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Brüsk
cabinet, eine Bibliothek von 80,000 Bänden und 2000 Handschriften, ein bota-nischer warten und eine musikalische Gesellschaft. Die Bedeutsamkeit der hiesigenSpitzenfabriken hat durch die cngl. Spitzenfabriken viel verloren. Die FabrikeninCamelott, in Borden , Gold-und Silberdraht, Blonden, Tuch, seidenen, baum-wollenen und wollenen Zeuchen, Hüten, Papier, Glas, Seife, Licht, Wachslein-wand, Tapeten, Spielkarten, Fayence, Starke, Scheidewasser, Vitriolöl , Leder,Galünteriewaaren, Klitschen, Eisenblech, Taback und Zucker haben durch die Tren-nung Belgiens von Frankreich viel Absatz nach Frankreich verloren und einen ge-ringern Absatz im Lande selbst gegen vormals, weil die niederländ. Zollanstalten dieConcurrenz der britischen Industrie im Verbrauch emgesührterenglischer Industrie-waaren nicht mit französischer Douanenstrenge abwehren. An rohen Landespro-ducten führen die südlichen Niederlande über Brüssel viel Getreide, Kleesanien nndBausteine theils i»S Ausland, theils nach de» nördlichen Provinzen der-Oeieder-lande. Die Sommerresidenz in dem 4 Stunde von der -Ltadt gelegenen und diirchBaumrechen mir derselben verbundenen Dorfe Laeken (sprich: Laken) ist sehens-wert!). Es ward vor etwa 40 Jahren aufDeranlassung der Erzherzogin Echristine,damal. Oberstatthalterin in den östr. Niederlanden , von dem franz. ArchitektenÄstontauger in einem schöne» Strl erbaut. Seine Lage auf einem sanft empor-steigenden Hügel, mit der Aussicht auf die große Stadt und aufdie reiche, mitgut-gebaute» Dörfern und lieblichen Landhäusern bedeckte Gegend, ist äußerst ange-nehm, und sein lieblicher Park ist einer der vorzüglichsten Sammelplätze der brüsse-ler schönen Welt. B. war von jeher freiheitsliebend, wie alle größere Städteunter der milden Herrschaft der Herzoge von Burgund. Das Antasten der klein-sten Privilegien reizte sofort zum Aufstand, und die Ldelbsthülfe damaliger Zeit be-stand gewöhnlich in der Verhaftung des Souverains, bis die Unterthanenbeschwerdegehoben war. Dies Schicksal traf 2 deutsche Kaiser, Maximilian I. und Karl V.Aber die Regenten und das Volk waren so gutmüthig, daß man nach der bald er-folgenden Versöhnung gegenseitig aufrichtig vergaß , was Beide in Zwist gebrachthatte. In seiner Religion und in der Geldbewilligung für den Staat wollte derNiederländer durchaus frei sein. Als König Philipp von Spanien hierin auto-kratisch handelte und den Sitz des Generalgouvernements, der Inquisition undseines Feldherrn, Herzogs von Alba, nach B. verlegte, erfolgten hier die Hin-richtungen der berühmten Grafen Egmont und Hoorn. Hier war auch der spa-nische Hauptwaffenplatz wider die insurgirenden Niederländer im langen Kampfevon 1572—1648.,, Viel litt Brüssel nachher durch die Kriege Spaniens mitLudwig XI V. und Östreichs mit Ludwig XV., bis Maria Theresia im Geist ihrerburgundische» Ahnen die Niederlande regierte und für ihre Finanzen weise benutzte.De» 14. Nov. 1792 zogen die Franzosen unter Dumouriez, nach dem Gefechtebei Anderlecht , in Brüssel ein; den 26. März 1793 nahmen es jedoch die Östrei-cher nach der Schlacht von Neerwinden wieder. Den 9. April kam KaiserFranz II. daselbst an, beschwor den 13. die loveuse Luttsie, und empfing vonde» ständen die Huldigung als Herzog von Brabant. Allein den 9. Juli 1794eroberten es die Franzosen aufs neue und behielten es im Friedensschluß. Brüsselwar die Haupkst. des Dyledcpartem., bis es 1813 von der franz. Herrschaft be-freit und nachher zum Königr. der Niederlande geschlagen wurde. Der Königresidirt abwechselnd dort und im Haag. Ebenso halten die beiden gesetzgebendenKammern im Haag und in Brüssel abwechselnd ihre Sitzungen.
B r u st, der vordere Theil des Oberleibes, der die Brusthöhle bildet; sieerstreckt sich vom Halse biS zum Anfange des Unterleibes und wird vornehmlichdurch das Brustbein und die Rippen gebilde t. Ersteres läuft vom Halse an, derLänge nach, durch die Mitte der Brust hinab; letztere sind hinten am Ruckgratebefestigt und wölben sich nach dem Brustbeine hin, mit welchem sie sich vermittelst