Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
256
JPEG-Download
 

256 Brustwehr Brüten der Vögel

eines Knorpels fest verbinden. Bei den Fischen, welchen die Rippen fehlen, ma-chen die Schlüsselbeine, die Schiilterbläikcin der Brustknochen und einige Wirbelden Oberleib aus, und die sehr kleine Brusthöble befindet sich dicht unter denKie-wen am Ende des (Daumens hinter dein Nacken. Bei den Insekten heißt dermittlere Theil des Körpers das Bruststück.

B r u st w e h r, in der Kriegskunst, jede Erhöhung, welche vor dem geradenSchusse sicher» kost. Da Hol; und Stein durch das Anprallen der Kugeln zer-springen und umherfliegen, so sind sie zu Brustwehren nicht brauchbar. Am be-sten macht man diese aus Erde, in besondern Fällen wol auch aus Faschinen, Mist,gefüllten Lchanzkörben, Sand - und Wolljacken. Die Dicke der Brustwehr mußsich nach dein feindlichen (beschütze richten; in der Regel darf sie nicht unter 10»ind nicht über 18 — 21 Fuß dick sein. Cugnot gibt die Regel: man müsse dieBrustwehr so hoch machen, daß man aus dem innern Raume der Schanze, in dieEntfernung eines Kanonenschusses, Nichts als den Himmel und die Gipfel derBäume erblicken kenne. Kann man diese Regel wegen zu bedeutender Höhe na-her Berge nicht befolge», so sichert man sich durch im Innern der Schanze auf-geführte O.uerwälle.

Brüten der Vögel. Die Bögel legen bekanntlich wie die meistenAmphibien, wie die Fische, Insekten und Würmer, Eier, aus welchen sich dasJunge mittelst der Wärme entwickelt. Die 4 letztgenannten Classen der Thiereüberlassen die Entwickelung ihrer Eier der Sonnenwärme, die Bögel bedienen sichhierzu der Wärme ihres Körpers. Daraus entsteht für sie ein wichtiges Geschäft,das Brüten. Aste bekannte Bögel '.'errichten dieses Geschäft selbst, nur der Kukuknicht, der seine Eier in die Nester der Bachstelzen und andrer kleinen Vögel legt.Der Straus, dem man sonst alles Brüten absprach, brütet in Gesellschaft mit meh-ren Weibchen Tag und Nacht. Bei viele» Vögeln, B. den Enten, Gänsen,Hühnern und andern, liegt allein dem Weibchen das Brüten ob; bei andern aber,und insonderheit bei denen, welche sich paarweise zusammenhalten, z. D. Tauben,Lercben, Sperlinge, Meisen, nimmt auch das Männchen daran Theil. Es lösetsein Weibchen gewöhnlich um Mittag einige Stunden ab, damit es auf Nahrungausgehen und sich baden kann. Andre bleiben während der Brülezeit neben demWeibchen sitzen, schützen es vor feindlichen Anfällen und tragen ibm Nahrung zu,z. B. Canarienvögel, Stieglitze, Hänflinge u. a. Die Beharrlichkeit und An-strengung des brütenden Weibchens verdient Bewunderung. Es nimmt die un-bequemste Slestung an, um seine Eier nicht zu beschädigen, und vergißt darüberGesellschaft lind Nahrung. Unsere Gänse, Enten und Hühner machen durch ihröfteres Aerstoßen und Berlassen der Eier eine Ausnahme. Muß das Weibchenja aus Hunger oder Durst sein Nest verlassen, so bedeckt es die Eier mit Federn ,Moos, Wolle u. dgl. Die mehrsten Vögel werden während des Brütens vielzahmer. Andre vertheidigen ihr Nest mit der augenscheinlichsten Lebensgefahr.Die Haushenne setzt sich kühn dein größten Hunde entgegen. Nur wenige inFreiheit lebende Vögel leiden es, daß man sie im Brüten störe. Viele verlassenihre Nester, wenn eine Menschenhand in ihrer Abwesenheit die Eier betastet; dasthut sogar der Canarienvögel. Die allmälige Entwickelung und Ausbildung desjungen BogelS im Ei hat man besonders bei den Haushühner» genau beobachtet.Die erste Bedeckung des jungen Vogels ist eine Art Flaumfedern, die nachher vonden ordentlichen Federn verdrängt werden. Das neuausgekrochene Vögelchenhält sich noch einige Stunden oder. länger im Neste unter der Mutter auf, bis esdie äußere Lust gewohnt ist. Die Ältern, besonders die Mutter, beweisen nun diebewundernswürdigste Sorgfalt für ihre Jungen, sie zu beschützen, zu ernähren undzu pflegen. Es wird ihnen bequeme Nahrung gebracht, welche die Mutter, wennes nöthig ist, zuvor im Kröpfe erweicht. Der Koch der Jungen wird, so lange sie