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Zweiter Band. Bo bis C.
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Vruno (Giordono)

nanie Llretino (?lretinus), gehört zu den berühmtesten Gelehrten aus der Periodeder Wiedercrweckling der classischen Literatur in Italien . Er war 1369 geborenund soll in früher Jugend durch ein Bildniß des Peirarca zu den Studien entflammtworden sein , denen er sein Leben widmete. Er studirte in Florenz und Ravenna zuerst die Rechte, aber die Ankunft des Emanuel Chrvsoloras in Floren; entschiedihn sur die class. Gelehrsamkeit. In der Folge bekleidete er mehre Ämter am römi-sehen Hofe und begleitete den Papst Johann XXIII. nach Kostnih, wo dieser abge-setzt wurde, und B. nach Florenz entfloh. Hier schrieb er seine florentinische (be-schichte, erhielt dafür das Bürgerrecht und wurde späterhin, begünstigt von denMe-dicecrn, StaatSsecretair der Republik . In diesein wichtigen Posten starb er den9. März 1444; Florenz und Arezzo wetteiferten, durch prächtige Excquien undDenkmäler das Andenken ihres großen Bürgers zu ehren. B.'S Verdienste um dieAusbreitung und Förderung des Studiums der griech. Literatur bestehen vorzüglichin seinen wörtlichen latein. Übersetzungen ihrer Elassiker, z. B. Aristotelischer Schrif-ten, Demosthenischer Reden, der Biographien des Pliuarch rc. Außerdem ver-dankt er seinen Ruhm seiner florentinische» Geschichte, einer Geschichte seiner Zeitvon 1348— 1440, und seinen Reden. Reicblc.ltig ist auch seine Briefsammlung.Seine Schriften sind in latein. Sprache, mit Ausnahme zweier Biographien, desDanke und Petrarca . Sein Hauptwerk: „Ilsiio, blorout." (12 Buch.,Strasb. 1610, Fol.), zusammen mit dem nmntniiu; reimn su>> lrm^ura^ost.'wmn"; früher italienisch zu Venedig 1446, Fol.

B r n n o(Giordano), ein durch Originalität, poetische Kraft und Kühnheitder Speculation ausgezeichneter Philosoph des 16. Jahrh., geb. um die Mittedie-seS Jahrh, zu Nola im Neapolitanischen, ward Dominicanermönch, rettete sichwahrscheinlich vor den Verfolgungen, die seine Religionszweifel und Spöttereienüber die Mönche ihm zuzogen, 1582 nach Genf , wo er cS aber durch seine Para-doxen und seine Heftigkeit mit den intoleranten Ealvinistcn bald verdarb, trat 1583zu Paris als Gegner der Aristotelischen Philosophie und Lehrer der Lullischen Kunstauf, wo er viele Gegner fand, reiste nach London, ging nach Paris zurück und lehrtedann von 1586—.88 zu Wittenbcrg seine Philosophie. Warum er Witte,ibergverlassen, ist unbekannt; jedoch gewiß, daher 1588 nach Helmstätt und vielleichtvorher noch nach Prag ging. Begünstigt von dem Herzog Julius von Wolfen-büktel, blieb er in Helmstädt bis zu dessen Tode 1589, beschäftigte sich dann inFrankfurt a. M. mit Herausgabe einiger Schriften, verließ aber auch diese Stadt1592 und kehrte, man weißnicht, aus welcher Absicht oder Veranlassung, nach Ita-lien zurück, wo er seit 1592 zu Padua Ruhe fand, bis die Inquisition zu Venedig ibn 1598 verhaften ließ und der Inquisition zu Rom überlieferte, die ihn nachzweijähr. Gefangenschaft und vergeblichem Warten auf den Widerruf seiner Leh-ren, als einen Apostaten, Ketzer und Abtrünnigen von dem Ordensgelübde, den14. Febr. 1600 verbrennen ließ. Er litt die Todesstrafe, die er noch 8 Tage zu-vor durch Widerruf hätte abwenden können, mit Standhaftigkeit. Wie seinebeißenden Angriffe auf die herrschenden Formen und Lehren der Aristotelischen Phi-losophie und auf die beschränkten Arisioteliker selbst ihm überall Feindemachten, soführte ihn die mit seinem Stolz verbundene Unbesonnenheit in die Hände seinerHenker. iLeine jetzt äußerst seltenen philosophisch-didaktischen Schriften verrathenclassische Bildung, tiefes Eindringen in den Geist der Philosophie der Alten, Geistund Sarnre, sowie gründliche mathematische lind physikalische Kenntnisse. Wiedie in Ebert'S „Bibliozr. Lexikon" (Lpz. 1821, 4, I, S. 258 fg.) angeführtenältesten Ausgabe» derselben beweisen, sind die meisten aus d. I. 1584 — 91.Im erstgenannten Jahre erschien zu Paris sein berühmtes Buch : „dsinmoic, dellasie-uia trümümi,-" (eine allegorische Darstellung der Moral mit vielen satyrischenBlicken auf s. Zeit), ferner s. durch Iacobivornehmlich den Deutschen bekanntge-