1!)4 Brennbare Luft Brennglag
viel Erde mit sich führen, hindert den Weserhandel und ist die Ursache gewesen, daßHamburg bisher ohne Nachcheil an seiner Handlung den nicht blos, transitirendenfremden Waaren nach Ablauf von 6 Monaten eine» Zoll von 1^ Procent auflegenkonnte, als eg 1815 sein älteres Finanzsystem beim schweren Druck großer lausen-der Ausgaben umändern mußte. DieAssecuranzgeselischaften vereinigten sich in B.1818. DerHeringS- u.Wallstschfang derStadt istbedeutend, und derHandel, be-sonders mit deutscher Leinwand nach St.-Thomas u. Südamerika , im Zunehmen.E" beschäftigte im I. 1821 beinahe 900 Seeschiffe, bei einem Waarenwcrthe von9 Mill. THIrn. Der Werth der Ausfuhr land- und seewärts betrug 13 Mül. Thlr.Olbers und Heeren wurden hier geboren. S. Tarsten MtsegaeS, „Chronik derfreie» Hausest. Bremen ", Brem. 1828,1.TH. (bis 931), und die „Verhandlungenüber d>e Verfassung der freien Hansest. Bremen" (Bremen 1818 und 1821).
B rennbare Luft, s. Gasarten.
Brenner in Tirol. Die ältern Schriftsteller begriffen unter um», si, re-in"-»; alle Pässe über die tirolischen und hohe» rhätische» 2llpen, so auch den Sep-timen und Bernardino. Der eigentliche Brenner (auch »»m; liicnnii") liegt zwi-schen Inspruck und Sterzing, zivischen den Flecken Inn , Aicha und Ersch, 129Toiseii über derMeeresfl i hr, ist 6063 Fuß hoch, und über ihn führt die 4316 Fußhohe und 4 Stunden lange Straße, welche Deutschland mit Italien verbindet.An seinem Fuße ist der Pas Lueg oder Lug, wo die Meilen - und Denksteine vonMarimin und MarentiuS stehen, deren ersterer, vom Jahre 236, dem Siegesjahreüber die Allemannen, das genaue Mas 130 römischer Meilen nach Augsburg an-zeigte. Der Brenner wa>- die Hauptstellung für die Vertheidigung Tirols, auch imletzten Aufstande von Tu e 1809, auf welchem sie sich, besonders im August d. I.,gegen die anrückenden Baiern und Franzose» tapfer vertheidigten und bis zum No-vember die Verbindung mit Italien hemmten. (Vg. A lp eu strafen.) 44.
B r e n n g l a S, ein Linsenglas, welches die daraufsallenden Sonnenstrahlenin einem so engen Raume vereinigt, das sie einen verbrennlichenKörper, aufwei-chen sie fallen, wie Feuer entzünden. Gemeiniglich bedient man sich zu Brenn-gläsern solcher Linsen, die auf beiden Seite» erhaben sind, weil diese wegen ihrerkürzern Brennweite die Strahlen am stärksten aus einen Punkt werfen. Die Wir-kungen eines BrennglaseS sind um so stärker, je größer seine Oberfläche und jekleiner sein Brennraum ist. Soll ein solches Glas seine gehörige Wirkung thun,so müssen die Sonnenstrahlen senkrecht darauf fallen, welches der Fall ist. wenndas im Brennen entstehende Sonnenbild völlig kreisrund erscheint. Setzt manzwischen das Brennglas und seinen Brennraum noch ein zweites Linsenglas voneiner kürzern Brennweite mit dem ersten in gleicher Richtung, so lenkt man dieSonnenstrahlen noch weit mehr zusammen und vereinigt sie in einem viel engernRaume, wodurch die Wirkung ungemein verstärkt wird. Diese zweite Linse heißtdas Collecrivglas. Schon Griechen und Römer scheinen die Brenngläser, oderdoch denselben ähnliche hcllturchsiä tige Steine gekannt zu haben. Am Ende des13. Iabrh. wurden sie bekannter, aber erst am Ende des 11. lies von Tichirnhauscndie gröyren, aus einem Stücke bestehenden Brenngläser, welche man kennt, mitunglaublicher Mühe schleifen. Zwei davon, die sich noch in Paris befinden, balten33 Zoll im Durchmesser, und das Gewicht des einen beträgt 160 Pf. Beide Glä-ser wirken dem deftigsten Feuer gleich. Sie entzünden selbst nasses und hartesHolz im Augenblick und bringe» kaltes Wasser in kleinen Gefäßen sogleich zum«Liede» z Metalle schmelzen und verglasen sie auf einer Porzellanplatte z Dachziegel,Schiefer und ähnliche Dinge glichen augenblicklich und verglasen. Da indes dieTschirnhaufen'schen Gläser nicht völlig rein sind, wodurch die Wirkung beträchtlichvermindert wird, so unternahmen es 1114 Brisson in » Lavoisier , zwei hohle, denUhrgläsern ähnliche Linsengläser zu einer Linse zusammenzusetzen, deren innern