Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Bremisilber Brennspiegel 195

Raum sie mit einer durchsichtigen Flüssigkeit anfüllten. Hier lassen sich, bei ungleichgeringer» Kasten, viel leichter Blasen und Adern vermeiden. Sie brachten aufdiese Weise ein Brennglas von 4 Fuß Durchmesser zu Stande, dessen größte Dickein der Mitte 8 Zoll betrüg, und welches schon für sich viel stärker wirkte als dasTschirnhausen'sche Glas, mit einem Collectivglase verbunden aber die außerordent-lichsten Wirkungen hervorbrachte. — Für die Chemie und Physik sind die Versuchemit großen Brenngläsern von Wichtigkeit. Übrigens vermag das Brennglas, beigleicher Oberfläche und gleicher Krümmung, dennnoch beinahe 4 Mal weniger als derBrennspiegel (s. t.), welcher mehr Licht zurückwirft, als das Glas durchlüßt,eine kürzere Brennweite hat und von der Farbenzerstreuung frei ist. Dagegen istdas Brennglas, der Lage seines Brennpunkts wegen, der sich hinter dem Glasebefindet, weit bequemer. Der Brennpunkt ist nicht sowol ein Punkt als

ein Raum, ein Bild der Sonne, dessen Durchmesser den 108. Theil der Brenn-weite hat, und dessen Mittelpunkt der eigentliche Brennpunkt ist. Zn der HähernGrösienlehre werden auch den Kegelschnitten Brennpunkte beigelegt, weil z.B. dieParabel Linien oder Lichtstrahlen, welche parallel mit der Axe auf sie fallen, durchZurückwerfung genau in Einem Punkte derselben vereinigt. Mehre Ereignisse inder letztern Zeit haben auf die Erfahrung geführt, daß convexe, also die Forni derBrennglaser nachahmende Fensterscheibe», Wasserflaschen u. d. m. Feuersbrünsteveranlassen können, wenn sie die Sonnenstrahlen aufentzündliche in ihrer Brenn-weite befindliche Substanzen conccnkriren. Wege» der Scbwierigkeit des Gie-ßens und SchleifenS großer Linse» hat nian kürzlich Duffon's Gedanken, sie zo-nenweise anzufertigen und hernach zusammenzusetzen, realisirt. Von dergleichenZonenlinsen hat Becquey, nach FreSnel's Vorschlage, eine sinnreiche Anwendungfür die Lichtverstärkung der Leuchtthürme gemacht. (S. PHarris.) Wegen derLiterat. vgl. den Art. Brennspiegel.

Brennsilber, in Wcheidewasser aufgelöstes und mit Salmiak ver-mischtes Silber, welches der Gürtler zum Versilbern braucht.

Brennspiegel, Spiegel , deren glatt polirte Oberfläche die auf sie fal-lenden Sonnenstrahlen in einer solchen Richtung zurückwirft, daß sie sich in einerEntfernung von dem Spiegel in einem engern Raume vereinigen und auf Dinge,die man in diesen Brennraum bringt, wie das heftigste Feuer wirken. Hohlspiegelvereinigen die mit ihrer Axe parallel einfallenden Strahlen in enge Räume. Sphä-rische Hohlspiegel sind die gewöhnlichsten; man bedient sich aber auch der parabo-lischen, und selbst Planspiegel kann man wie Hohlspiegel brauche», wenn mehrederselben auf eine geschickte Weise vereinigt werden. Soll ein Brennspiegel diegehörige Wirkung thun, so muß seine Axe genau gegen den Mittelpunkt der Son-nenscheibe gerichtet werden. Dies ist der Fall, wenn das im Brennraume mit einerauf der Axe des Spiegels lothrechten Ebene aufgefangene Licht eine völlig kreis-runde Scheibe bildet. Alsdann steht der Brennraum in gerader Linie zwischen derSonne und dem Spiegel. Schon die Alten sind damit bekannt gewesen, wie manaus mehren ihrer hinterlassenen Schriften sieht. Daß Archimetes mir Brennspic-geln die Flotte des Marcellus bei der Belagerung von SyracuS in Brand gesteckthabe, ist nach der Natur der Sache unmöglich; eher könnte man glauben, daß eödurch eineVerbindung von Planspiegeln geschehen sei, wenn nicht die ganze Erzäh-lung auch aus historischen Gründen zu verwerfen wäre. Daß sich mit letzter» großeWirkungen in heträchtlichen Entfernungen hervorbringen lassen, haben Versuchegelehrt. Kircher stellte 5 Planspiegel von gleicher Größe aus ein Gerüst in solcheLage, daß sie die Strahlen auf eine 100 Fuß entfernte Stelle warfen, und er-zeugte dadurch eine große Hitze. Bussen brachte 1741 eine Verbindung von 168Planspiegeln zu Stande, deren jeder 6 Zoll hoch und 8 Zoll breit war. Mit 40dieser Spiegel zündete er in einer Entfernung von 66 Fuß ein betheerteS Buchen-

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