner sind der lutherischen,die übrigen der reformirte« Religion zugethan. Es haben sich insbesondere von1685 bis 1688 viele franz. Flüchtlinge, Lothringerund Wallonen, auch Pfälzerin den Marken niedergelassen. Unter der Regierung Friedrichs II. sind bis 1777über 10,000 Eolonistenfainilien eingesetzt worden. Das Land wird von der Elbe,Havel , Lpree, Oder, Warthe, Netze, Uker durchströmt. Die Mark Branden-burg wurde in die Kurinark und Neumark eingetheilt. I. Die Kurmark begriff 1)die Altinark mit der Hauptst. Stendal; 2) die Priegnitz mit der Hauptst. Perle-berg; 3) die Mittelmark, mit der Hauptstadt Berlin ; 4) die Ukermark, mit derHauptst. Prenzlau. II. Die Neumark, mit der Hauptstadt Küstrin , hatte denNaniendaher, weil der Kurfürst Friedrich II. sie von dem deutschen Orden, an densie bis dahin verpfändet war, 1455 wieder einlöste. Gegenwärtig ist Branden-burg in der Civilvcrwaltung der deutschen Staaten die erste Provinz mit derHauptst. Berlin und den Regierungsbezirken Potsdam und Frankfurt ; sie enthältauf 749 mM. 1,479,000 Einw. in 150 Städten ic. (Vgl. Preußen.)
Brander, ein mit brennbaren Stoffen kunstmäßig angefülltes Fahrzeug,welches man entweder angezündet mit günstigem Winde auf die feindlichen schiffeloSgchen läßt, oder so einrichtet, daß es sich erst entzündet oder in die Luft stiegt,wen» es bei den feindlichen Schiffen ankommt. Zuweilen zündet auch die Mann-schaft den^Brcnnstoff nach Art der Minen an und begibt sich dann auf Böten wie-der fort. Ldchon die Tyrer bedienten sich gegen Alexander, und die Carthager gegendie Römer solcher Brand-und Feuerschiffe.
Brande S(IohannEhristian),Schauspieler und dramatischerDichter,geb.zu Stettin am 15. Nov. 1735, wo er die Handlung lernte, wegen einer Verun-treuung entsteh und sich durch Preußen bettelte. In Polen ward er Lehrbursche beieinem Tischler, dann Schweinefütlerer, Aufwärter eines Zahnarztes und eines Ta-.