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Zweiter Band. Bo bis C.
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Buchdruckerkunst (Geschichte)

Erfindung derselben geleitet. Denn es ist mit Recht zu bestreiken, daß die Euro-päer, und unter ihnen die Deutschen , damals irgend eine Kenntniß von derBuchdru-ckerkunst bei den Chinesen gehabt haben, obgleich nicht zu leugnen steht, daß schonvor Guttenberg, und zwar 1123, die Kunst, Bilder mit einigen Zeilen Text in Holzzu schneiden, bekannt war. Drei Städte streiten um die Ehre der Erfindung dertypographischen Buchdruckerkunst: Harlem, Strasburg u. Mainz . Die Harlemerbehaupten, daß ihr Bürger Loren; Ianssoe» (gest. 1110) mit dem Beinamen Ko-sten, d. h. Küster (an der großen Parochialkirche zu Harlem), bereits 1130 dieKunst, die Schrift in Holztafiln einzuschneiden, erfunden habe. Er blieb aber nichtdabei stehen, und mehre Koster'sche Drucke sind, wie Scheltema u. Köning »och imI. 1323 zu beweisen versucht haben, mit beweglichen Typen, buchenen, nachherbleiernen u. zinnernen, gefertigt. Wenn auf diese Weise den Holländern die Ehreihrer eigenthümlichen Erfindung der Buchdruckerkunst gebührt (obwol selbst ein nie-derländ. (belehrter, pa„ Hultem, sich gegen diese Meinung erklärt hat), so ist esdoch nicht nur nicht zu erweisen, sondern eine ungerechte Anmaßung, die Erfindungder Buchdruckerkunst in Mainz von dieser harlemer abzuleiten, nämlich durch Ver-untreuung der Koster'scheu Typen durch s. Gehülfen Johann, welcher damit überAnisterdam u. Köln nach Mainz gegangen und dort 1112 „Uex.>,„I,i Oulli llo-dii,und „0,'Ni IIi>g>3>>i I laol.iin-," gedruckt haben soll. (Vgl. über die hol-länd. Erfindung: Ebert im „Hermes", 1823, St. 1, u. die Gegenschrift von I>.Lehne: „Histor. krit. Prüfung der Ansprüche, welche die Stadt Harlem aus die Er-findung der Buchdruckerkunst macht", Mainz 1827.) Die Strasburger schreibendiese Erfindung Gutkenberg zu, der sie in Strasburg gemacht haben sollte; dieMainzer hingegen behaupteten, daß eben dieser Gutkenberg nicht in Strasburg ,sondern vielmehr in Main ; die typograph. Buchdruckerkunst erfunden habe. DieWahrheit ist, daß Guttenberg (s. d.) in Strasburg die erste Zdee s. nachherigenErfindung faßte und sie in einigen Versuchen prüfte, sie aber erst in Mainz mitHülse Peter Schöffer's zur Ausführung brachte. Es ist erwiesen, daß Guttenbergbereits 1 >36, als er noch in Strasburg war. s. Druckerzeug hakte, und auch schonin diesem Jahre Versuche mit einer Druckerpreise machte. Nachdem ihm aber diexylographische Methode bei der öfter» Wiederbolung zu mühsam schien, dachte erdarüber nach, ob er nicht mit einzelnen Buchstaben drucken und diese hernach wiedergebrauchen könnte. Dies führte ihn auf die Erfindung der beweglichen Lettern, dieer noch vor 1 i12 muß gemacht haben, denn bereits in diesem Jahre besaß man ab-gesetzte Lettern. 1115 kehrte Guttenberg nach s. Vaterstadt Mainz zurück, und mit1119 beginnt die Periode der vervollkommneten Buchdruckerkunst. Guttenberg ver-band sich in diesem Jahre mit einem reichen Bürger in Mainz, Namens JohannFust (Faust), welcher mit Hülfe Peter Schöffer's von Gronsheim dieGießkunst be-trieb, zu einer typographischen Gesellschaft. Faust nahm bald darauf (wahrschein-lich 1153) diesen Schöffe,-, einen sehr erfinderischen Kopf, in den Verein auf, wel-cher nun der eigentliche Vollender der Buchdruckerkunst wurde.. Guttenberg hatt?zwar die beweglichen Lettern erfunden und diese anfangs aus Holz, dann aus Bleiund endlich aus Zinn geschnitten. So blieb aber die Buchdruckerkunst noch ein somühsames als kostspieliges Geschäft, bis von Ioh. Faust oder Peter Schöffer diegegossenen metallenen Lettern u. a. Vortheile dabei erfunden wurden. Das ältestegrößere, mit gegossenen Lettern von Guttenberg, Faust und schöffer i» Mainz gedruckte Werk, welches gegen I l 55 vollendet wurde, ist die sogenannte Gutten-berg'sche lateinische Bibel, die man auch die 42zeilige nennt, weil sie auf jeder voll-ständigen Columne 12 Zeilen hat. Als sich Faust 1156 von Guttenberg getrenntund, in Folge eines von ihm demselben zu machenden Darlehns von 2020 Gul-den, sich dessen Druckerwerkzeug zugeeignet hatte, übernahm er in VereinigungMit Peter Schöffer größere typograph. Werke, wodurch nun die eigentliche Buch-